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Siggis letzte Worte




28.April 2006

Rekursive Spiele in der Aufmerksamkeitsökonomie

...was wyrd, Internet, Soziologie - 5 Kommentare » 10:56 pm

Keine Lust diese Gedanken in ein homogenes Paket zu schnüren. Unter anderm ausgelöst durch den ein oder anderen Biergedanken beim Aftertrunk am Mittwoch mit Rainer Wasserfuhr und Mario Sixtus und diesem erschütternden Tondokument. In der Aufmerksamkeitsökonomie stehen wir der höfischen Gesellschaft viel näher als uns lieb sein sollte. Deren Menchanismen haben schon damals eine gewisse Charakterdisposition begünstigt. Unbegriffener Fetzen an der Schmitz-Katz-Theke: Es geht um Macht.

Das instinktsichere Sich-durchsetzen (keine Namen oder Links) in einer Aufmerksamkeitsökonomie. Kanalbesitzer, Claimer, Kanaldefinierer.

Sollte Relevanz vielleicht seit je immer nur hergestellt werden können und man kann bloss eine Entscheidung treffen zwischen nie relevant zu sein oder Relevanz durchzusetzen?

Personenkult, oder wie Goldhaber definierte: entweder Du bist Fan oder Star in einer Aufmerksamkeitsökonomie.

Die Illusion einer rationalen Gesellschaft in einer Aufmerksamkeitsökonomie mit begrenztem persönlichem Zeitbudget ist eben das: Illusion. Habermas ist auf eine raffinierte, und gleichzeitig traurige Art Ideologie.

Auch ein Argument für mehr künstliche Intelligenz: Begrenzte Zeit. Anders: Künstliche Intelligenz ist der Feind jeder höfischen, säugetierischen Tendenz in einer Gesellschaft.

Es gibt immer irgendwo richtige, tiefe Erkenntnisse. Sie sind latent in unsere Existenz eingewoben. Welche Erkenntnisse sich jedoch durchsetzen, sozial richtungsweisend werden, hängt von Faktoren ab, die nichts mit den rationalen Qualitäten des erkennenden Individuums zu tun haben. Das Individuum als konstituierender Faktor der aufgeklärten, sekularisierten Gesellschaft wird überschätzt (siehe Econophysics). Der wahre Feind ist der Zufall.

Jede Gesellschaft als Ganzes braucht Zeit um ihre Werke zu sichten und ihren Kanon zu errichten. Diese Zeit ist verschwunden. Geschmolzen. Der Bot kommt. Schnell, schnell.

Die gleichen Spiele des “durchsetzens” nur mit anderen Mitteln. Aus dem Underground wird Mainstream. Das kann er nur werden wenn die Inhalte auch mehrheitllich verstanden werden können: Massenprodukt Klopapier. Der Niedergang des Begriffs Geek.

Der Traum einer rationaleren Gesellschaft wird weiter geträumt. Die Blogossphäre, das Netz steht dem Modell der höfischen Gesellschaft jedoch näher als offen diskutiert werden darf.

27.April 2006

Nachwirkungen

Beschleunigung, Wirtschaft - Comments Off 10:51 am

Merkantile Filter lassen in evolvierenden Räumen voller Möglichkeiten nur die blassen Blumen sichtbar werden. Mit einer Kettensäge kann man nicht gärtnern.

26.April 2006

Ein Lied zwo, drei

Musik, Regression im Dienst des Ich - 2 Kommentare » 10:09 am

Es muss am Frühstück gelegen haben. 100k Morgengefühle.

24.April 2006

Die Rache der Begabten

Events, Internet, Lernen, Software - 3 Kommentare » 8:13 pm

Wenn begabte junge Leute im Jahre 2005 nach dem Abitur mit 19 Jahren ihre Schulzeit Revue passieren lassen, können sie sehr leicht, allzu leicht zum Schluss kommen, das man den Prozess des Lernens im Jahre des Web 2.0 auch anders gestalten könnte. Ein Jahr und ein vertagtes Stipendium später und Andreas Stuhlmüller hat sich eine eLearning-Plattform aus dem Hirn geschüttelt, die nur darauf wartet mächtig getestet zu werden. Um fürs Abi 2006 noch schnell zu pauken mag es zu spät sein, aber Schüler wachsen ja immer nach. Jeder kann Lektionen und Kurse erstellen und schon erstellte lernen. Und mit jeder meine ich genau Dich!

Ausdrücklicher Link zu Mindpicnic. Wieder ein schönes Beispiel dafür, was ein begabter junger Mensch noch ohne Studium heutzutage alles alleine raushauen kann. Ist es da nicht beschämend, was da manche studierten Informatiker als Web 2.0 verkaufen?

23.April 2006

Adrenalin

Events, Sonstwas - 6 Kommentare » 7:20 pm

Damals ohne Computer gab es auch schon Autorennen quer durch eine Stadt. In diesem Fall an einem schönen Augustmorgen im Jahre 1976 in Paris. Der Regisseur Claude Lelouche wurde nach der Aufführung natürlich verhaftet. Womit bewiesen wäre das echte Snobs dem Plebs nur um schlappe 30 Jahre voraus sind. (Brüllwürfel aufdrehen!)

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