Mrz 192015
 
4-4-13-6

Herrlich. T.B. aus D. fragt sich auf F.B. bezüglich dieses schalen Sehrkurzhyperkritikbeitrags  von DeutschlandRadio Kultur (really?) “Warum ist die Welt nur so langweilig.”

Man kann die Eigenschaft “langweilig” auch anders deuten. Eine risikoarme Medienroutine ist Zeichen der Überforderung die angerissenen Metaebenen nicht betreten zu wollen. Minenfeld. Da muss erst aus der Chefetage was kommen. Der Praktikant wird sich hüten geistreich sein zu wollen, auch wenn er im Studium mit Vlusser, McLuhan oder sogar Luhmann brilliert hat.

Mrz 182015
 

Ein wichtiger Akt der Paranoisierung der Öffentlichkeit, insbesondere der klassischen Medien und des Internets. Noch ein paar weitere dieser Aktionen und wir werden dazu erzogen alles zu hinterfragen und uns zwangsweise mit Fehlschlüssen, Plausibilitäten, versteckten Agenden bis hin zu Geostrategie und Co auseinanderzusetzen. Unter Druck – in diesem Fall der erzwungene Verlust von medialer Glaubwürdigkeit – gibt es zwei Möglichkeiten: Transformation oder Regression. You choose.

Natürlich bin ich mir im klaren darüber das der Fake ein doppelter sein könnte. Und eben darum dreht es sich. Komplette Paranoisierung aller Quellen und Erziehung zum Denken.

Feb 132015
 
4-4-13-6

Markus Spath hat meinen Tweet instinktiv richtig (zumindest fühle ich mich verstanden) getagged: “system theory”. Die Vorgeschichte ist ein Gedanke, der mich seit ein paar Tagen belästigt: Das man selbst der erste Kommunikationspartner in der Dyade Alter – Ego ist. Man ist selbst der erste, der die aufplöppenden Gedanken, Sprachfetzen innerhalb des psychischen Systems sinnhaft prozessiert. Den nächsten Schritt, sie in einer gesellschaftlichen, externen Kommunikation weiter zu verbreiten würde man nicht anstrengen, wenn nicht in der ersten Dyade ein Gefühl der Sicherheit, Gewissheit, eben besagte Kontrollillusion zustande gekommen wäre. Diese wird nur weiter zementiert, indem sie in die große weite Welt hinausgetrötet wird. Das es nur eine Kontrollillusion ist, wissen all die Hansel, die an ihre mageren Anschlussangebote Macht- und Sanktionsandrohungen hängen, wie zB wer XYZ sagt, wird entfriendet (oder beschimpft, oder …). Wer den Pathos der eigenen Meinungs-Kontrollillusion spürt, muss den Stil schrauben, noch mehr produzieren oder drohen.
(Aus ähnlichen Gründen ist mega-produktiven Outputanten wohl auch mit Mißtrauen zu begegnen. Kontrollillusionsrausch durch Outputmaximierung.)
Übrigens finde ich das Kunst auf dieser inneren Dyade von Alter und Ego aufsetzt, ohne weitere externe Kommunikationen zu suchen. Der Kunstschaffende bestätigt die innere Schleife Alter-Ego, stellt seinen Kram hin, sagt Arschlecken und lässt dem Ding seinen Lauf. Der Rest ist dann die Kunst der Gesellschaft und somit eine andere Angelegenheit.
(Uff, zum Glück hab ich die Kommentare schon vor 2 Jahren abgestellt. ;-) )

Jan 122015
 
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Der feine Unterschied verliert, wenn er gut einsozialisiert ist, nie seine Strahlkraft – auch nicht an der Brottheke. Während die Mittelschicht sich mit flüchtigem Augenkontakt und aufmerksamer Beobachtung der chronologischen Meriten in der Reihenfolge der Bedienung versichert, marschieren Upperclass-Angehörige mit unverbindlichem Dauerlächeln, starrem Zielblick, wattiertem Breuninger-Mantel und schütterem, dennoch hochtüpiertem Blaugrauhaar direkt auf die Schwachstelle an der Theke zu. Das ist Instinkt, Reflex, nicht irgendeine bewusst eingesetzte Hierarchie-Kata mit schmutzigem Durchsetzungsmief. Durchsetzen praktizieren nur Rudeltiere. Die Ausbildung des inneren Rommel beginnt jedoch unter Bedingungen, die sich nicht explizit einüben lassen. Implizite Fertigkeiten werden expliziten immer überlegen sein. An der Brottheke wird man sie noch herausfordern können. Aber in gesellschaftlichen Umbruchprozessen, wo die hochgerechneten, zielorientierten, wattierten Blaugrauhaarigen schmallippig widerlächeln werden, steht zu befürchten, dass das Gesellschaftsbrötchen mit Mitteln verteidigt wird, die eher mit Metzgertheken zu tun haben werden.