Kurzes Statement zur globalen Lage

Wer 200X in Fragen der Zukunft unterwegs ist und das Konzept der technologischen Singularität aus Unkenntnis oder Strategie ignoriert, ist, ob bewusst oder unbewusst, lediglich werblich für kurzfristige Gruppeninteressen unterwegs.

Umkehrschluss: Wer werblich oder für kurzfristige Gruppeninteressen unterwegs ist, muss diesem Konzept durch welche Begründung auch immer eine rationalisierende (keine rationale) Absage erteilen.

Wer dieses Konzept und seine aktive wie passive Wahrscheinlichkeit versteht und ablehnt, muss erklären warum er eine Welt mit:
*Peak Oil
*globaler Vermögenskonzentration durch Technologie
*Klimakatastrophe
*Altern für jeden
*Transhumanen Reichenghettos

für unabänderlich oder sogar erstrebenswert hält.

Die anderen treten bewusst und aktiv in eine Phase des Übergangs der Menschheit ein.

27 Gedanken zu „Kurzes Statement zur globalen Lage“

  1. Im zweiten Absatz ist das „oder“ überflüssig, oder? 😉

    Ansonsten: Ein Donnerschlag, der wieder mal wach rüttelt. Mein eigenes Blog-Posting von heute morgen ist wieder einmal viel zu linear gedacht (es lebe die Extrapolation des schon Bekannten!)…

  2. Ach, ich musste nur innerlich reinen Tisch machen. Man verzettelt sich ja sonst und übersieht im Sog des „River of News“ das Wesentliche.

    Zu Deinem Posting hatte ich mich vorauseilend schon 2004 geäussert. 😉

  3. Wie tretet man aktiv in eine Phase des Übergangs ein – das ist doch irgendwie furchtbar traurig…

  4. Mathias: Klick auf seinen Namen. (Schaffst Du, ich glaub an Dich 😉 )

    Wieso traurig? Wahrscheinlich die aufregendste Phase der Menschheitsgeschichte, wenn nicht des kohlenstoffbasierten Lebens auf Terra, wie Vernor Vinge in seinem Vortrag 1991 auf diesem NASA-Dings wähnte.

    Aktiv? Indem man die offensichtliche Beschleunigung noch beschleunigt. Siehe Extra-Kategorie oben links. Irgendwo hab ich das schon mal explizieret.

    Linknachtrag: Ah, hier: Beschleunigung der Beschleunigung

  5. Wer dieses Konzept und seine aktive wie passive Wahrscheinlichkeit versteht und ablehnt, muss erklären warum er eine Welt mit:
    *Peak Oil
    *globaler Vermögenskonzentration durch Technologie
    *Klimakatastrophe
    *Altern für jeden
    *Transhumanen Reichenghettos
    für unabänderlich oder sogar erstrebenswert hält.

    …und wer die aktive und passive Wahrscheinlichkeit des Y2K bug vor 8 Jahren verstand und ablehnte muss also erklaeren warum er eine Welt * im 3. Weltkrieg, * weltweitem Hunger * Machtmonopolisierung (u.a.) fuer unabaenderlich oder sogar erstrebenswert hielt, right?

    Wann habt Ihr zuletzt jemandem das Leben gerettet oder ein Wunder der Natur entdeckt? Ich hoffe gestern. Ich befuerchte Ihr wart beschaeftigt als Euer eigenes Gedankenheroin. Attacken willkommen, hihi…

  6. Peter,

    ein Leben zu retten ist grossartig. Das Wunder der Natur entdeckten wir nicht gestern sondern wir arbeiten daran heute. Wobei ich mir gar nicht anmute „wir“ zu verwenden also „ich“. Was meinst du werden zukuenftige Generation ueber uns sagen ? oder da du Flagge zeigst – ueber dich sagen und denken (nicht Familie und Freunde) ?

  7. Peter: Schlägst du vor, Zukunft zu schaffen *statt* über selbige zu reden? Oder Zukunft zu schaffen *und* dabei den Blick auf die Bedeutung unseres Handelns im größeren Zusammenhang nicht zu verlieren?

  8. ich denk schon den ganzen Tag ueber das „eigene Gedankenheroin“ nach und dem Widerspruch zum Y2K bug – macht in sich keinen sinn glaub ich. Es muss wie Andreas sagt eine Andeutung zu dem groesseren Zusammenhang sein den Peter uns in seinem Vergleich darstellen will oder ist es seine Ablehnung als Wissender oder sein Wissen ueber Ablehnung ?

  9. y2k war teilweise realitaet, teilweise mem – bevor die zukunft da ist haben wir wenig chance das verhaeltnis der beiden vorherzusagen. Meme Sind gedankenheroin, weil sie starken einfluss auf unsere idee/wahrnehmung der welt haben und fuer ihre eigene replikation sorgen (und zu missionaren machen, waehrend wir denken wir diskutieren die zukunft). Der groessere zusammenhang der zukunft ist win gefaehrliches konzept- religious, wirklich. Zu sagen die singularitaet in frage zu stellen ist gleich sorglosigkeit gegenueber dem groesseren zusammenhang der zukunft ist ein mem das fuer sein eigenes leben sorgt in voller aktion! Erinnert mich an diskussionen mit religious schloars die diskussionen mit koran-quotes beenden…
    das problem sind fehlende daten – das kurzweil buch ist wirklich, wirklich traurig. Das gegenuebe-problem ist die daraus resultierende sorge was beim omega passiert- weiss ich genausowenig wie jeder andere. Der untrrschied zwischen mir und yudkowskosen spinnern ist dass ich meinem eigenen gehurn viel weinger traue. Singularity ist teilweise reslitaet, teilweise mem- und wie zuvor kennen wir wieder das verhaeltnis nicht. Das mem sorgt allerdings mit vollem erfolg dafuer, dass es NIE, in jeinem dieser blogs, diskutiert wird- die diskyssion ist immer nur ueber ‚die sache an sich‘ – die im theater unseres gehirns gar nicht existieren kann!
    .. Und das alles, und all diese energie dissipation- waehrend die tatdaechliche zukunft wirklich heute ist. Fuer vorschlaege wie jeder von uns ein real existierendes problem liesen, ein leben retten, oder eon wunder der natur entdecken kann stehe ich gern zur verfuegung!
    Fuer diskussionen ueber singulsritaet stehe ich xur verfuegung, wenn sie mit einer didkussion uber kant zuerst beginnen.
    …. Und jetzt bin ich wirklicj stolz darauf das alles hier auf einem cell phone am flughafen zwischen Boston und dallas getippt zu haben…ich werds bestimmt nichtnochmal lesen…:)
    love & peace and fuck god, p.

  10. (Platzhalter: Hab gerade seit gestern nen kleinen Hörsturz und muss jetzt gleich wieder zum Arzt – werd miich aber ausführlich melden)

  11. Hach jetzt jücket mich doch noch ganz schnell in den Fingern. Nur soviel zur eignen Position:

    Zukunft + Bilder

    Kurz: Ich unterscheide schon sehr lange zwischen physikalischer Zeit und dem was wir (Homo dingens auf Terra) hier im soziologischen Raum „Zukunft“ nennen. Für mich geht es um die Wirkung von Bildern und den Unterschied zwischen Ideologie und Utopie.

  12. Peter: Also auf Unsicherheiten bei Prognosen und mögliche Biases hinweisen statt auf die Diskussion zu verzichten?

    Ein bisschen mehr Meta würde hier im Blog nicht schaden.

  13. mehr meta? Vertage meinem naechsten entry auf in 10-20 jahren – habe in der zwuschenzeit glaube ich nichts zu euerm vergnuegen beizutragen. Sorry. P out.

  14. Ich finde den Vergleich zwischen Y2K und der Singularität sehr spannend. Beides sind Themen die sich vor ihrem zeitlichen eintreten entfalten. Die Beschäftigung hat etwas hysterisches an sich, das liegt wohl in der Natur der Sache, beide passen gewissen Modellen nicht in den Kram.
    Tatsache war vor Y2K das man ein Problem bei zweistelligen Jahreszahlen hat … Tatsache ist auch das das Problem auf etwas später verschoben wurde. Das was Y2K uns gezeigt hat ist das wir unglaublich abhängig von unseren Daten geworden sind und etwas ähnliches zeigt uns die Singularität in meinen Augen auch.
    Ich freue mich sehr auf den nächsten Kommentar in 10-20 Jahren und finde es traurig das Skepsis hier nicht mit zum Programm gehöhren will.

    Wer sich werblich für das Konzept der technologischen Singularität einsetzt muss sich fragen dürfen warum er bestimmte Einwände die den Weg dahin betreffen (ob bewusst oder unbewusst) ignoriert. Wenn es so oder so eintritt, was kümmern einen denn dann die ewig gestrigen die sich der beschleunigenden Beschleunigung argumentativ entgegenstellen.

  15. ignoranz ist gar nicht zu schreiben. lob an siggi. ich bin ein passiver blogger, weil ich nicht will dass jemand meine gedanken liest… stell man sich das mal vor… und da kommt siggi..

  16. Passives bloggen ist ein Wiederspruch in sich. Ein passiver Blogger ist ein Konsument, und ein Kommentar ist aktive Einflussnahme.
    Ihre Gedanken sind zwangsläufig komplexer als das von Ihnen aufgeschriebene. Was Angst macht ist das Wissen das jeder außer einem selbst über sich hat, aber das liegt in der Natur der sozialen Identität.
    Nur weil jemand keine URL mitbringt heisst es nicht das er ein unbeschriebenes Blatt ist.

  17. Hallo

    Da war ich doch neulich bei Wikipedia und wollte einen neuen Begriff dort einführen, nämlich „technologischer Windhauch“. Leider konnte ich außer meiner eigenen Fantasie keine Quellenangaben liefern und so flog dieser Begriff gleich wieder raus. Allerdings bin ich (wegen der alphabetischen Reihenfolge) auf den Begriff „technologische Singularität“ gestoßen, von dem ich zuvor noch nie was gehört habe.
    Und nun bin ich hier gelandet. Was ich allerdings vermisse, ist der Umstand, dass sich anscheinend keiner irgendwie ein wenig konkreter zur Zukunft der Menschheit äußern will. Und da mein Artikel bei Wikipedia nicht akzeptiert wurde, so hab ich mir halt zu Weihnachten selbst eine eigene Homepage geschenkt und da meine eigene Vorstellungen zur Zukunft der Menschheit rein getan.
    Darin bringe ich den technischen Fortschritt unter anderem mit einer gaußschen Glockenkurve in Verbindung. Wer da mal rein schauen möchte und mit mir darüber quatschen will, kann das gerne tun.
    http://wilfried-guttenberger.magix.net/website/

  18. Oops, was hab ich denn da angestellt?! Zu einer „Meta-Diskussion“ habe ich wirklich, wirklich nichts beizutragen bis die Zukunft eintrifft – vielleicht aber auch bloss, weil ich weder die Idee noch den Pragmatismus von „Meta“ verstehe… 😉 vielleicht erklaert’s mir jemand?

    Also gut, vielleicht so: Was ist der Wert/die Agenda der ‚Meta-Diskussion‘? Yudkowski’s ‚raising awareness‘? Was machen wir dann mit dieser ‚awareness‘ – besser ‚vorbereitet‘ in das Szenario schlittern? Ich behaupte dass das Daten-basierte Modell der ‚technologischen Singularitaet‘ in zwei Saetzen abgehandelt ist, 100% aller Spekulationen jenseits des Omega-Punktes schlicht Unfug sind, und die besten Vorbereitungen auf das etwaige Szenario unabhaengig sind von der intellektuellen ‚Metapreparation‘ – und schliesslich dass die primaeren Gruende fuer die Metadiskussion leider unabhaengig sind von Sinn und Ziel (Gedankenheroin ist glaub‘ ich das ziemlich inadaequate Wort dass ich vorher benutzt habe). Yudkowski und Kurzweil sind nicht mit der Singularitaet beschaeftigt, sie sind mit Yudkowski und Kurzweil beschaeftigt. Es gibt ein paar Buecher die geschrieben wurden waehrend Bevoelkerungswachstum noch exponentiell (hyperbolisch?) war – voll mit atemberaubenden Szenarien, deren ‚Metadiskussion‘ sich heute als exemplarisches Programm fuer Sinn- & Ziel-losen Diskurs unter dem Banner der Zukunftsorge fuer die Menschheit (Mem!) liest. Die Sorge ist und war real – der Diskurs wichtig und plausibel bevor die Zukunft eintrifft – nur der Bedeutungsrahmen ist fraglich – vielleicht sogar gefaehrlich – und wir alle haben unterschiedliche Strategien in welchem Bedeutungsrahmen wir gerne Beitraege leisten moechten (oder koennen).

    Okay, hier is mal was positives: Zu einer Diskussion ueber Singularitaet aus der Sicht des begrenzten Gehirns (i.e. meins 🙂 moechte ich gerne etwas beitragen. Ich werde versuchen eine Zusammenfassung zu schreiben in den naechsten Tagen oder Wochen und hier posten, okay? Das koennte auch etwas beitragen zu dem Phaenomen dass obige Windhauch-Glockkurve den Median bei 2000 hat… (wo kommt denn die Varianz von 120 her?)

    Spannendes 2008 – >99.5% Zukunft, ganz real.

  19. Hallo Peter

    Wenn ich als Mittelwert 2000 wähle, dann kommt bei einer Varianz von 120 Jahren ein steiler Anstieg im 18. Jahrhundert dabei raus. Bei 2100 hätte ich da eine breitere Varianz wählen müssen, um die industrielle Revolution anzudeuten. Frag mich allerdings momentan nicht nach dem Zahlenwert, da müsst ich nochmal genauer in meinem Matheprogrann nachforschen.

    Ansonsten werde ich mal bei meiner Websitegestaltung professionelle Hilfe einholen und den neuen Link auch bei Wikipedia reintun.

    (z.B bei „technologische Singularität“ und „E=mc²“) bei „spezielle Relativitätstheorie“ bin ich ja schon verlinkt.

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