Google und SIAI

Ohne viel Schnörkel: Ich kann meine schon früher geäusserte Vermutung das 2007 für AI, nein für AGI sehr interessant, nein entscheidend wird, mit der Meldung untermauern, das Ben Goertzel und Elizier Yudkowsky im Laufe diesen Monats oder etwas später Vorträge bei Googel über Novamente, AGI und FAI halten werden.

Pathetischer Nachtrag: Vorgestern war der 10. Jahrestag der historischen Niederlage eines Schachgroßmeisters gegen einen Rechenknecht. Schon vergessen, nicht? Dachte ich mir.

Nachtrag, 16.5: Yudkowsky dementiert einen Termin bei Google zu haben. Ändert aber nichts an der grundsätzlichen Tendenz. AGI wird 2007 salonfähig.
[tags]Ben Goertzel, Google, AGI, Novamente, Yudkowsky[/tags]

3 Gedanken zu „Google und SIAI“

  1. Evt. sieht Larry Page zwei Faktoren:

    1. AGI entwickelt sich vielleicht als Nebeneffekt jahrelanger Hardware-Software-Services-Userinteraktion-Entwicklungen, deshalb bedarf es keines speziellen „Projektes“ zur AGI-Entwicklung, sie ergibt sich automatisch (falls möglich) aus den sonstigen Anstrengungen des Hauses Google. Unser jetzige humane Form von Intelligenz hat sich ja auch evolutionär – ohne das Ziel, das wir aus heutiger Sicht darstellen / selbst warhnehmen – entwickelt, warum sollte eine AGI anders entstehen ? Nur weil wir gewohnt sind, dass Forschung staatlich genehmigter Budgets bedarf ?

    2. Die AGI-fähige Generation ist noch zu jung, um die öffentliche Diskussion entscheiden prägen zu können – noch wäre es möglich, einen AGI gesellschaftlich / politisch ächten zu lassen, weil sie einen dramatischen Wandel der Politik bedeuten könnte. Larry Page weiss das und spielt auf Zeit. Selbst eine rein intern gehaltene AGI würde genug verändern, weil sie Google einen nicht einholbaren Vorsprung vor konkurrierenden Unternehmen verschafft. Inzwischen geht es Google ja nicht mehr darum, Unternehmen zu übernehmen, sondern sich in eine solch‘ starke Position in einzelnen Märkten zu hieven, dass bisherige Marktführer dort gar nicht mehr anders können, als zu kooperieren.

    Im Moment erschlägt Google immer noch (und sogar zunehmend) bisher als hoch komplex angesehene Probleme zufrieden stellend mit Rechenpower und lässt die Verfeinerung an den Rändern spezialisierten Medienunternehmen, Organisationen und Individuuen (via: CSE bzw. COOP).

    Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass dieses Wissen bzw. die abgebildeten Strukturen auch wieder auf die zentralen Google-Mechanismen zurückwirken werden.

  2. @1: Das sehen Leute wie Steve Jurvetson ebenso. Sozusagen eine Ökologie aus mehr oder minder intelligenten Spezialartefakten die in der Symbiose zu Augmented Intelligence führt. Wird natürlich früher oder später auch zünden.

    @2: Mal wieder Kuhn live? 😉 – Über ein eventuell hochgeheimes Ai/AGI-Projekt bei Google wird ja schon lange spekuliert, die Einschätzung von Ben Goertzel nach seinem Vortrag scheint mir aber plausibler und trifft sich gut mit der Beobachtung das die simple Rechenpower in Verbindung mit statistischen Methoden (siehe Vortrag Peter Norvig zum Google Developers Day) im Moment noch für einige Wows! reicht.

  3. Ok, ich sehe auch kein Geheim-Projekt im klassischen Sinn, eher eine grundsätzliche Einstellung der Gründer, am Ende zu einer solchen AI zu kommen. Hoffentlich ist die Gesellschaft dann soweit, diese auch zu akzeptieren, wenn sie sehr unbequeme Fragen stellt oder Verbesserungsvorschläge unterbreitet, die anunseren Traditionen angreift.. Ich interpretiere Terry Winograds Einfluss auf Larry Page in diesem Sinn.

Kommentare sind geschlossen.