In Moore we trust!

Alle Wortschieber, Plausibilitäts- und Wissensarbitragegewinnler werden erst aufwachen, wenn der Hartz4-„Berater“ ihnen den 1€-Job im Schlachthaus aufdrängt.
Vor 2 Jahren war Watson noch so groß wie selbiges Schlachthaus und Soziologen durften schmunzeln und mit elaborierten Argumentationen re Intelligenz abwinken. Nettes Spielzeug. Heute – ach sagen wir doch gestern – nun:

„…and a reduction in the system’s physical requirements by 75 percent and can now be run on a single Power 750 server.“

Tja, und den gibts schon für 36000 Dollarchen oder zur Miete für ca 1000 im Monat.

Hier könnte nun eine Liste all der Berufe und Tätigkeiten stehen, die von derartiger Text- und Sprachverarbeitung betroffen sein wird. Aber wir wissen ja alle:

  • Spinnkram
  • Klappt doch nie!
  • Meine Güte, Sie haben Probleme!
  • Sie lesen wohl zu viel Science Fiction!
  • Was kommt denn im Fernsehen?
  • Aber Luhmann hat doch bewiesen…!
  • (Irgendwas mit dem glasigen Verstehensblick eines Mänägers)
  • (Die Feinstüberschrift verdanke ich Rainer Wasserfuhr. Merci)

    Oneirosphäre

    Oneirosphäre ist extreme Privatheit mit sehr analogen Mitteln. Huch, das Wort kennt Google noch nicht. Check.

    SETI ist doch nur für Spinner, oder: Are you ready?

    Davos ist beileibe nicht bekannt als Tanzboden für Alufolienträger. Was mich jedes Jahr erstaunt ist die Weitsicht für die globalen Risikofaktoren, die es dort auf die globale Risikoliste schaffen. Letztes Jahr: Inequality. Klar sieht das die FDP bestimmt anders, aber mein nichtvorhandener Dackel hat ja auch eine interessengestützte Meinung. Soll er.
    So, und dieses Jahr hat man neben den üblichen Risiken noch 5 X Factor Risks ausgelistet, die potentielle totale, massive, dis… [ahhh not the dis-word! „game changer“ innerhalb der nächsten 10 Jahre sein könnten. Auf dieser Liste stehen seltsamerweise Sachen die Tante Berta, Onkel Willi und Sachbearbeiter Meier aus der L7 niemals mit der mentalen Kneifzange anpacken würden.

    Wenn die sich da im verschneiten Davos (Davos ist doch immer verschneit, oder?[Frozen in Föjetong-time sozusagen]) Sorgen über die Folgen der Entdeckung von Alien Life Forms machen, fühl ich mich aufgefordert, nein gezwungen nochmal auf einige Vorträge meinerseits zu diesem Themenumkreis hinzuweisen. Hier das Video zu dem vor 3 Wochen stattgefunden habendenden:

    In der nachfolgenden Diskussion (die ich leider abgeschnitten habe – rats!) wurf ich den in SETI-Kreisen allgemein akzeptieren Fakt ein, das jede Zivilisation die wir finden werden ca 1,5 bis 8 Wochen Jahre Jahrtausende Millionen Milliarden Jahre älter sein wird. Schluckt das!

    Resonanz durch Ignoranz plus Vision

    Die alte Netzregel, das wir selbst unsere Filter sind findet so ihre Manifestierung:
    Hast Du Vision -> hast Du Filter -> hast Du methodische Ignoranz -> gehst Du in Resonanz. Nicht mit allen und auch nicht mit planbaren Individuen.
    Umkehrung: Keine Vision -> kaum Filter (oder säugetierisch niedere) -> Stress -> viele „Freunde“.

    Erstaunliche Resonanz

    Kaum verweigert man sich den Kuschelatavismen im Netz geht der Traffic durch die Decke und man bekommt auf genauso atavistischen Kanälen (Dampfmail) Fragen gestellt, die leicht, hm riechen. Nein, ich hab keine Krise. Ausser die übliche 21.Jahrhundertdauerkrätze. Und das das hier ohne Kommentare kein Blog mehr ist, ist mir so… so… boah.

    Als alter Sack darf ich mal aus vergilbten Texte zitieren, in diesem Fall aus dem Jahre 2004 aus eigener Tastatur. Damals noch mit leichtem Tomatenmark- und Kaffeebelag:

    Aber es geht ja nicht um Blogs. Es geht um den Bereich, den man öffentlich macht und damit um „personal publishing“. Darauf läufts hinaus. Und da wäre das Endziel, das alles was ich zum öffentlichen Teil meines geistigen Lebens erkläre instant jedem auf Terra potentiell zur Verfügung steht. Ohne das mir die technischen Vermittlungen sichtbar sind. Ob chronological reverse, statische Webseiten, gepelptes Pupsen oder XML: Einzig die bewusste Entscheidung etwas als öffentlich zu erklären wird in Zukunft auffallen. Die Identifikation mit pMachine, MT, WordPress, Mambo oder Säbelzahntigerfelle ist prähistorisches Stammesdenken ohne Sinn für evolutionäre Horizonte.

    Das Werkzeug muss morphen, sonst wird das alles ein großes, schales ALS OB. Alle tun so als ob sie ein Medium wären, als ob sie etwas zu sagen hätten, als ob sie „kritisieren“ könnten (gaanz wichtig im 20. Jahrhundert). Aber das löst sich alles auf. Vielleicht gut so.

    Was am Horizont rumwabert:

    Watson oder andere Werkzeuge, die da noch kommen gefährdet alle Textproduzenten. Was wird gefährdet? Der Gestus. Die Plausibilitätsmaschinerie. Stile. Selbstversicherungen. Plagiate sowieso. Das semantische Netz wird eine Laubsägearbeit dagegen sein.

    Tip: Mal den Menupunkt „Verbreitung“ bei jedem geteilten Posting auf Google+ anschauen und nachdenken. Hochrechnen. Auf jedes noch so kleine Textfitzelchen anwenden.

    Was bleibt? Orginalität. Wut. Spirit. Sehnsucht. Geist. Vision. Groove. Und viel Ärger, der sich aber minimieren lässt wenn man die Kommentare ignoriert.