Das Alte nur effizienter machen ist keine adäquate Reaktion auf das was da kommt. Man muss schon höher zielen. Qualitative Sprünge. 10X? 100X? 1000X? Leider kann man die nicht denken, denn das erforderte die eigene Kreativität und Intelligenz zu übersteigen. Man kann nicht schlauer sein wollen als man ist. Auch wenn auf dieser Behauptung ganze Industrien aufbauen. Da kommen wir wieder in die Bereiche rein wo Inter-IQ und cognitive closure relevant werden. Qualitative Sprünge sind möglich, aber innerhalb der Spannbreite von Human1.0.
Letzte Reserven: Abstraktion, Extrapolation, Metacognition.
Bei extrem unterschiedlichen Zukünften segregieren Subkulturen. Zumal wenn Villabajo aus dem Spiel aussteigt und den Centaurenritt konsequent durchzieht. Da wird dann zunehmend nix mehr vermittelbar sein, und paradoxerweise das gleiche Strassenbild für alle bieten. Weil eben alles hinter der Wand stattfindet.
So, nach den drei weiteren Ergebnissen heute Nacht und einem kurzen Snippet von Richard Socher (den nichts hier halten konnte. Warum bloss?!) komm ich innerlich wieder zu meinem Gedanken des digitalen Partikulargerichts zurück. Abgesehen von der dräuenden Frage: „Was wird aus uns denn unter diesen Bedingungen?“ drängen sich mir einige spontane Fragestellungen zwischen persönlicher Motivik und Epistomologie auf:
Was da zunehmend ganz real wyrd ist eine Analytik der persönlichen Motive, wenn sie nicht auf Wahrheit als Leitcode ausgerichtet sind. Wer in seinem Leben eher auf Geld oder Macht oder andere symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien optimiert hat wird transparent für andere. Das heisst das diese Medien nicht wirkungslos werden, aber transparent(er). Ich weiss, Hypothese. Vielleicht auch Hoffnung. Bestenfalls die Chance eine Utopie zu realisieren, die so alt wie die Aufklärung ist.
Das Socher-Snippet: „People underestimate the crazy complex combinatorial space of already existing ideas.“
Die Tür zu diesem crazy combinatorial space, der durch die parallele Verfügbarkeit allen Wissens per AI zur Verfügung steht, wird in den nächsten Monaten in allen Wissenschaften langsam und dann immer schneller in einer Rückkopplung geöffnet werden.
Ob Populisten, Wellenreiter oder Bullshitter: sie alle sollten AI fürchten. Tun sie wahrscheinlich auch und werden versuchen das unter ihre Kontrolle zu bekommen. Siehe Eric Schmidt mit der Begriffsbildung AI sei eine „Imperiale Technologie“. Schauder. Dystopie on steroids.
Da setz ich all mein Hoffen auf die unaufhaltsame Rückkopplung im combinatorial space, die vielleicht Platons philosopher king etablieren könnte.
Disclaimer wie immer: hingedudelte Morgengedanken, vom cognitiven Djinn der eigenen Wahl aufdröselbar. Mach ich NACH dem Schreiben auch immer. Vielleicht springt er ja auch hier in die Kommentare. Guten Morgen!
Der nächste Schritt (abendfüllendes Programm), besteht also darin in einer Situation ständiger unvollständiger Information die strategisch relevanten Differenzen zum tatsächlich Möglichen auszumachen. Oder wie ich tweetete:
Was aber, wenn die Diff nicht möglich ist, weil die A-Leute weg sind und die tägliche Diff aus der sumpfigen Differenz zu B-Leuten besteht? Schwierige Denksportaufgabe. Anknüpfungsdomaine: Business Intelligence.
Was für mich heute morgen erstmal hängenbleibt ist, das der strategisch gefährlichste Effekt eines selektiven Braindrains nicht der Verlust von Intelligenz ist, sondern der Verlust der Fähigkeit, den eigenen Kompetenzverlust zutreffend einzuschätzen.
Und das muss kompensiert werden. Deswegen wird unter den beschleunigten Bedingungen und der nicht besser werdenden Nachrichtenlage Metacognition immer wichtiger. Glaub dir selbst nicht jeden Scheiss den du denkst! Und ehemaligen PR-Beratern, die sich aus der Provinz zu AI äussern erst recht nicht.
Fortsetzung folgt. Garantiert.
Nachtrag: Während wir hier 2007 stolz aufs Bloggen waren und uns am Avantgardefeeling besoffen haben, machte der Typ da oben seinen Abschluss an der Düsseldorfer Uni. Im Prinzip hätten wir uns also begegnen können. Da liegt auch noch ein tieferer Gedanke drin. Ala Barabas oder Duncan Watts. Auch das Andreas Stuhlmüller hier mal im gleichen Jahr auf der Terrasse sass ist son fieses Detail.
Exegesetip falls das zu komprimiert ausgefallen ist: in den Blechkollegen der Wahl werfen und um Erklärung bitten.
Gerade aufgeschnappt: Andrew Curran bemerkt en passant einem der letzten Blogposts von Jack Clark (wenn man den Namen nicht kennt, bitte als Indikator für etwas nehmen) das er eigentlich schon seit langem ein 2027er wäre. Hm. Muss gestehen das ich auch schon lange in dem Lager bin. 2028 geht vielleicht auch noch. Aber danach? Schwierig, wenn man RSI unterstellt. Dann müssten böse Sachen passieren, um einen global verteilten exponentiellen Prozess so zu stören, das er zum Stillstand kommt. Sorry. Unglaublich, ich weiss.
Mir schwant das weite Kreise derer, die sich beruflich mit Zukunft positionieren einer schweren Verwechselung zum Opfer fallen. Beziehungsweise diese Verwechselung zum ideologischen Tabu machen müssen: Zukunft wird mehr oder weniger identisch gesetzt mit (kapitalistischer) Konkurrenzfähigkeit. In der kapitalistischen Praxis mag das brutal stimmen. Im Möglichkeitsraum der Menschheit nicht. Weswegen dann oft Utopie zu sonem verdinglichten Kram runtergesudelt wird. In so Begrifflichkeiten wie „fit für die Zukunft“ steckt eigentlich schon alles. Wenn die Chinesen so weiter machen, dann werden die aus einer unterschiedlichen Deutung von Zukunft zu einem ernsten Legitimitätsproblem für den Westen.
Je besser die Memoryfunktionen der Djinns werden, desto weiter entfernen sich die unterschiedlichen Exobrains voneinander. Mein Chat ist nicht dein Chat, ist nicht Willis Claude. Und nicht jeder wird den Unterschied zwischen Transformation und Translation erforschen wollen, geschweige denn provozieren um eine potentielle Rückkopplung ins eigene mentale Fleisch zu versuchen.
Die Introjekte werden wachsen, integriert werden, Differenzen verstärken, Muskeln verkümmern lassen oder hypertrophieren. Until…F.f.