Lebensverlängerung

Noch heute Mittag musste ich mit einem normal gebildeten Humanisten ein normal skeptisches Gespräch mit den üblichen Einwänden zum Thema Lebensverlängerung führen. Das Übliche halt.

12 Stunden später informiert mich jemand der es wissen muss über dieses Paper (Atzmon, Rincon, Schechter, et al).

Because modulation of lipoproteins is also seen in genetically altered longevity models, it may be a common pathway influencing lifespan from nematodes to humans.

5 Jahre? 10 Jahre? 20 Jahre? Egal. Wenn wir mit dem ganzen Krempel klarkommen wollen der da auf uns zu kommt, sollten wir uns langsam eine radikal andere Denke draufschaffen.
(manchmal langweilt ihr mich gewaltig da draussen)

9 Gedanken zu „Lebensverlängerung“

  1. Einige Differenzierungen im Vorfeld:
    *soweit ich verstehe (erklärt bekommen habe) ist das eine Untersuchung bei über 100-jährigen die Gene ausfindig gemacht hat, die für ihre Langlebigkeit verantwortlich sein könnten. Thats vorerst all. Wir sind noch weit entfernt (wie weit?) vom praktischen Einsatz.
    *man sollte unterscheiden zwischen psychologischem Alter und physischem Alter.
    Ich habe nix gegen ein Dasein im Körper eines 25-jährigen. Ich weiss das mit Sicherheit ;-)da ich den Unterschied kenne.
    Und ansonsten komm mir bitte keiner mit den philosophisch verbrämten Rationalisierungen die – wie Elias Canetti mal sagte – aus der Identifikation mit dem ultimativen Aggressor resultieren…

  2. Mein Problem ist eher persönlicher Natur. Solange ich das Rauchen nicht aufgebe, kann ich mich über Lebensverlängerung nicht positiv äußern ohne Glaubwürdigkeit einzubüßen. 😉

  3. Und ansonsten komm mir bitte keiner mit den philosophisch verbrämten Rationalisierungen die – wie Elias Canetti mal sagte – aus der Identifikation mit dem ultimativen Aggressor resultieren…

    Nö. das machen wir lieber life.
    Die eschatologische Komponente, das konsequent weitergetriebene webersche Element in der Säkularisierung der Heilserwartung von Gott zum eigenen Handeln, zur Erlösung von Tod und Not und der endgültigen Rettung durch Technik und Wissenschaft ist schon bemerkenswert. Parabelglaube statt Kreuzsymbolik.

    Warum halten wir uns eigentlich für erlösungswürdig, kann mir mal einer dabei helfen?

  4. Obwohl ich erst zarte 26 Lenze zähle habe ich im Altersheim die Erfahrung gemacht, das es viel mehr auf den ‚Willen zum Leben‘ ankommt als auf den Körperzustand. Bzw. im Alter geht das sehr stark sichtbar Hand in Hand.
    Dann habe ich noch die Überlegung angestellt, das externe genetische Manipulation an einem lebenden Manschen nochmal nen ganz anderes Thema als Manipulation an nur einer Zelle ist. Nanoroboer, die irgendwelche Schwerbetalle und andere unschöne Dinge aus unserem Körper rausschaffen und unser schlaffes Fleisch trainieren vieleicht. Aber kein ‚Redesign‘ am lebenden Objekt.
    Und dann kommt für mich auch schon der Hohn an der ganzen Geschichte: Wenn wir wirklich Leben verlängern wollen, dann ist das viel viel einfach und effizienter indem wir uns A gesünder ernähren, B Umweltgifte wirklich konsequent vermeiden, C aufhören Medikamentenabhängigkeiten aufzubauen, D Psychologische Krankheiten nicht mehr mit Drogen bekämpfen und E aufhören andere Menschen auf dem Planeten aushungern, die deswegen mordswütend auf uns sein werden, wenn sie verstehen was und warum wir Ihnen das antun.
    Viele Wege führen zu ‚verlängertem Leben‘ warum dann nicht den leichten für viele anstatt den schwierigen für wenige nehmen?

  5. Erlösungswürdig. Das geht tiefer als nur Kontinuität, die ja immer gewahrt ist solange es nicht endet. Besser noch: erlösungsbedürftigt. Das ist doch defizitär.

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