Wabi Sabi²

Schnitt. Habe das Gefühl in der nächsten Phase (Heptabase+Codex) ist noch unsaubereres bloggen als stilistisches Programm nicht nur möglich, sondern als epistomologische Grundhaltung unter diesen Bedingungen nötig. Das heisst wer sich in Zukunft hier hin verirrt wird ins offene Herz meiner mentalen Prozesse stürzen.

Im Moment bin ich seit Tagen einem Sturzbach an Erkenntnissen ausgesetzt, die, obwohl nun stürzend, schlappe 20 Jahre Vorbereitung hinter sich haben.

Ich hab immer schon Notizen gemacht, dunnemal Papier, später .txt-Dateien, dann die ersten Notetakingprogramme, Connected Text, Roam Research, seit 3 Jahren Heptabase.

Tja, und seit einer Woche Codex an die CLI-Schnittstelle von Heptabase rangeflanscht und jetzt gehts langsam so ab, wie ich mir das vor 10, 15 Jahren vage vorgestellt habe. Muster, Pattern, Abstraktionsleitern, Vektoren, Sinnmaschine, Frühwarnsystem, Weltkarte.

Kann jedem nur empfehlen fangt an, irgendwo, egal womit, und wenns einfache bla.txt Snippets sind. Hetzt einen Blechknecht drauf und stürzt in die Zukunft.

Revolutionäre Veränderungen

Beim Schnüffeln in meinen Notizen bin ich über diesen Eintrag aus dem Februar 2024 gestolpert. Eine Sünde das nicht damals gebloggt zu haben. So ist das wenn man in fast 15 Jahren Notizen gemeinsam mit einem cognitiven Blechknecht wühlt und laufend über Nuggets stolpert.

Revolutionären Veränderungen kann man nicht gerecht werden, indem man alte Reflexfragen stellt. Auf der anderen Seite kann man kaum hoffen Fragen stellen zu können, die den menschlichen Horizont weit übersteigen. Könnte man das, wäre man ja genauso intelligent wie eine hypothetische ASI. Reductio ad absurdum? Aber die Anerkenntnis dieser Lücke wäre schon ein Fortschritt. Nichterkennbarkeit gehört leider nicht zum Programm wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts. Ausser in der Apophatik.
Da erwachen haufenweise Leute in eine Thematik, Fragenfülle, die sie seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten verschlafen haben, weil ihre persönlichen Illusionsdirektoren andere Rhythmen und Themen diktiert haben. AI – LLM – pre-Singularity
Da wird in Rhetorik und Stil signalisiert das man auf der Höhe des Fragens wäre, obwohl das per Definition nicht möglich ist. Der springende Punkt ist ja dieses n+1. Und der nicht springende Punkt sich allenfalls auf eine Reduktion auf n einzulassen. Neu ist in diesem Sinne nichts. Kluges schwadronieren überall. Zeigt her eure Schuhe.

Die Leute die offen Angst vor AI haben und in die Offensive gehen mit “Kritik”, Sarkasmus, Gotchaspielchen, kapieren implizit viel mehr als die, die die eingeübten Fragenreflexe und hippen Erolgsrhetoriken durchdeklinieren. Leider ziehen sie unsexy Schlüsse und pilgern auf die Müllhalde der Geschichte…

Da wird geübt etwas nicht sichtbar werden zu lassen. Das Alte kann das Neue nicht sehen. Muss es förmlich unsichtbar lassen. Sonst würde es sich transformieren. Aber es möchte ja so bleiben wie es ist. Weiter Kunst machen, weiter arbeiten, weiter die Erfolgsspielchen spielen. Also ist ein Infragestellen des Fragens nicht wünschenswert.

(Paradox das die Prediger des Neuen es irgendwie immer schaffen das Alte zu perpetuieren. Tschacka!)

Das schleichende Problem, von nun an

Transkription, de: Das schleichende Problem: Auch wenn nur Menschen zusammensitzen, ist jemand anwesend, der schlauer sein könnte. Das heißt, in jedem Gespräch ist potenziell auch ein Maßstab anwesend, der jeden Einzelnen Anwesenden übersteigt. Der potenzielle Gradient greift in die Gegenwart ein.

Transcription, en: The insidious problem: even if only humans are sitting together, there is something present which could be smarter. This means that in every conversation, there is potentially a benchmark present that exceeds every individual present. This potential gradient interferes with the present.

Differenzen stückeln – Wavetank – 2.9.2010

Fundstück aus meiner Vergangenheit: Vor knapp 15 Jahren befüllte ich gemeinsam mit Tim Bruysten und Jay Martin einen Blog, der unsere videofizierten Gespräche (heute würde man sagen Video-Podcast) begleitete. Aus mir unerfindlichen Gründen ist das alles irgendwann gelöscht worden. Naja, own your content, sag ich nur. Wer nicht hören will, wird dessen verlustig. Die Texte hab ich noch, die Videos leider nicht.

Heute morgen nun schlug mir die AI in Heptabase nun folgenden Text als relevant zu einer Notiz über Peripherie und Zentrum vor:

Mich dünkt einer der Fäden der hiesigen Gespräche – deren Farbe dahingestellt sei – zwirbelt sich mäandernd um die Reduktion von Komplexität in dem Schlamassel, den wir vorläufig aufgehendes 21. Jahrhundert nennen. Instinktiv versuchen wir dabei nicht in Fundamentalismus oder die Apologie überkommener Subsysteme zu verfallen. Aber wie will man den Leap ins Neue schaffen, wenn selbst das entwickeltste Begriffssystem dem verpflichtet ist, was – wie ich vermute – in unserer Zeit insgesamt zur Verhandlung ansteht? Wo entsteht die rettende Paradoxie?

Insofern sind die Gespräche der ästhetischen Gesellschaft auch nur ein weiteres Symptom einer Gesellschaft, der ihr Kontingenzhorizont gerade um die Ohren fliegt. Weitere, weit ärgerlichere Symptome: Schirrmacher, Gaschke, Journalismusdiskussionen, löschen statt sperren, Geld verdienen mit XYZ, Internetausdrucken, AAL, …beliebig erweiterbar.

Ich vermute nun das alles sind Symptome einer tieferliegenderen Krise. Keine ökonomische, ökologische oder lolologische sondern eine der Kommunikation. Wenn nach Luhmann Kommunikation die einzige soziale Operation ist, die Gesellschaft produziert und reproduziert, dann sind natürlich technologische Entwicklungen, die diese Basis beschleunigt unter unseren Füssen umbauen ohne zu überprüfen ob wir sicher stehen, Garant für noch mehr Kontingenz. Unterhaltsam gesprochen.

Dort scheint mir auch einer der Gründe zu liegen, warum die “Ästhetische Gesellschaft” (nicht wegens Schiller, den Adorno einst als “power und patzig” titulierte) ästhetische Gesellschaft heissen sollte. Das Thema von Kunst, Ästhetik, Mystik und Weisheit war seit je unbestimmte Komplexität, in deren Pool Sinn allenfalls im Freistil erschwommen werden kann.

Eine Gesellschaft, die höhere Komplexität ausbildet, wird also Formen der Erzeugung und Tolerierung struktureller Unsicherheiten finden müssen. Sie wird sich ihre eigene Autopoiesis gewissermaßen jenseits ihrer Strukturen garantieren müssen…” (Luhmann 1984)

Da fällt mir spontan die Anschlussfrage ein: Weil sonst was???

Nachlese 1 – WordPress Meetup und ChatGPT 5.1

Kurzer loser Gedanke: ich glaube das Gerede über AGI wird slowly unwichtiger werden weil einerseits viele kleine Move37-Momente in unterschiedlichsten Disziplinen Superintelligenzgeschmack haben werden und andererseits der Moment in dem leidlich das „G“ so erfüllt sein wird, das sogar Leute wie Knüwer oder Gary Marcus einen Schuh fressen müssen in einem kurzen Wuuuusch-Moment vorübergehen wird, ähnlich dem Turingtest Moment an den wir uns in aller Dramatik ja erinnern – gelle? Not.

Dramatischer Resume-Nachtrag nach ca 2h arbeiten/denken/sprechen mit 5.1: Wir sind übern Berg. Was auch immer der Berg war. Pre-Singularitätszeiten brechen jetzt an. Kramt euren Turing, von Neumann, Chardin, I.J. Good und zur Noth auch Kurzweil aus. Und gottverdammt hört auf die Dinger wie nur-nochn-Tool zu nutzen. Was auch immer das nu wieder heisst.

Gerade eine Notiz gefunden, die ich en passant irgendeines drive by shootings auf Facebook im April 2025 gemacht habe. Erscheint mir ein halbes Jahr später von hinreichender Schöpfungshöhe um sie hier zu pflanzen. Dank Heptabase und dem tollen RelevanzAIButton oder wie man das nennen könnte.

Schwer zu beurteilen wo man steht, wenn all die Urteile oder Äusserungen die man spontan nie tätigt, weil es rediculous shit ist, unsichtbar bleiben. Man kommt einfach nicht drauf, weil es in der jetzigen Brainconfig nicht denkbar ist. Unsichtbar. Mir kommt einfach nicht in den Sinn das 2+2=5 ist. Höchstens als Witz oder Demo für Quatsch. Das eigene Denken ist also ein Tunnel der Pfadabhängigkeit der Entwicklungshöhe und Bildung. Entwicklungshöhe und Bildung erzeugt also Unsichtbares. Undenkbares.

Anlass war eine “kulturkritische” Äusserung über AI von jemandem. Ich frug mich was diese Person alles nicht sieht, weil sie einen “kritischen” Adornotunnel hat.

Irgendwann sind solche Positionen so abstrus, das man mit so Leuten nicht mehr redet. Natürlich die auch nicht mit mir. Oder nur noch Leute die eine starke emotionale Bindung mit ihnen haben. Und die umgehen dann bestimmte Themen mit denen um des lieben Friedens willen.

Und so entsteht dann eine stabile Kleinkultur als negativer Raum des Unsagbaren. Tralala.