Die Luderlandschaft Wissensgesellschaft

Eine Frage die mich in letzter Zeit hin und wieder empfindlich anrührt, wie Sandpapier das im Dunkeln eine wunde Stelle streichelt: Könnte es sein, das im freien Umfeld der hach so gelobten Wissensgesellschaft der Soziopath/Psychopath noch viel besser wildern kann als in Hierarchien, wo der subkriminelle, angepasste Psychopath ala Hare normalerweise verortet wird?

In Ermangelung eines Titels

Der generalisierte Tankercheck ist ein Symptom der Zeit. So man will. Es bricht so viel ringsum auf. Ob technologisch, gesellschaftlich, ökonomisch. Den Groove in diesem Treibsand finden ist da eher eine Frage des Free Jazz, denn des braven Chorusblasens. Die Routinen – auch und gerade die geisteswissenschaftlich akademischen – bringen uns doch im Moment nicht weiter, ausser bis zum nächsten Text, dessen Relevanz daran gemessen wird, inwieweit er die Anschlussfähigkeit – ohne sie zu verlieren – noch provozieren kann. Rechtsanwälte des Wortes, die alles verlinerarisieren müssen, lassen uns da nur weiter im Kreis tanzen, während sie selbst von Spiralen predigen. Den Sprung kann man nur springen und das selten im Verband. In Zeiten wie diesen, wo mehr Möglichkeiten zu etwas Neuem gefügt werden wollen steht im Weg, wer die Muster der Leistungsstufe, Seminararbeit oder Doktorsimulation verinnerlicht hat. Die Polarisierung zwischen Oben und Unten, 1 und 99%, Vision und Realität wird weiter zunehmen. Der Phasenraum in dem wir schwimmen und uns zulächeln wird Wellen türmen, auf deren Kämmen der Unterschied zwischen Vogel, Mensch oder Treibgut unklar wird.

Gedankenstaubsauger

So geht das in diesen Silos (G+, FB). Alles so schön bunt, schnell und sozial – und schwupps befindet man sich in einem Gespräch (?), in dem man einen Gedanken formuliert, der vielleicht tragfähig, interessant und anschlussfähig ist, aber auf immer verschwunden sein wird, weil der Focus mit Absicht auf die Gegenwart abstellt. Alles was nicht jetzt ist, ist nie.

Es begab sich das Naomi Greenberg (wer auch immer das ist) etwas verlinkte indem jemand (wer auch immer das ist) Verkuschelungen zum Anti-Aggressionstraining vertickt. Geistig mich auf einer anderen Trajektorie befindend grummelte ich, das wir vielleicht in den vor uns liegenden Zeiten das Gegenteil brauchen könnten. Was ich meinte:

Phasenübergänge stehen wohl per Definition orthogonal zu jedem Versuch sie zu sedieren.

Das Greenberg versuchte nun meinen Gebrauch von „orthogonal“ zu compilieren, was wiederum zu einer Explikation meinerseits führte, die ich dem Silo entreissen möchte.

Orthogonal – also senkrecht zu – wählte ich schon bewusst. Die kleinteilige Übersetzung triffts glaub ich nicht ganz. Ich seh das eher katastrophentechnisch im Sinne Rene Thoms. Wenn ein Phasenübergang seinem Wesen gerecht wird, dann sollte es definitiorisch keine zivilisatorische Ausformung (calming down, gesellschaftlich aktzeptierte „Aktivität“, Therapie, Anti-Aggresionstraining, „Engagement“…) geben. Die „Aktionen“ des Phasenübergangs wären in diesem Sinne (Orthogonalität) nicht kategorisierbar. Und auch Kristallisationspunkt des wirklich „Neuen“, nicht nur modischen für die Zeit nach dem Phasenübergang, die Epoche eines neuen Attraktors.

Oder anders: Solange die Phänomene kategorisierbar sind hat man keinen Phasenübergang sondern eine Translation, keine Transformation vor sich. #Emergenz?

Korpusdeliktilink

#öfterbloggenöfterbloggenöfterbloggen

Die Reise in den Chaospunkt

Nach der Lektüre des Doomsdayinterviews mit Flassbeck auf ZDF und einem kurzen Kommentarwechsel auf G+ mit Bruno Jennrich, wird mir klar, was mir implizit – zu implizit? – immer klar war. Vielleicht – bestimmt – hab ichs vor Jahren im alten Blog schon mal abgesondert, aber ich muss es nochmal rauspuhlen.

Das intrikate Zusammenspiel aus Technologie und Zinsspirale produziert meines Erachtens einen Phasenraum (?) der auf einen Chaospunkt zulaufen muss. In diesem Sinne leben wir in einer Übergangszeit, die mit allen (ALLEN; get it?) begrifflichen Hilfsmitteln nur perpetuiert werden kann, nicht durchdrungen. Den nächsten Attraktor können wir nicht beschreiben, nur konstatieren, das es einen geben wird. Das Rumgefrickele an Trendverlängerungen ist ebenfalls nur eine Verlängerung der Vergangenheit. Ich vermute, ein Umschlag im brutalsten Sinne des Wortes in einen neuen Phasenraum mit neuem Attraktor muss leider durch diesen Chaospunkt. Man spielt nicht mit exponentiellen Technologien ohne irgendwann den Preis –  nein Preise – zahlen zu müssen. Auch das Denken in „Exponentialitäten“ ist da ebenfalls zu kurz gedacht, weil nur eine andere Art des linearen Denkens, nur eben auf Speed. Der Umschlag in andere Qualitäten entzieht sich diesen Rastern.

Ich schätze je näher wir uns diesem systemischen Chaospunkt nähern, desto Wow-iger werden die Symptome und Phänomene. 2-4-8-16-32…

Manna reloaded

Manna ist vor 6 oder 7 Jahren zuerst im Blog von Marshall Brain erschienen. Vor ca 2 Jahren durfte er dann auf einem der Singularity Summits einige der Fragen, die keiner der technoiden Lineardenker auf Exponentialdroge aus dem Umkreis Singulartity Institute je angerührt hatte vortragen. Ergebnis: Schweigen. So wie in: öööh. Soviel IQ und soviel Dumpfheit. Aber nun scheint jemand den Text über IEET wieder hochzuhieven. In Systemen und Rückkopplungen und anderem Dreck zu denken ist kurzweiligen „Denkern“ nicht eigen. Sie schlucken ihre Portion S-Kurve und überlassen die Folgen dem Pöbel. Das sich beschleunigende Technologien ein massives ökonomisches und Machtproblem durch die globale technologisch beförderte Inequality erzeugen dämmert da einigen Apologeten erst slowly. Eine kleine Prise soziologischen Denkens scheint Peter Thiel langsam auch zu schlucken, wenn man das Interview mit Fukujama (ja – DER Fukujama) zwischen den Zeilen auswringt. Uhh – und in Thiels Gegenwart fiel der Name Polanyi. Ts ts…

Marshall Brain: Manna

Interview mit Peter Thiel durch Francis „nix history“ Fukuyama

Hässliche Zeiten brauchen deutliche Worte

Wieviel wunderbare Spencer-Brown-Pseudoformeln erträgt das eigene Gewissen, obwohl Nachbarn schon abgeholt werden? Ab wann ist ein Gesellschaftstheoretiker in der vordersten Reihe zu finden und fängt sich eine Ladung Pfefferspray oder eine Rubberbullet? Wieviel Mitgefühl und Empathie kann eine Theorie in doppeltem Sinne irrelevant machen? Die Zeiten und Zeichen werden täglich konkreter und der Rhythmus in dem einem Zustimmung oder Ablehnung, gar Widerstand abgefordert wird, kann nur schneller werden. Wir taumeln in eine besinnungslose Polarisierung hinein, auf deren anderer Seite kleine, gut trainierte, hervorragend ausgerüstete Einsatzgruppen stehen, die mittlerweile überall auf der Welt ähnlich aussehen. Shaping for the shape of things to come.

Utopien müssen immer noch aus den oft blutigen Fugen der Realität gekratzt werden.

http://youtu.be/WmJmmnMkuEM