Adresse und Werk

Lässt man bei künstlerischen Artefakten die Zurechnung auf eine physische/psychische Adresse fallen, wird es erst wirklich interessant oder verhandelbar, stellenwertig. Umgekehrt: Ein Werk das diese Zurechnung versucht zu betonieren oder zu erzwingen wird wie ein Rohrkrepierer kurzstreckig runterkommen. Ploink. Narzißmus im Werk blendet die Woche, mitunter das Jahr, aber fügt dem Vektor nichts hinzu.

Data – Capta – Relationen

Historische Phasen gesellschaftlicher und technologischer Beschleunigung sind Phasen der Entdeckung (in Ermangelung eines treffenderen Begriffs) noch unrelationierter Relationen und die Suche nach geeigneten Negationen, um Kontexte zu stabilisieren oder zu konstruieren. Kunst scannt den Raum der noch unrelationtionierten Relationen, Protest negiert bestimmte Relationen. Kunst, die protestiert ist Quatsch. Standardvorbehalt: Kontingenzdisclaimer.

Schöpferisch leben

Das Gefühl, nein der innere Aufschrei, warum bin ich nicht drauf gekommen, sollte lediglich ein Ansporn sein, dem Schwindel zu trauen, der einen im Moment wahrer Kreativität ergreift. Wirklich gelebt gleiten wir von Schwindel zu Schwindel.

Ursprung

Kontrollillusion Meinung (1)

Markus Spath hat meinen Tweet instinktiv richtig (zumindest fühle ich mich verstanden) getagged: „system theory“. Die Vorgeschichte ist ein Gedanke, der mich seit ein paar Tagen belästigt: Das man selbst der erste Kommunikationspartner in der Dyade Alter – Ego ist. Man ist selbst der erste, der die aufplöppenden Gedanken, Sprachfetzen innerhalb des psychischen Systems sinnhaft prozessiert. Den nächsten Schritt, sie in einer gesellschaftlichen, externen Kommunikation weiter zu verbreiten würde man nicht anstrengen, wenn nicht in der ersten Dyade ein Gefühl der Sicherheit, Gewissheit, eben besagte Kontrollillusion zustande gekommen wäre. Diese wird nur weiter zementiert, indem sie in die große weite Welt hinausgetrötet wird. Das es nur eine Kontrollillusion ist, wissen all die Hansel, die an ihre mageren Anschlussangebote Macht- und Sanktionsandrohungen hängen, wie zB wer XYZ sagt, wird entfriendet (oder beschimpft, oder …). Wer den Pathos der eigenen Meinungs-Kontrollillusion spürt, muss den Stil schrauben, noch mehr produzieren oder drohen.
(Aus ähnlichen Gründen ist mega-produktiven Outputanten wohl auch mit Mißtrauen zu begegnen. Kontrollillusionsrausch durch Outputmaximierung.)
Übrigens finde ich das Kunst auf dieser inneren Dyade von Alter und Ego aufsetzt, ohne weitere externe Kommunikationen zu suchen. Der Kunstschaffende bestätigt die innere Schleife Alter-Ego, stellt seinen Kram hin, sagt Arschlecken und lässt dem Ding seinen Lauf. Der Rest ist dann die Kunst der Gesellschaft und somit eine andere Angelegenheit.
(Uff, zum Glück hab ich die Kommentare schon vor 2 Jahren abgestellt. 😉 )

Kunstpublikumsbeschleunigungsmaßnahme an Calder

Im Herbst wird es im K20 am Grabbeplatz hier in Düsseldorf eine große Calder Werkschau geben. Im Vorlauf dazu hat man sich eine Veranstaltungsreihe einfallen lassen, die thematisch die damalige Avantgarde zu umkreisen versucht und eine Brücke in die Zukunft schlägt.

Den Anfang macht nächste Woche Donnerstag (23.5.2013) ein Abend mit dem Motto „STEP/UP – Bewegung als Ausweg in Kunst und Gesellschaft“ zu dem yours truly neben Prof. Schicha von der MDH einen Kurzvortrag beisteuert. Wahrscheinlich darf ich als Erster den Hannemann-geh-du-voran geben, weil ich gerade in meinen letzten Vorträgen einen Rahmen aufgezogen habe, der so extrem groß ist, daß jeder eine sinnvolle Ecke darin finden kann. Wenn sich beschleunigte Zeiten ja durch eins auszeichnen, dann durch eine Fülle von fesselnden Details, die den Einzelnen hypnotisch das Gesamtbild verschwinden lassen machen. In so einer historischen Situation ist es mitunter gut, sich heftig herauszuzoomen, förmlich vom Detailschlamassel zu dissoziieren, um aus gehörigem Abstand mit genügend Popcorn und Neugier versorgt aus Bekanntem, Unbekanntem und 3 Schnurrhaaren ein unaufgeregtes, aber aufregendes Bild von allem zu machen. Und das alles in sagenhaften 15 Minuten und 4 Sekunden! Unglaublich!

Datum:

Donnerstag, 23.05.2013, 19.00 Uhr
K20 GRABBEPLATZ (Foyer)
Eintritt frei!

STEP/UP – Bewegung als Ausweg in Kunst und Gesellschaft

Calder Ausstellung (Nachtrag 2017: Leider scheint die Kunstsammlung nach einem Redesign alles zum K-Camp gelöscht zu haben. Gründe?)

Details auf Facebook (FB-Seite existiert 2017 noch.)