LeWeb3: Die ersten Köpfe rollen!

Wie seit Jahrhunderten üblich rollen aber nur die Köpfe der kritisierenden Untergebenen. Nachdem sich Sam Sethi von TechCrunch (einer der Sponsoren) negativ zur LeWeb3 auf dem TechCrunchblog geäussert hatte und ihn Luc Le Moir als „asshole“ titulierte (Kommentar wurde natürlich gelöscht, aber von Le Meur bestätigt), musste der so beschimpfte heute wohl seinen Hut nehmen.

Solange Kabel die ewig gleichen Säugetiere verbinden, solange werden auch in diesen virtuellen Gefilden die uralten säugetierischen Spielchen gespielt. Pure Aufmerksamkeit alleine hebelt Macht noch lange nicht aus. Meier, in mein Büro! Was haben sie da geschrieben?! Sie sind gefeuert!

The same as it ever was. Das kulminiert erst wenn der erste nichthumane Akteur die Bühne betritt. Ich warte ungeduldig.

[tags]Leweb3, Sam Sethi, Techcrunch[/tags]

LeWeb3 und der Tausch von Aufmerksamkeit gegen Macht

Ein interessanter Vorgang. In aller Öffentlichkeit. Die Sphäre der Aufmerksamkeit (Blogs) hat die Sphäre der Macht (Politik) berührt. Wie rotierende Räder deren pure Energie in diesem Fall von einer Person (LeMoir) genutzt wurden um auf ein anderes Rad zu springen. Wie erfolgreich und ob nur zum eigenen Vorteil, bleibt abzuwarten.

Das Entsetzen, mit dem die internationale Bloggeria reagiert, resultiert nur aus dem Leugnen der 2 anderen, in obszönem Ausmaß autarken Sphären: Macht und Vermögen/Einkommen. Bloggen ist solange irrelevant, solange die Reibungsenergie zwischen den 3 Sphären der Aufmerksamkeit – Macht – Einkommen/Vermögen nicht in sinnvolle Arbeit transformiert wird.

[tags] Leweb3, Power, Attentioneconomy [/tags]

Aufmerksamkeit – Macht – Vermögen (n)

Aus der Ferne durch die berichtenden Blogs betrachtet. Die Dynamik die durch Beeinflussung, Überschneidung und Einflussnahme dieser 3 Sphären entsteht, wird, wie mir scheint gerade auf der Le Web3 demonstriert. Sobald sich diese Sphären berühren haben wir es nicht mehr mit Web 2.0, sondern wie R. Wasserfuhr anmerkt mit Milgram 2.0 zu tun.

[tags]leweb3, Attentioneconomy, Macht, Power[/tags]

Wo spielt die Musik?

Man stelle sich vor: Bunzklazerin Merkel weist ausdrücklich in einer Rede zur Eröffnung eines Technologiezentrums in Eckernförde auf die Verdienste von Richard Feynman und Eric Drexler um die Grundlagen der Nanotechnologie hin und legt den versammelten Honoratioren aus Schützenverein, Handwerkskammer und Germanistenbund gar Nanosystems, das vor schlappen 15 Jahren erschienene Grundlagenwerk zur molekularen Nanotechnologie ans Herz. Undenkbar?! Stimmt. Undenkbar. Hierorts reicht die Erwähnung von Eric Drexler um einem Physiker viel Freizeit zu verschaffen.

Woanders können aber Märchen wahr werden. Zum Beispiel in einem Land mit über 1 Milliarde Menschen, in dem pro Jahr über 100 000 Ingenieure ihren Abschluss machen, während in der Bunzruplik die Immatrikulationen im Fach Informatik abnehmen. Zur Rettung der Schlipsindustrie ist BWL schliesslich wichtiger.

Krass konkret: Der Präsident der Bundesrepublik Indien, Dr. A.P.J. Abdul Kalam hat in einer Rede zur Grundsteinlegung des International Institute of Information Technology in Bhubaneswar folgende honigsüssen Worte unter die Menge gestreut:

When I think of Nanoscience and Nanotechnology, I would like to discuss about three scientists who have laid the foundation on nanoscience and nanotechnology. Mr. Richard Feynman, who described the concept of ‚building machines“ atom by atom in his talk at Caltech titled „There is plenty of room at the bottom“. Mr. Eric Drexler, who wrote the book titled ‚Nano Systems, Molecular machinery, manufacturing and computation“. Prof CNR Rao, who pioneered and fostered the nanoscience research in India.

Es kann natürlich sein, das sich der Ghostwriter lediglich vergooglet hat, ohne zu ahnen wen er da ins Licht der Öffentlichkeit zerren würde. Es kann aber auch sein, das die Person, die massgeblich für das indische Satellitenprogramm zuständig war und der Kommission „Technology Vision 2020“ vorstand, weiss wovon sie spricht und nun in ihrer Rolle als Präsident Indiens etwas vorantreibt, dessen alleinige Erwähnung andernorts nicht opportun wäre.

Wo Vision und Utopie überleben, kann nie im voraus gesagt werden. Wie Wasser, so sucht sich der Gradient der Neg-Entropie einen Weg, der keine Rücksicht auf die Rücksichtslosen nimmt. Vormalige Höhepunkte der Zivilisation sind nur Geröll in einer Schneise der Komplexifikation deren Ende immer ein Anfang ist.

via CRN

Second Life und die Bit-Wirtschaft

Wie Jamie Caisco sehr treffend anmerkt, spürt Second Life gerade ganz deutlich die Auswirkungen der Gesetzmässigkeiten einer auf Bits beruhenden Ökonomie. Was copiert werden kann, wird copiert werden. Die Empfehlung von Linden Lab, Designer die einen Verstoss gegen ihr geistiges Eigentum festellen, sollten eine Anzeige auf Basis des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) erstellen ist wohl juristisch korrekt aber recht hilflos.

Ich persönlich fand SL von Anfang an als Beispiel für ein heraufdämmerndes Metaversum wenig überzeugend. Bunte bewegte Bildchen, die durch sensorische Deprivation Verbundenheitsgefühle erzeugen, um die alten säugetierischen Bedürnisse (Sex, Drugs and Rock and Roll) zu befriedigen. Das ist keine Utopie sondern Ideologie. Ideologien neigen dazu früher oder später zusammenzubrechen, weil ihre Grundlagen auf der Konservierung althergebrachter Regeln in radikal neuen Umgebungen beruhen. QED.

Die Spielregeln von gestern

Alle Spielregeln der Prä-Prä-Singularitätszeit beruhen darauf, das Utopien per definitionem unerreichbar sind. Je tiefer wir jedoch in die explodierende Wolke der exponentiell zunehmenden Möglichkeiten dieser technologisch beschleunigten Zeiten eintauchen, desto realer wird das, was vormals als utopisch denunziert wurde. Der Ausguck wird immer häufiger mit Menschen besetzt werden, die den Nebel der Möglichkeiten durchdringen können, weil sie an Utopien festhalten.

Zeichen der Zeit: Neue Google Dienste

Mein Mantra, das in diesen beschleunigten Zeiten nur noch der Faktor 10 regiert, wird definitv von Google praktiziert: Google Events, Google Guess, Google Real Estate Search, Mobile Marketplace, R9, RS2, Online Asessment, CF, GMT, Voice…

Tom Peters live: nicht Ready, Aim, Fire sondern praktiziertes: Fire! Fire! Fire!

via Philipp

Der 3. Mann bei Microsoft

Wunderliche Welt der Nachrichten. Der nach Bill Gates und Steve Ballmer älteste Angestellte Microsofts, Mark Zbikowski hat am 9. Juni Microsoft verlassen. Muss mir entgangen sein wo das gemeldet wurde. Nun fehlt nur noch Steve Ballmer. Bill Gates, Vic Gundotra (nächstes Jahr bei Google) und Martin Taylor sind ja schon wech. Nimmt man den Einstellungsstop für 2007 noch mit ins Bild, würde ich sagen: verkaufen!

Guy Kawasaki und die Geschäftsmodelljäger

Das was Guy Kawasaki in seinen Vorträgen über sein Buch „The Art of the Start“sagt, ist voll eingebettet in unsere beschleunigten Zeiten. Alle Versuche ein lebensfähiges Geschäft in diesen prä-Singularitätszeiten aufzuziehen sind nur noch evolutionäre Schrotschüsse, deren einzelne Kugeln sich nichts auf den Treffer einbilden sollten.

Der klassische Geschäftmodelljäger wird natürlich ganz hibbelig wenn er in Second Life Wummen für 1 Linden-Dollar verkaufen darf, vom Metaversum labert und alle 3 Sätze die Vokabel „spannend“ benutzen kann. Wer Zukunft für ein geschäftsmodellfähiges Interface für die alten säugetierischen Triebe hält, will Geschichte nur mit anderen Mitteln fortsetzen, weil ein Wirtschaftsinformatikstudium keine Philosophie oder Poetik kennt. Das ist kein Fortschritt, sondern Perpetuierung. Oder Seitwärtsbewegung für Kastraten, wie man in der Börsensprache sagt.

Womit wir wieder bei „Utopie“ sind. „Make meaning“ ist genau das: Utopien realisieren. Alles andere ist Fortschritt.