Mrz 212012
 

Einem Buch, Text, Dokument wohnt stilistisch auch die Unwahrscheinlichkeit der Begegnung inne. Das Entree muss erwärmen, überzeugen. Facebook, ein langjährig geführter Blog oder andere Medien sind unendliche Gespräche die eigentlich kein Entree weder stilistischer noch designerischer Natur benötigen. Wir werden miteinander weiterreden wider die Rationalität, wider die verrrutschten Gesten und wider den Geist des Verlustes, der sich im post-xyz manifestiert. Denn im Weitermachen glauben wir an die utopischen Kristalle des Prae. Ich werde euch nicht los, ihr werdet mich nicht los. So sind die Zeiten. Die Noosphäre ist schon längst Alltag.

Mrz 212012
 

Manna ist vor 6 oder 7 Jahren zuerst im Blog von Marshall Brain erschienen. Vor ca 2 Jahren durfte er dann auf einem der Singularity Summits einige der Fragen, die keiner der technoiden Lineardenker auf Exponentialdroge aus dem Umkreis Singulartity Institute je angerührt hatte vortragen. Ergebnis: Schweigen. So wie in: öööh. Soviel IQ und soviel Dumpfheit. Aber nun scheint jemand den Text über IEET wieder hochzuhieven. In Systemen und Rückkopplungen und anderem Dreck zu denken ist kurzweiligen “Denkern” nicht eigen. Sie schlucken ihre Portion S-Kurve und überlassen die Folgen dem Pöbel. Das sich beschleunigende Technologien ein massives ökonomisches und Machtproblem durch die globale technologisch beförderte Inequality erzeugen dämmert da einigen Apologeten erst slowly. Eine kleine Prise soziologischen Denkens scheint Peter Thiel langsam auch zu schlucken, wenn man das Interview mit Fukujama (ja – DER Fukujama) zwischen den Zeilen auswringt. Uhh – und in Thiels Gegenwart fiel der Name Polanyi. Ts ts…

Marshall Brain: Manna

Interview mit Peter Thiel durch Francis “nix history” Fukuyama

Mrz 162012
 

Kleine Spontanimpro über ein Motiv von Saurier Duval.

Wenn ich ein Musikstück einstudiere bezeichne ich die unfertigen Stadien nicht mit Post-Unfähig, sondern bin immer auf ein Werden gerichtet, lebe und arbeite also aus einem Pre-Bewusstsein. Das ist die Freude des Schaffens und macht die gesamte Motivation hin auf ein Ziel aus.

Im Gegensatz dazu schaue man sich die gängigen Bezeichnungen in Philosophie, Soziologie und gesellschaftlichen Diskursen an: Es wimmelt von Post-xyz. Man definiert nicht aus dem Bewusstsein eines hin-zu, sondern aus dem passiv konstatierten Verlust eines affirmativen Zustandes.  Sollte unsere  Sprache nur ein bischen daran beteiligt sein wie wir unsere Welt ent-decken, dann gehört diese Post-Denke zu einem Filter, der das schöpferisch Neue für uns unsichtbar macht. Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang – you choose.

Feb 082012
 

Die Qualität der Circles, der Freunde, der Follower ist ein direkter Spiegel der Persönlichkeit. Die wertenden Kommunikationen darüber ebenfalls. You get what you are. Zumal in den immer längeren Zeitspannen sich statistische Effekte und Schleifen bemerkbar machen werden, die ein wie immer beschreibares Niveau herausmendeln werden, das nur durch gezielte Brüche und Selbstprovokationen up oder down transformiert werden können. To speak 4th-wayig: Schocks. Kommunikative Schocks. Insofern setzt die aktive Nutzung des Netzes den Willen zur Selbstentdeckung voraus. Wer das nie gesucht hat, wird entweder altes Kommunikationsverhalten prolongieren oder sich da raushalten, aber trotzdem versuchen mitzureden. Paradoxer Mist an den Schorfrändern wo sich On- und Offline berühren. Impro Ende.

Feb 012012
 

Eine gewisse Anzahl von Lautsprechern erwacht gerade schweissgebadet aus dem feuchten Traum eines Bloggers um 2005, der davon träumt wie auf wundersame Weise aus Aufmerksamkeit Macht wird. Nur ist Aufmerksamkeit leider kein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium. Geld, Macht, Recht, Liebe – ja. Aber Aufmerksamkeit? Das kann auch nur jemand träumen, der sich bei Dschungelcamp die Nägel abkaut oder glaubt HTML wäre eine Programmiersprache. Die Verkennung von Mechanismen jenseits aller Kompensationen von Aufmerksamkeit führt zu einer ständigen Unterschätzung sozialer Dynamiken, die nicht in C abbildbar sind. Diese ständige Unterschätzung der sozialen und kognitiven Fähigkeiten ist leider seit der Erfindung des Ottomotors das autoerrektive Merkmal eines Geeks (früher hiess das Bastler). In politischen, gar machtpolitischen Belangen ist das allerdings der goldene Schuss in den Fuss.

Wenn das geliebte Objekt der Identitätsfindung schliesslich wie in jeder erfolgreichen, technologischen Verbreitung ubiquitär wird, dann, ja was dann?? Die smarteren stellen sich an die Spitze der Böwögong. Die weniger smarteren werden freakig und lernen C rückwärts. Die opportunistischen dienen sich der Funktionselite an. Der Rest brütet dumpf in seinen Club Mate rein.

Jan 312012
 

Und alle tun so als ob sie eine kleine Zeitung wären. Leider kann man in diesen Zeiten noch nicht mal eine Fisch darin einwickeln. Stinken tuts trotzdem. Und das liegt am Geruch des Als-Ob. Aufgetragene Kleider werden nicht dadurch besser das sie nachgeschneidert werden. Aufgeregt gackernd die aufgetragenen Kleider der Herrschaften zelebrieren. Herrschaftszeiten nochmal.

Jan 302012
 

Muss das mal schnell raushauen, weil es so schön dissonant kommt. Die wirklichen Adressaten dieses netten Artikels von MdB Ansgar Heveling sind doch nicht die Menschen die sich gerade darüber aufregen, sondern die, die gerade roten Wangen bekommen, weil da ein junger, dynamischer Mensch sie versteht. Der muss (ha! nein der will) ein Direktmandat bekommen!

Ich finde es erstaunlich das die, die sich immer so medienflott geben, so einen Text nicht machtpolitisch und doppelagendamässig reverse engineeren können. Leider hängt von diesem Manko, machtpolitisch analysieren zu können unsere Zukunft ab.

Die Restauration läuft und sucht sich ihre Stimmen. Die alten Herren im Hintergrund hören zu und suchen sich ihre Frontkasper. Rede jetzt, sofort!

Nachtrag: Wenn ein analytischer Leser diesen Artikel (nooo link) klar als Bewerbungspitch erkannt hat, stellt sich die interessante Anschlussfrage: Für welchen Posten und warum exakt jetzt?

Nachtrag 2: Jetzt hat dä Lumma es auch geschnallt http://lumma.de/2012/02/01/ansgar-heveling-hat-recht/

Jan 292012
 

Durch den Dressurakt der Perpetuierung alter massenmedialer Routinen praktizieren mittlerweile Horden pseudosozial agierender Teilnehmer in diesem Netzdings so eine Art dystopischer Erosion am utopischen Potential dieser Superkiste.

Vorläufige Liste der täglichen, rückwärtsgewandten Reflexe:

  • Eigene Postings liken, plussen.
  • Teasertexte auf reisserischem Bildniveau
  • Terminen zusagen, Hauptsache man ist auf einer Liste
  • Me too Kommentare
  • Eycatchende Fotos aus public domain Quellen mit 2pt-Quellangabe unter eigenem Account veröffentlichen
  • Huch-ich-bin-interviewt worden Tweets
  • x Thesen- oder Manifeste-Postings
  • Bloggen mit Vorankündigung (Morgen schreibe ich dazu was…[Steigerung: ...vielleicht])
  1. Die Leute dressieren sich selbst durch zwei einfache Feedback-Regeln: Die Kommunikation darf um keinen – KEINEN – Preis abbrechen und
  2. alles was einer Adresse zugeordnet werden kann, muss maximiert werden, früher auch bekannt unter dem Begriff “Einschaltquote”.

Warnung: Wenn der Hinweis auf ein Symptom als erste Reaktion einen Schwall von tu-quoques hervorbringt, sollte das ein Zeichen dafür sein, das es hier was zu entdecken gibt.

Jan 112012
 

Macht man sich einen fachlichen Wortschatz zu eigen, werden bestimmte Verhalte nicht mehr sagbar, andere hinwieder schnurren wie von selbst unter das geneigte Publikum. Die Blindheit, die jede markowsche Kette erzeugt, ist der Preis für ein bischen Gemeinschaft, Rhythmus, und den Abglanz einer ästhetischen Illusion.

Jan 032012
 

Was mich fasziniert ist die in Serie (Mehrin, Guttenberg, Chatzimarkakis, Wulff…) dargestellte “Professionalität” und Coolness im “Umgang” mit Massenmedien im Moment der Präsenz, on the spot, vor der Kamera, vor dem Mikrofon. Da liegt eines der deutlicheren Leitsymptome, das uns in Zukunft jedes Gesicht aus dem polititischen Dunstkreis verleiden wird.

Dieses Symptom hat zwei Enden. Das eine weist auf die Schnittstelle zu den Medien, das andere auf die Agenda, die sich nicht aus der einzelen Person, sondern aus einem dahinterstehenden Interessengeflecht ergibt. Beide Enden fusionieren in einer charakterlich disponierten Person, die kaum Angst und eine niedrige Schuld- und Schamschwelle gerade in der Öffentlichkeit hat. Langsam müsste aber dieses Muster auch jedem Bildleser auffallen. Soziologen allerdings zuletzt.

Dez 222011
 

Uhren kann man bewundern. Uhren kann man auseinandernehmen. Uhren kann man begreifen. Die Zeit kann man teilen. Die Konzepte der Teilung abwägen. Die Zeiger bewundern. An den Moment glauben, in dem die Spitze eines Zeigers das eigene Dasein beglaubigt.

Oder zurücktreten, das Spiel beschreiben, auf die Zeiger zeigen und das Blatt in Flammen aufgehen lassen.

Dez 192011
 

Das gesellige Sein wälzt sich durch die Jahrhunderte, treibt glühenden Stahl vor sich her über Wiesen. Nicht unterscheidend ob Brand oder Blüte. Kein Auge hört nie.

Dez 162011
 

Das geistige Leben eines Phänotyps schöpft seine Fülle aus der Frage ob ein Grund gefunden werden kann, oder ob die schwelende Erinnerung einer tiefen Erfahrung den Grund für die Vision bildet. Qualitativ weitermachen  kann nur, wer dieser Sehnsucht oder jenem Schmerz folgt. Das endlose Gespräch lebt aus dem Reflex auf diese Pole. Das Universum ist die größtmögliche Projektionsfläche für diesen Schmerz und diese Sehnsucht.

Dez 132011
 

Wie führt (?) man heute Gespräche jenseits der Fakten, die zu einem Erkenntnisgewinn, gar einer ektropischen Transformation – sei sie auch neurologisch noch so gering – führen, wenn selbst am Pommesbudennebentisch die gleichen Fakten verschoben werden? Wo ist der kommunikative Gradient der so unwahrscheinlich ist, das das Gesagte gesagt werden musste? Mit welcher Äusserung begründe ich die Unwahrscheinlichkeit meiner Existenz und die Komplexifizierung (#Teilhard) der Zukunft? Wie müssen wir reden um den GoldmanSachs Horizontverhinderern ein komplexes, evolutionäres Schnippchen zu schlagen?