Annoying in the face of possibilities

Die Penetranz alter Dispositive geht mir unter die Haut. Sie sitzen tief und in allen mentalen Ritzen. Sie grooven noch nicht mal. Sie selbstversichern sich und wählen Determinismus statt Unwahrscheinlichkeit. Jammern nach der Betäubungsspritze beim Zahnarzt, verweigern jedoch Milliarden Menschen den gleichen Lebensstandard aus Gründen. Der Blick ins Firmament wird zum pointilistischen Reiz degradiert, nur um dem Ruf zu entgehen, den der unwahrscheinliche Selbstreflex auf die Wahrnehmung als Schrei zu den Sternen gebiert. Wenn Leben leben will, muss es da raus (Tipler), und manches tun, manches lassen. Wie ek- oder entropisch eine Wetware ist, erweist sich in ihrer tätigen Hinwendung zu den unwahrscheinlichsten Horizonten. No goal ist zennistisch lustig, aber Art-ig unfunny.

Retrozentren

Irgendwie retro auf Steroiden. Interessant wird es erst jenseits der Chauvinismen, wenn dieses hypothetische Zentrum geografisch und arithmetisch nicht mehr lokalisierbar sein wird. Eine vorübergehende Lokalisierung in einem Lagrangepunkt könnte noch mein Interesse wecken, wenngleich L6 vorzuziehen wäre.

Quelle: McKinsey

88601.Stelle hinter dem Komma

Die Inhalte sind so unglaublich ausstauschbar. Was einzig neue Welten auf unsere Funierhölzer projizieren kann, sind Operatoren. Neue Operatoren sind Wundervortexe aus Selbstüberholungen geboren.

Alzheimer und die Aufmerksamkeitsökonomie

Man könnte die heutige Meldung aus der Charite in Berlin bezüglich Alzheimer als Sonde für die Filter und Verbreitungsmechanismen im Netz nutzen. Oder auch nicht. Es betriff 1,5 Millionen Menschen, die auf Grund ihrer Erkrankung allerdings kein iPhone benutzen können und insofern schwer Hype-Challenged sind. Warten wir mal ab, wie und ob sich diese Nachricht verbreitet.

Alzheimer-Erkrankung bei Mäusen gemildert

Nachtrag: Gehört wohl in die gleiche Klasse von Aufmerksamkeitsschwachsinnigkeiten wie „Brause oder Real Thing?

En passant

Aufmerksamkeitsökonomie ist eben auch das: Eine Ökonomie. Und die neigt, wie wir seit Sherwin Rosen ahnen zu unproportionalen Gewinnen bei marginalen Fähigkeitsunterschieden. Einmal etabliert geht dann einiges. Auch und gerade Diskurshoheit. Der Rest ist dann Bullying, grinsen und Zementierung durch Hinweis auf die eigene Einmaligkeit.

Nachtrag aus G+Kommentar: Ich glaube (haaallleluhjah!) das die Utopie erst da beginnt wo derartige „Zwangsläufigkeiten“ durchbrochen werden und wünschenswerteres an seine Stelle treten kann. Alles andere ist ja nur Perpetuierung. Same old shit, andere Masken.

1000jährige Parallelen

Vor Guido von Arezzo wurden für die musikalische Notation Zeichen (Neumen) benutzt, die keinen Aufschluss über die genaue Länge oder Höhe des Tons zuließen. Die eigentliche Melodie wurde mündlich tradiert. Guidos Neuerung soll in der Abtei Pomposa jedoch auf Widerstand gestoßen sein, da die Mönche um die Exklusivität ihres musikalischen Wissens gefürchtet haben sollen.

Quelle: Guido von Arezzo