Macht man sich einen fachlichen Wortschatz zu eigen, werden bestimmte Verhalte nicht mehr sagbar, andere hinwieder schnurren wie von selbst unter das geneigte Publikum. Die Blindheit, die jede markovsche Kette erzeugt, ist der Preis für ein bischen Gemeinschaft, Rhythmus, und den Abglanz einer ästhetischen Illusion.
Siggi
Professionalität als Leitsymptom
Was mich fasziniert ist die in Serie (Mehrin, Guttenberg, Chatzimarkakis, Wulff…) dargestellte „Professionalität“ und Coolness im „Umgang“ mit Massenmedien im Moment der Präsenz, on the spot, vor der Kamera, vor dem Mikrofon. Da liegt eines der deutlicheren Leitsymptome, das uns in Zukunft jedes Gesicht aus dem polititischen Dunstkreis verleiden wird.
Dieses Symptom hat zwei Enden. Das eine weist auf die Schnittstelle zu den Medien, das andere auf die Agenda, die sich nicht aus der einzelen Person, sondern aus einem dahinterstehenden Interessengeflecht ergibt. Beide Enden fusionieren in einer charakterlich disponierten Person, die kaum Angst und eine niedrige Schuld- und Schamschwelle gerade in der Öffentlichkeit hat. Langsam müsste aber dieses Muster auch jedem Bildleser auffallen. Soziologen allerdings zuletzt.
Uhren
Uhren kann man bewundern. Uhren kann man auseinandernehmen. Uhren kann man begreifen. Die Zeit kann man teilen. Die Konzepte der Teilung abwägen. Die Zeiger bewundern. An den Moment glauben, in dem die Spitze eines Zeigers das eigene Dasein beglaubigt.
Oder zurücktreten, das Spiel beschreiben, auf die Zeiger zeigen und das Blatt in Flammen aufgehen lassen.
Theorie der Gesellschaft
Das gesellige Sein wälzt sich durch die Jahrhunderte, treibt glühenden Stahl vor sich her über Wiesen. Nicht unterscheidend ob Brand oder Blüte. Kein Auge hört nie.
Morgenfragment am Abend
Das geistige Leben eines Phänotyps schöpft seine Fülle aus der Frage ob ein Grund gefunden werden kann, oder ob die schwelende Erinnerung einer tiefen Erfahrung den Grund für die Vision bildet. Qualitativ weitermachen kann nur, wer dieser Sehnsucht oder jenem Schmerz folgt. Das endlose Gespräch lebt aus dem Reflex auf diese Pole. Das Universum ist die größtmögliche Projektionsfläche für diesen Schmerz und diese Sehnsucht.
Teilweise Antwort auf das letzte Posting
Christopher Hitchens scheint mir vor seinem Tod und im Angesicht dessen eine teilweise Antwort auf meine mitternächtliche Frage von letztens gegeben zu haben: