Larry Page vor der AAAS

Vortrag von Larry Page vor der American Association for the Advancement of Science (AAAS) über Wissenschaft und ihr Imageproblem, warum so wenig Leute etwas grundsätzlich Neues versuchen, Tesla, Ausbildung, AI, Klima, Armut, Umwelt, Solarenergie…

Auf eine Frage aus dem Publikum nach der „most disruptive technology“ in der Zukunft fällt ihm sofort AI ein mit einer 5%-Chance jedes Jahr gebaut zu werden. Der Tenor bei Google scheint zu sein: It can be done.

Ausnahmsweise via Heise News

Nachtrag: Video bei Cnet mit den AI relevanten Stellen

„We have some people at Google (who) are really trying to build artificial intelligence and to do it on a large scale…It’s not as far off as people think.“

[tags]Larry page, Google, AAAS, AI[/tags]

Vernor Vinge: Zukunftsszenarien ohne Singularität

Letzten Donnerstag (15. Feb) hat Vernor Vinge im Rahmen der Seminare der Long Now-Foundation über langfristiges Denken sich Zukunfts-Szenarien gewidmet die keine technologische Singularität beinhalten. Ein Gedanke mit dem ich auch schon längere Zeit Ping Pong spiele. Im Prinzip eine Zukunft mit zwar beschleunigtem technologisch-wissenschaftlichem Fortschritt, aber ohne Durchbrüche zu AGI und Nanotechnogie im Drexlerschen Sinne. Welche Szenarien dräuen dann für die nächsten Jahrzehnte oder Jahrhunderte? Wenn man sein „Golden Age“ Szenario (wie er selbst auch) als allenfalls gut genug für Leute hält, die auch an die Zahnfee glauben, bleiben eigentlich nur Varianten der alten Drehbücher zwischen Angst und Hoffnung. Um in solchen Szenarien dem immer größer werdenden Risiko für das Überleben der gesamten Art zu entkommen, gibt es nur eine Richtung: zu den Sternen.

Alle diese Szenarien beruhen alle auf Randbedingungen (keine AGI, keine Nanotechnologie), die Vernor Vinge für unwahrscheinlich hält. Sehr viele Stränge der weiteren technologischen Entwicklung müssten schon gleichzeitig vor grundsätzliche Wände fahren um uns in langweiligster Manier für Jahrtausende auf das ewig gleiche Rad zu spannen.

Wortlaut des Interviews mit Marissa Mayer

Für alle Googologen, die die Trajektorie des größten Computers mit angeschlossener Geldmaschine berechnen wollen, gibt es also wie versprochen hier das vollständige Interviewtranskript des Elektrischen Reporters (M.S.) mit Marissa Mayer.

Fortgeschrittene Googologen mögen die Exegese am englischen Urtext betreiben.

Den minderen Adepten sei die teutonische Fassung ans Herz gelegt.

[tags]Elektrischer Reporter, Google, Marissa Mayer, AI[/tags]

Cyc und Google: Totgesagte leben länger!

Zukunft lebt nur in unserer Erinnerung. Wir kombinieren und morphen Bilder bis etwas entsteht dem wir das Attribut Zukunft zueignen.

Das Projekt Cyc ist eine der ältesten Ikonen der künstlichen Intelligenz, dessen Schöpfer Douglas Lenat in diesem Google Talk Video das über 20 Jahre alte Projekt und seinen heutigen Stand beschreibt. Die Schlüsse die Cyc ziehen kann, sind heute noch erstaunlicher als 1997, als ich Cyc in einem meiner ersten Vorträge über die technologische Singularität erwähnte. Und es wächst und wächst. Und dann in Minute 56 kommt ein sehr entscheidender Satz :

..so that we can achieve Sergey´s goal of general AI by 2020

Die Kombination aus Cyc und Google erscheint vollkommen natürlich. Und wenn es nicht Cyc sein wird, dann etwas anderes. Semantisches Verständnis ist die nächste logische Entwicklungsstufe von Suchmaschinen, die den Fluss des Wissens von der Frage zur Antwort auf diesem Planeten derart beschleunigen und rückkoppeln wird, das mir das Ziel 2020 nicht nur realistisch sondern leicht pessimistisch erscheint.

Erstkontakt

Da ich kein Schach spiele, kann ich die Beobachtung von Shane Legg zur vielleicht letzten Partie zwischen einem Menschen und etwas Silicon um die Weltherrschaft im Schach nicht gut beurteilen, sie scheint mir aber ein guter Vorgeschmack darauf zu sein was uns blüht: schlichtes Erstaunen und sattes Unbegreifen im Moment des Erstkontaktes.

Deep Fritz would sometimes make strange moves that the Grand Master commentators could not explain… at least not until a few moves later when the subtle reasoning behind the move became apparent.

Schach in Zeiten, wo das 657te Kontaktpochtahl als Web2.0 Errungenschaft ver-vauzeht wird.

[tags]schach, AI, singularity [/tags]

Google will Top AI-Lab werden

Wie Phillip gerade auf Google Blogoscoped meldet, beabsichtigt man bei Google neben anderen interessanten Unternehmenszielen zum Top AI-Lab auf Terra zu werden. Was soll man dazu sagen? Ausser: The race is on?
Es könnte gut sein das Ben Goertzel, Elizier Yudkowsky, Peter Voss, Michael Wilson oder auch einige Leute rund um das IDSIA-Institut von Jürgen Schmidhuber in nächster Zeit einen neuen Arbeitgeber bekommen werden.

Ich halte es auf diesem Hintergrund für sehr unwahrscheinlich das die Möglichkeit einer technologischen Singularität in der Vorstandsetage einer gewissen Klitsche in Mountain View nicht diskutiert wird. Vor uns liegt eine Renaissance der AI-Forschung, die den ganzen Planeten mitsamt seiner Noosphäre auf die Zielgerade bringt.

Definitiv ein Akt der bewußten Beschleunigung der Beschleunigung!

Nachbetrachtungen und Kaffesatzlese: Soft oder Hard?

Zu den vorgestern verlinkten Vorträgen zu Singularität und AI. Manchmal muss man die Finger zur Hilfe nehmen um das Bild eines Mosaiks zu erkennen. Peter Voss sagt 3 Jahre, und wenn man hinter ihm herclickt, wird klar das er an keinen Soft Take Off glaubt (ich auch nicht, aber wer bin ich). Goertzel sagt unter 10 Jahren mit Novamente. Yudkowsky hält sich da schon lange raus, sein Tenor ist: Dann, wenn wir wollen. Kurzweil: Ist eigentlich bei allen die wirklich den Schraubenzieher in der Hand haben indiskutabel. De Garis hat rübergemacht nach China, was Implikationen hat, die durchzudenken jedem selbst überlassen bleibt. Das Singularity Institut bekommt seine Büroräume von einem Hedge Fund via Peter Thiel gesponsert.

3 bis 10 Jahre hört sich natürlich schockierend an. Vielleicht liegt es aber einfach daran, das Leute die konkrete Projekte initiieren, mit konkreten Daten arbeiten. Zweifel daran stehen keinem Projekt gut. 2008 ist allerdings nicht so weit enfernt, das Herr Voss auf die Erosion meines Gedächtnisses hoffen darf. Ich hab mir das gemerkt, das schaff ich grade noch.

2 Videos von Vorträgen zur Singularität

Die serielle Aufnahme von Informationen ist für uns Säugetiere dann reizvoll, wenn sie uns zB ermöglicht die Parasprache anderer Diskursteilnehmer zu studieren. In diesem Fall Yudkowsky, Goertzel und Voss. Der Unterhaltungswert dieser Experten steht allerdings wie ich meine im umgekehrt proportionalen Verhältnis zu ihrer Expertise, Sachkenntnis und Intelligenz (was heisst das für jemanden wie Kawasaki?). Yudkowsky könnte auch gleich seine Vorlage austeilen und jemand anders vorlesen lassen. Andererseits: Hauptsache er kommt zu Ergebnissen in den neuen Räumen die vom Clarium Hedge Fund generös zur Verfügung gestellt wurden. Hm, ein global agierender Hedge Fund sponsort unterm gleichen Dach die heissesten Typen auf diesem Planeten. Wer möchte unter diesem Aspekt nochmal seine Ironie und Sarkasmus bezüglich des Themas technologische Singularität unter die Lupe nehmen? Na!?

Hier nun also die zwei Videos:

  • Ben Goertzel über die Rolle von Künstlicher Intelligenz in und für eine Singularität.
  • Peter Voss und Eliezer Yudkowsky in einem Workshop des Terasem Movement.
  • Podcast aus der Vergangenheit als Kommentar zur Zukunft

    Jedes Attribut das wir unserer Art zueignen ist nur ein provinzieller Wiederhall, der dreist ins Allgemeine gestemmt wird. Da kommen wir bis wir wirklich Besuch bekommen (AI oder Alien) vorerst nicht raus. Und dennoch sind es diese kleinen Eruptionen, aus denen unsere Geschichte gemacht ist. Verzerrungen, die zerren. Ob das Blue Brain ist oder die Behauptung es in 6 Jahren schaffen zu können. Oder ein privater Akt in 3 Minuten vor 20 Jahren. Zu glauben man wäre 3 Miles before irgendeiner Insel ( 2,7Mb MP3), ist menschliches Schicksal und gleichzeitig der Stoff aus dem unsere Hoffnung besteht. Dig(g) it.

    [audio:3miles-before-island.mp3]

    Almaden Institute: Cognitive Computing

    2 Tage vor dem Singularity Summmit fand im IBM Almaden Research Center in San Jose, California deren jährliche Konferenz statt. Dieses Jahr mit dem Schwerpunkt Cognitve Computing. Die Videos und Präsentationen sind frei erhältlich.

    Wir schreiben das Jahr 2006. Schätzungen zufolge besitzen Institute wie Almaden mit Supercomputern wie Blue Brain schon lange genug Hardware- und Rechenkapazität um das Problem der künstlichen Intelligenz zu lösen. Irgendwo, irgendwann wird auf diesem Planeten etwas geschehen, das alle Lebewesen mit einer einmaligen Plötzlichkeit in eine neue Perspektive rückt, die alle Umstände unter denen wir leben, leiden oder lieben neu definieren wyrd.

    Dank an Andreas