NFL Beobachtungen

In der Liste der Fehlkommunikationen in sogenannten Social-Media-Dingens der letzten Jahre scheint sich trotz oder gerade wegen Beratung eine komplizierende Faildynamik einzuschleichen. Während vor ein paar Jahren die Beispiele noch ziemlich simple Fails der robusten Sorte waren, weil im Prinzip am anderen Ende niemand an der Leitung war, geht da jetzt jemand ran, dem Berater erzählt haben das man bei Twitter und Facebook zu sein hat, und löst Kaskaden aus die unendlich komplizierter werden. Die kommunikative Kontingenz wird also gerade erst doppelt ohne schon über Mechanismen oder Organisationsformen zu verfügen, die diese Komplexität reduzieren zu können. Arrrgs² oder auch Fail² sind also vorübergehend garantiert. Erst wenn sich die Organisationen oder die Köpfe verändern, wirds wieder weniger popcornträchtig.

Kurze Zwischenerkenntnis

Anlässlich eines Artikels in der FT über Watson (IBM), auf den man nicht gut verlinken kann, dafür aber umso besser auf dieses kleine Blog hier.

“If I read one article every night, all year, that was relevant to my practice, at the end of the year I’d be 10 years behind the current information,” says Martin Kohn, chief medical scientist at IBM Research. “We just can’t keep up.”

Mein kleines, launiges Lemmata Lemma dazu: Aufn Punkt gebracht. Aber es gibt dann in allen Disziplinen jemanden dessen Klappe groß genug ist, um die Behindness mit Power zu kompensieren. Je größer der uneinholbare Wissenszuwachs in einer Disziplin, desto größer der potentielle Arschlochfaktor. Das gilt für Medizin genauso, wie in den sprachlichen Schleudertraumadisziplinen Soziologie und Philosophie. Vielleicht gerade dort. Ein Mediziner hat ja noch die Möglichkeit eine Blutung zu stillen…

Caveat emptor, Mutter, der Käufer muss aufpassen!

Und das gilt nicht nur für Hühnerfutter. Es galt in geistig globalem Ausmaß für den gesamten Ideenraum des Vortrags in der MDH. Irgendwo bei Minute Umfpzig habe ich deutlich gesagt: Zukunft findet in unserer Vorstellung statt. Das ist das Caveat, das immer gerne übersehen wird. Klügelnde Diskussionen gehen immer von der unterstellten Faktizität zukünftiger Szenarien aus und laden ihre Sophismen aus dieser unterstellten Unterstellung nach. Its contingent, Baby, aber notwendig. Nichts mehr, aber viel zu selten. Aber wer gar keine Zukunft im Kopf hat, hat auch keine Zukunft (oder hat sich die van de Weteringsche goldene Kugel gegeben).

Vom Umgang mit der Zukunft from Tim Bruysten on Vimeo.

Kardashev und Barrow-Scale, Folien und Posting

Und hier gibts noch mehr davon: Waaaavetank!

Die Luderlandschaft Wissensgesellschaft

Eine Frage die mich in letzter Zeit hin und wieder empfindlich anrührt, wie Sandpapier das im Dunkeln eine wunde Stelle streichelt: Könnte es sein, das im freien Umfeld der hach so gelobten Wissensgesellschaft der Soziopath/Psychopath noch viel besser wildern kann als in Hierarchien, wo der subkriminelle, angepasste Psychopath ala Hare normalerweise verortet wird?

Dispositivinfektion

Mit Dispositivinfektion möchte ich in Zukunft Versuche bezeichnen, in denen Angehörige, Aufsteiger oder Überläufer alter Medieninstitutionen ihre Mediensozialisation in neue Verbreitungsmedien infektionsgleich einschleppen. Das kann vom „Magazindesign“ bis in den rethorischen Gestus oder die Tricks Aufmerksamkeit zu erzeugen reichen. Überhaupt dünkt es mich verdächtelnd, das die Mikrogesten der Parasprache mit all ihren sublimen Machtansprüchen diese freundlichen Medienblutgrätschen am perfidesten befeuern. Wes Brot ich aß, des Lied ich summen werde.

#Hangout mit Medienfuzzis

Stilistische Beobachtungen

Wie formuliere ich auf Facebook, in G+ oder im Blog so, das eine optimierte Anschlussfähigkeit (Neusprech für viele Likes, Teilen, viele Kommentare, etc weiter weiter) dabei rum kommt?

*Offen, nachdenklich, subjektiv, vorläufig
*Massiv konträr
*Touch des Vorläufigen
*rethorische Schlussfrage: Was meint ihr?

In den Kommentaren von Alphabloggern oder Kloutkönigen:

*zwingende Rückfragen

Erosion des kanonischen Textes. Irgendwann kriegt die Strasse jeden.
(Und auch dieser Text ist nebenbei entstanden und ich mach mir keinen Kopp – its over, Rilke.)
(Entwurf von 14:01, den ich freigeschaltet habe, weil Thorsten Breustedt im G-Hangout ähnliche Beobachtungen äusserte).