Ein Beispiel aus dem Aufmerksamkeitskrieg

Immer noch leben die transatlantischen Quellen von der Reputation der Rosinenbomber. Wenn selbigen Text ein Germane verzapfen würde – ts ts, Meier in mein Büro! Sie denken nicht positiv! Der Krieg um unsere Aufmerksamkeit ist seit Jahren voll entbrannt. Die Themen des Tages sind längst zu Belle de Jours verkommen, die von breuernden Herren auf die Agenda gesetzt werden. Im kreischenden Dickicht der Feeds, News und Wichtigkeiten retten sich die einen in den Solipzismus ihrer Subjektivität, die anderen in den Glauben an die Evolution. Evolution der Moral, der Technologie, der Menscheit überhaupt. Dieweil die, die nie in OpenBC zu finden sein werden den Telefonhörer auflegen.

2 Gedanken zu „Ein Beispiel aus dem Aufmerksamkeitskrieg“

  1. Interessanter Artikel. Wir optimieren mehr und mehr unser vergessen, um der Informationsflut gerecht zu werden, der Knauss-Ansatz zeigt das ja auch. Gleichzeitig wird das erinnern immer unwichtiger (Google hat’s ja greifbar, wenn man es braucht). Wir schieben Sachen beiseite und merken uns nur das passende Stichwort, um das wieder aufzurufen, aber im Gegensatz zu früher findet das nicht im Gehirn statt, bzw. das Gehirn expandiert nach Web/ Blog/ Google/ Gmail. Vielleicht hat ja auch das Verkümmern all der Erinnerungs-Synapsen bzw. die immer kürzere Aufmerksamkeitsspannen verteilt auf immer mehr Leute dramatischere Folgen, als wir das heute abschätzen. Bzw. wenn wir selbst zu reinen Synapsen im globalen Gehirn werden, dann ist eigentlich nur wichtig jeweils die richtigen Verbindungen herzustellen beim weiterleiten/ filtern/ verstärken von Information (ein Blog/ Blogger ist oftmals nichts anderes als ein solcher Filter einer größeren Denkmaschine…). Aber ab und zu muß wohl noch der Gedankenblitz des Individuums den Ursprung des globalen Gedankengangs bestimmen. Oder kann man auch das ersetzen?

  2. Externes Gedächtnis hiess das in den 60igern in der Kybernetik. – Die Entwertung des Faktenwissens liegt klar auf der Hand. Aber wie es so schön heisst: Information/Fakten ist kein Wissen, Wissen ist keine Weisheit.

    In unserer intermediären Phase einer Präsingularitätszeit wird wohl die Kunst mit hinreichenden Informationen die richtigen Fragen zu stellen und die richtigen Verknüpfungen herzustlellen immer herausragender. Wer das nicht beherrscht wird im Faktenfeuer erblinden oder geblendet.

    „wenn wir selbst zu reinen Synapsen im globalen Gehirn werden, dann ist eigentlich nur wichtig jeweils die richtigen Verbindungen herzustellen beim weiterleiten/ filtern/ verstärken von Information (ein Blog/ Blogger ist oftmals nichts anderes als ein solcher Filter einer größeren Denkmaschine…)“

    Das scheint mir ein sehr wichtiger Gedanke zu sein, der weit über das modische OpenBC oder networkinggebrabbel hinausgeht. Dat lass isch mal sacken…

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