Revolutionäre Veränderungen

Beim Schnüffeln in meinen Notizen bin ich über diesen Eintrag aus dem Februar 2024 gestolpert. Eine Sünde das nicht damals gebloggt zu haben. So ist das wenn man in fast 15 Jahren Notizen gemeinsam mit einem cognitiven Blechknecht wühlt und laufend über Nuggets stolpert.

Revolutionären Veränderungen kann man nicht gerecht werden, indem man alte Reflexfragen stellt. Auf der anderen Seite kann man kaum hoffen Fragen stellen zu können, die den menschlichen Horizont weit übersteigen. Könnte man das, wäre man ja genauso intelligent wie eine hypothetische ASI. Reductio ad absurdum? Aber die Anerkenntnis dieser Lücke wäre schon ein Fortschritt. Nichterkennbarkeit gehört leider nicht zum Programm wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts. Ausser in der Apophatik.
Da erwachen haufenweise Leute in eine Thematik, Fragenfülle, die sie seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten verschlafen haben, weil ihre persönlichen Illusionsdirektoren andere Rhythmen und Themen diktiert haben. AI – LLM – pre-Singularity
Da wird in Rhetorik und Stil signalisiert das man auf der Höhe des Fragens wäre, obwohl das per Definition nicht möglich ist. Der springende Punkt ist ja dieses n+1. Und der nicht springende Punkt sich allenfalls auf eine Reduktion auf n einzulassen. Neu ist in diesem Sinne nichts. Kluges schwadronieren überall. Zeigt her eure Schuhe.

Die Leute die offen Angst vor AI haben und in die Offensive gehen mit “Kritik”, Sarkasmus, Gotchaspielchen, kapieren implizit viel mehr als die, die die eingeübten Fragenreflexe und hippen Erolgsrhetoriken durchdeklinieren. Leider ziehen sie unsexy Schlüsse und pilgern auf die Müllhalde der Geschichte…

Da wird geübt etwas nicht sichtbar werden zu lassen. Das Alte kann das Neue nicht sehen. Muss es förmlich unsichtbar lassen. Sonst würde es sich transformieren. Aber es möchte ja so bleiben wie es ist. Weiter Kunst machen, weiter arbeiten, weiter die Erfolgsspielchen spielen. Also ist ein Infragestellen des Fragens nicht wünschenswert.

(Paradox das die Prediger des Neuen es irgendwie immer schaffen das Alte zu perpetuieren. Tschacka!)