David Deutsch erhält Edge of Computation Science Prize

Die Fliegenklatsche des durchschnittlich fortschrittskritischen Realisten ist der Hinweis auf die notwendigen, physikalischen Grenzen von Moore´s Law. Das hört schon wieder auf, Kinder. So circa 2015. Einverstanden. Wenn, ja wenn es nicht Menschen vom Typus David Deutsch gäbe. Oder Jeffrey Epstein. Oder John Brockmann.

Mr. Brockmann, Inhaber von Edge Foundation, Inc. und Verleger verständlicher Wissenschaftsbücher hat den Edge of Computation Science Prize ins Leben gerufen, der wiederum durch den mysteriösen Jeffrey Epstein mit 100 000$ unterfüttert wird. Der Preis wurde am 12. November dem Herrn Deutsch für seine Verdienste um die Konzepte eines Quantencomputers verliehen. Der wesentliche Unterschied zu digitalen Computern besteht darin, das die Rechenleistung eines Quantencomputers mit der Zunahme der sogenannten Q-Bits exponentiell steigt. Der Über-Moore sozusagen.

Nun war bisher ausgemachte Sache, das es sich hier um Konzepte handelt, die allerhöchstens in einigen Jahrzehnten zum Einsatz kommen würden. Aber über was muss ich im „Weblog“ (Brrr…) von Herrn Deutsch stolpern?

For a long time my standard answer to the question ‚how long will it be before the first universal quantum computer is built?‘ was ’several decades at least‘. In fact, I have been saying this for almost exactly two decades … and now I am pleased to report that recent theoretical advances have caused me to conclude that we are within sight of that goal. It may well be achieved within the next decade. The main discovery that has made the difference is cluster quantum computation, which is a marvellous new way of structuring quantum computations which makes them far easier to implement physically.

Lassen wir also Moore´s Law bis 2015 schuften, dann folgt das (kurze) Zeitalter der Quantencomputer. Um die Skizze des Milieus, in dem diese Konzepte gedeihen ein wenig süffiger zu machen möchte ich noch auf Herrn Tipler verweisen, mit dessen Werk der Herr Deutsch sehr vertraut ist.

An dieser Stelle ist es dann mal wieder Zeit ein Diagramm zu krakeln. Wer kennt wen? Alle Beteiligten sind mit Konzepten vertraut, die extremste futuristische Szenarien beinhalten. Mindestens Kardashev II. Die technologische Singularität ist da nur ein Pickel auf der Piste der Evolution.
Deutsch Epstein Tipler

2 Gedanken zu „David Deutsch erhält Edge of Computation Science Prize“

  1. Zitat: „Der wesentliche Unterschied zu digitalen Computern besteht darin, das die Rechenleistung eines Quantencomputers mit der Zunahme der sogenannten Q-Bits exponentiell steigt“

    Nein! Das kann man so nicht verallgemeinern! Bewiesen ist bisher nur
    quadratischer Speedup auf Grund von Groover’s Algorithmus. Alles andere
    ist reine Spekulation. Es ist noch nicht einmal bewiesen, dass Quantencomputer
    NP (harte) Probleme lösen können.

    Der exponentielle Speedup bei Shor’s Algorithmus bezüglich der Faktorisierung
    von ganzen Zahlen, beweist leider nichts, da man noch nicht weiß in welche
    Komplexitätsklasse das Problem der Faktorisierung gehört.

  2. Danke für die Präzisierung. Langsamer wirds auf keinen Fall denk ich mir und dem Herrn Deutsch wird der Preis wohl auch nicht gleich aberkannt 😉

Kommentare sind geschlossen.