In welcher Zeit wir leben

Hin und wieder ist ein unverstandenes Mosaik aus Bildern, die man willentlich vor sich hinstellt, aussagekräftiger als jede schlüssige Rede die sich versucht selbst zu überzeugen. Ein wilder Wechsel aus Ideen und Dingen, die Primatenhänden und -hirnen entspringen, um in einem stillen Moment zu kondensieren, der etwas in uns träufelt, das auf uns warten wird.

Dinge stehen auf. 13Mb avi
Emotionen

Sowohl physische als auch virtuelle Artefakte beschreiten schon lange einen Weg, der durch uns und über uns hinaus führt. Der Schauder der mich beim Replay des Aufstehens dieses Klotzes erfasst, ist die Erkenntnis das sich mehr erhoben hat, als nur ein Haufen gesteuertes Metall.

9 Gedanken zu „In welcher Zeit wir leben“

  1. Warum Schauder? Wir Menschen finden es anscheinend klasse, das Abbild der Realität nachzuempfinden, zu abstrahieren. Um die wirkliche Wirklichkeit hinter den Dingen zu verstehen. Wahrhaftig zu verstehen. Ein sehr angenehmer Schauder, wie ich finde.

    Warum nicht Gott werden? Die Pasta haben wir ja bereits erfunden – und die passenden Gläubigen existieren schon (->Pastafarians).

    Zum Glück hat der Elektroklumpen ja den Feldaufschwung noch nicht ganz bis zum Stehen geschafft – aber kommt Zeit, kommt Schwung.

    Bei der gerenderten Graphik und dem gerenderten Film generell schaudert es mich eher – aber nicht, weil sich da ein irgendwie geartetes Leben entwickeln könnte (AL – sehr interesssant), im Gegenteil, das wäre doch zu begrüßen, sondern wegen der damit vorhandenen Manipulationsmöglichkeiten. Und nichts ist mir mehr verhaßt als Manipulation.

    Der wegretuschierte Schwitzfleck vom Merkel sei nur als Beispiel genannt.

  2. Ich denk mir mein Schauder war auch eher ein lustvoller. Vergleichbar dem vor einem Feuerwerk. ;-]
    Ich vermute das das Aufstehen aus dem Aufschwung nur fehlt weil es schon geht. Hat man schon anderswo vor Jahren erledigt udn wird wohl einfach hintendran gehängt.
    Wenn man bedenkt das die Animationen auf einem PC gerendert wurden, fragt man sich was mit Big Iron möglich ist…

  3. BigIronBoah – tolle Hardwareskyline.
    Aber all dieses Blendwerk wird verblassen, wenn uns der Assembler widerspricht – aus moralischen Gründen.

  4. Ich war schon bei der letzten Roboter Fussball WM begeistert davon, das sich die Bewegungen der kleinen Flitzer unheimlich verbessert haben.
    Ich glaube der Unterschied ist das man nun keine Roboter mehr baut, die in jedem Einzelschritt stabil sind, sondern sich selbst korregierende und dynamisch auf Ihre Umwelt reagierende Stabilisierungssysteme. Und man fängt an mit Schwung und anderen abstrakten Bewegungen zu arbeiten.
    Trotzdem ist das alles meines Erachtens noch eine mechanische Spielerei, die erst die Grundlage für weitere Robotik bilden.

    @Der Erik : Ein Assembler wirderspricht Dir höchstens bei Logikfehlern. Wenn eine neue Maschinensprache mit moralischen Subroutinen entwickelt wird, dann wird Sie wohl aus Verwechslungsgründen nicht auch Assembler heissen 😉
    Um Gott zu werden oder künstliche Inteligenz zu erzeugen muss man das Bewusstsein verstehen und es ist schwieriger mit dem Bewusstsein das Bewusstsein zu verstehen, als ne Pasta zu erfinden.
    Kennst du ‚Methoden der Manipulation‘ von Elias Erdmann?

  5. Ich vermute Erik bezieht sich auf einen Assembler im Sinne Drexlers. Wie der allerdings wiedersprechen können sollte ist mir nicht klar.

  6. Mahlzeit Yvonne!

    Im wesentlichen Trampelpfade in der Blogsphäre die über Trampelpfade debattieren. A-Blogs die über A-Blogs berichten; diese wiederum nur SpOn Wiederkäuer sind.
    Vermutlich ein Crossover aus begrenzter Aufmerksamkeitszeit und Gewohnheit. Selbstverstärkende Regekreise. Kleinkulturen mit dicken Filtern. Wie in einer Echokammer halt. Aus allen Richtungen schallt Dir der gleiche Müll zurück…

    Ansosnten: Ich bin kein Geek. Echt getz, ey 😉

  7. N´schönes Beispiel wäre auch Wim Wenders, der Filme übers Filme drehen dreht. Oder TV, das übers TV berichtet. Ohne je Metaebenen zu betreten. Brillliante Formen der Flachheit. Blogs eben 😉

  8. Oh, das sind aber schöne Kommentare.
    Richtig, ich meinte nicht die Programmiersprache, sondern Nanoassembler, oder wie man es auch nennen mag, wenn Atome, Moleküle und größeres in Massen bewußt zu allem Erdenkbaren zusammengesetzt werden kann. Nun gut, der „Zusammensetzer“ wird sich vielleicht nicht gegen das Establishment auflehnen, aber vielleich die Zwischenprodukte? (Auf heutige Verhältnisse transformiert: Die Chinesin ist froh, für 2 Cent/h arbeiten zu dürfen, aber das T-Shirt rebelliert durch vollständige Zersetzung in der Waschmaschine)
    Andererseits: Die Arbeiter müssen ggf. auch eine ausreichende Komplexität besitzen?!
    Eine schöne Geschichte gibt es da von Philip K. Dick: „Variante Zwei“, verfilmt als „Screamers“, ein sehr schöner B-Film, von dem ich einfach nicht lassen kann, weil mir B-Filme einfach so gut gefallen.
    @Hermes: Erdmann kenne ich nicht, aber klasse, auf diese Weise neue Gedankenansätze zu erhalten. Erster Eindruck (20 Sekunden): Esoterik, aber versprochen, ich werde mal länger lesen 😉
    Es gab vor langer Zeit mal eine Sendung im Schwarzweißfernsehen, wo ich zum erstenmal mit dem Thema der Manipulation in Berührung gekommen bin, da gibts auch noch ein Buch – ich glaube, ich werde mal im Keller herumkramen …
    Irgendwie auch eine Rekursion

    Mit Siggi werde ich dann die MetaRekursion entwickeln 😉

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