Gregory Bateson wäre Hundert

Gregory Bateson hatte letztens Geburtstag. Das übliche halt. Von diesem Herrn habe ich einiges verschlungen. Verdaut? Wer weiss.

„Nicht einfach, diese kybernetische Deutung von Gregory Bateson. Nicht beruhigend. Nicht unterstützend. Nicht lieblich. Das Zentrum verschwindet und der Mensch verschwindet; and an seiner Stelle erscheint das metaphysische „Ich“. Also entlasse dich selbst; entspann dich: Es gibt nichts zu verlieren.“ Sagt Brockman. Und das heisst was?

Das Geschäft läuft auch ohne das Verklickern von hyperneuen Nachrichten in Blöggchen. Just in den letzten Tagen rauschten die sogenannten „News“ an mir vorüber wie immer und ich starrte auf den Monitor. Die standardisierte Reaktion wäre die eines PR-adjustierten Weitergebers. Mit der Souce des Meinens garniert, bestenfalls mit der Nonchalance des ERSTER!

Erforscht man jedoch seinen existentiellen Weg, sind Fakt, Knoten und Muster Wirkhierarchien der eigenen Suche. Wobei das Muster immer höher zu werten ist als ein Fakt. Zumal, wenn man es nur weitergibt. Explizite Muster sind nicht jedermans Sache. Und die bateson´sche Suche nach dem Muster hinter dem Muster schon gar nicht. Mustererkennung braucht Zeit. Haben wir die?

1 Gedanke zu „Gregory Bateson wäre Hundert“

  1. Starke Texte, Siggi … ich bin begeistert!
    Die Kurzvorstellung Batesons in den Worten Brockmans klingt vertraut, obwohl mir beide Herren und ihre Arbeit fremd sind. Vielleicht werde ich durch dich mal reinlesen …
    Die Frage, ob es etwas zu verlieren gibt und ob überhaupt Zeit vorhanden ist, dieses etwas zu erkennen, würde ich im 7. Jahr nach der New Yorker Volcano Show eindeutig mit ja beantworten.
    Doch dieses „ja“ ist noch sehr neu!
    Ich stimme deiner Höherbewertung von komplexen Mustern gegenüber einzelnen Fakten oder Ereignissen hundertprozentig zu. Schließlich können nur weitgreifenden Wirkungszusammenhängen Wahrheiten entspringen, keiner Aneinanderreihung schierer Fakten.
    Seit November letzten Jahres läuft die Zeit allerdings gegen uns, denn 9/11 war ein Beginn!
    Ich glaube, „Mustererkennung“, wie du sie beschreibst, lässt sich ohne Bewusstseinserweiterungen nur sehr langsam und sehr mühsam bewerkstelligen.

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