Die Qualität der Circles, der Freunde, der Follower ist ein direkter Spiegel der Persönlichkeit. Die wertenden Kommunikationen darüber ebenfalls. You get what you are. Zumal in den immer längeren Zeitspannen sich statistische Effekte und Schleifen bemerkbar machen werden, die ein wie immer beschreibares Niveau herausmendeln werden, das nur durch gezielte Brüche und Selbstprovokationen up oder down transformiert werden können. To speak 4th-wayig: Schocks. Kommunikative Schocks. Insofern setzt die aktive Nutzung des Netzes den Willen zur Selbstentdeckung voraus. Wer das nie gesucht hat, wird entweder altes Kommunikationsverhalten prolongieren oder sich da raushalten, aber trotzdem versuchen mitzureden. Paradoxer Mist an den Schorfrändern, dort wo sich On- und Offline berühren. Impro Ende.
Soziologie
Nur so
Eine gewisse Anzahl von Lautsprechern erwacht gerade schweissgebadet aus dem feuchten Traum eines Bloggers um 2005, der davon fieberte wie auf wundersame Weise aus Aufmerksamkeit Macht wird. Nur ist Aufmerksamkeit leider kein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium. Geld, Macht, Recht, Liebe – ja. Aber Aufmerksamkeit? Das kann auch nur jemand träumen, der sich bei Dschungelcamp die Nägel abkaut oder glaubt HTML wäre eine Programmiersprache. Die Verkennung von Mechanismen jenseits aller Kompensationen von Aufmerksamkeit führt zu einer ständigen Unterschätzung sozialer Dynamiken, die nicht in C abbildbar sind. Diese ständige Unterschätzung der sozialen und kognitiven Fähigkeiten ist leider seit der Erfindung des Ottomotors das autoerrektive Merkmal eines Geeks (früher hiess das Bastler). In politischen, gar machtpolitischen Belangen ist das allerdings der goldene Schuss in den Fuss.
Wenn das geliebte Objekt der Identitätsfindung schliesslich wie in jeder erfolgreichen, technologischen Verbreitung ubiquitär wird, dann, ja was dann?? Die smarteren stellen sich an die Spitze der Böwögong und werden Gatekeeper. Die weniger smarteren werden freakig und lernen C rückwärts. Die opportunistischen dienen sich der Funktionselite an. Der Rest brütet dumpf in seinen Club Mate rein.
Markovs Hölle
Macht man sich einen fachlichen Wortschatz zu eigen, werden bestimmte Verhalte nicht mehr sagbar, andere hinwieder schnurren wie von selbst unter das geneigte Publikum. Die Blindheit, die jede markovsche Kette erzeugt, ist der Preis für ein bischen Gemeinschaft, Rhythmus, und den Abglanz einer ästhetischen Illusion.
Uhren
Uhren kann man bewundern. Uhren kann man auseinandernehmen. Uhren kann man begreifen. Die Zeit kann man teilen. Die Konzepte der Teilung abwägen. Die Zeiger bewundern. An den Moment glauben, in dem die Spitze eines Zeigers das eigene Dasein beglaubigt.
Oder zurücktreten, das Spiel beschreiben, auf die Zeiger zeigen und das Blatt in Flammen aufgehen lassen.
Arbeitsmoral und Netzwerkgesellschaft
Wenn der protestantischen Arbeitsmoral ein lineares Dampfmaschinenmodell zugrunde liegt, welche Arbeitsmoral gehört dann zur nichtlinearen Netzwerkgesellschaft?