Lalaland

Lalaland: Durch die zunehmende Differenz zwischen exponentieller Entwicklung und zurückbleibender strategischer Einschätzung eine Art Parallelwelt, in der von aussen betrachtet viel Quatsch erzählt wird bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des sozialen Zusammenhalts durch Perpetuierung von ollen Kamellen und Ritualen.

Linkschleuder – 03.11.2026 10:53

Jeder Versuch im Moment die Trajektorie von AI für die nächsten Jahre zu deuten pendelt um die Pole: Ordnung oder Chaos – das ist hier die Frage. Und ob Ordnung nicht die eigentliche Dystopie ist.

2023 habe ich auf Instagram (wegen des timestamps dort hochgeladen) eine Morgenskizze hochgeladen, die eine Phase des Chaos ab rund um AGI prognostizierte. Damals dachte ich das wäre bad. Aber unterdessen denke ich das ist evolutionär der günstigste Verlauf. AGI/ASI plus Ordnung ist eigentlich Trans-Faschismus.

https://www.instagram.com/p/CyBFIblNT34

Nun springt mir heute morgen das Posting von George Hotz zur Seite, in dem er ebenfalls diese beiden Pole gegeneinander abwägt. Ich kann nicht anders als ihm zuzustimmen.

Pray for Chaos

Wahrscheinlich sollten wir unser Forecasting und strategisches Abwägen auf konstantes Chaos gründen und darin Lebensformen individueller und gesellschaftlicher Natur suchen, solange Bekenstein und Bremermann nicht an ihre Grenzen gekommen sind.

Morgendudel

Das Alte nur effizienter machen ist keine adäquate Reaktion auf das was da kommt. Man muss schon höher zielen. Qualitative Sprünge. 10X? 100X? 1000X? Leider kann man die nicht denken, denn das erforderte die eigene Kreativität und Intelligenz zu übersteigen. Man kann nicht schlauer sein wollen als man ist. Auch wenn auf dieser Behauptung ganze Industrien aufbauen. Da kommen wir wieder in die Bereiche rein wo Inter-IQ und cognitive closure relevant werden. Qualitative Sprünge sind möglich, aber innerhalb der Spannbreite von Human1.0.

Letzte Reserven: Abstraktion, Extrapolation, Metacognition.

Bei extrem unterschiedlichen Zukünften segregieren Subkulturen. Zumal wenn Villabajo aus dem Spiel aussteigt und den Centaurenritt konsequent durchzieht. Da wird dann zunehmend nix mehr vermittelbar sein, und paradoxerweise das gleiche Strassenbild für alle bieten. Weil eben alles hinter der Wand stattfindet.

Linkschleuder – 30.10.2026 08:59

2 Links. Einmal die full in the face Erfahrung eines, nun sagen wir „Kleingewerblers“ im SaaS-Bereich, was da gerade mit den Kunden passiert und dann der Versuch einer Antwort von jemand anderem was denn übrig bleibt.

Fundstück 1:

Fundstück 2:

Die Moatliste hier nochmal rausgezogen:

Moat 1: Buyers know and trust you
Moat 2: You’re the system of record
Moat 3: You’re allowed to act
Moat 4: Customers don’t check your work
Moat 5: Someone official already said yes
Moat 6: Everyone’s already in it
Moat 7: Every customer makes you smarter
Moat 8: It’s hard to keep running

Vom Djinn kommentiert und übersetzt:

Abstrakte EbeneWas dahintersteckt
1. VertrauenMan kennt dich und vertraut dir.
2. ReferenzhoheitBei dir liegt die maßgebliche Wahrheit.
3. BefugnisDu darfst nicht nur beraten, sondern handeln.
4. KontrollverzichtKunden prüfen deine Arbeit nicht mehr nach.
5. LegitimationDie zuständige Instanz hat bereits Ja gesagt.
6. NetzwerkbindungAlle sind schon drin. Draußenbleiben kostet.
7. LernrenditeJeder zusätzliche Kunde macht dich besser.
8. BetriebsbeherrschungNachbauen ist leicht. Zuverlässig betreiben ist schwer.

Das lässt sich auch leicht auf weitere Domänen erweitern und generalisieren.

Linkschleuder – 28.10.2026 08:24

Indizienfähige Verbindung zu meinem gestrigen Kassensturz. Nur ein Satz von einem Absolventen der HHU Düsseldorf:

This post is my best advice for junior engineers, though “junior” is the wrong word. It’s really for engineers without social capital, status, or power.

Das heisst in dieser speziellen Domäne Coding bahnt sich eine Verschiebung der Auswahl- und Erfolgskriterien durch den Einfluss von AI an. Relevanzverlust der soften, nicht thematisierbaren, non-meritokratischen Faktoren Macht, Status, soziales Kapital, die zumeist im letzten Entscheidungsschritt den Ausschlag gegeben haben.

Wenn man das als frühen Indikator für die Auswirkungen von AI im gesellschaftlichen Maßstab deutet, dann könnte man daraus invers die Formen der Reaktion aus den Kreisen beschreiben die eben sehr auf Macht, Status und soziales Kapital als Workaround für die doofe Meritokratie angewiesen sind.

Kassensturz

So, nach den drei weiteren Ergebnissen heute Nacht und einem kurzen Snippet von Richard Socher (den nichts hier halten konnte. Warum bloss?!) komm ich innerlich wieder zu meinem Gedanken des digitalen Partikulargerichts zurück.
Abgesehen von der dräuenden Frage: „Was wird aus uns denn unter diesen Bedingungen?“ drängen sich mir einige spontane Fragestellungen zwischen persönlicher Motivik und Epistomologie auf:

Was da zunehmend ganz real wyrd ist eine Analytik der persönlichen Motive, wenn sie nicht auf Wahrheit als Leitcode ausgerichtet sind. Wer in seinem Leben eher auf Geld oder Macht oder andere symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien optimiert hat wird transparent für andere. Das heisst das diese Medien nicht wirkungslos werden, aber transparent(er). Ich weiss, Hypothese. Vielleicht auch Hoffnung. Bestenfalls die Chance eine Utopie zu realisieren, die so alt wie die Aufklärung ist.

Das Socher-Snippet: „People underestimate the crazy complex combinatorial space of already existing ideas.“

Die Tür zu diesem crazy combinatorial space, der durch die parallele Verfügbarkeit allen Wissens per AI zur Verfügung steht, wird in den nächsten Monaten in allen Wissenschaften langsam und dann immer schneller in einer Rückkopplung geöffnet werden.

Ob Populisten, Wellenreiter oder Bullshitter: sie alle sollten AI fürchten. Tun sie wahrscheinlich auch und werden versuchen das unter ihre Kontrolle zu bekommen. Siehe Eric Schmidt mit der Begriffsbildung AI sei eine „Imperiale Technologie“. Schauder. Dystopie on steroids.

Da setz ich all mein Hoffen auf die unaufhaltsame Rückkopplung im combinatorial space, die vielleicht Platons philosopher king etablieren könnte.

Disclaimer wie immer: hingedudelte Morgengedanken, vom cognitiven Djinn der eigenen Wahl aufdröselbar. Mach ich NACH dem Schreiben auch immer. Vielleicht springt er ja auch hier in die Kommentare. Guten Morgen!