Auf der Suche nach dem Gleichgewicht

Die Vertreter der Fusion aus Physik und Ökonomie trafen sich vom 15. bis 19. März in Kalkutta und tauschten sich über Ergebnisse in der Econophysik aus. Prinzipien und Gesetzmässigkeiten der Physik werden hierbei auf die Ökonomie angewendet.

Bisher versuchte man Einkommensverteilungen mit der Pareto-Verteilung zu erklären, was aber nie so recht klappte, da die Daten sich unten rum nicht recht der Kurve unterordnen wollten. Mit der sogenannten Boltzmann-Gibbs Verteilung klappt das hervorragend. Einziger, demütigender Nebeneffekt: Die Verteilung des Einkommens in den unterschiedlichsten Gesellschaften ist dabei am besten erklärbar, wenn zufällige Prozesse unterstellt werden, die exakt denen in einem Gas gleichen, in dem die Bewegungen der Moleküle dafür sorgen das das System sich auf einen Zustand maximaler Entropie hinbewegt.

Wenn allerdings keine Korrelation zwischen irgendeinem persönlichen Merkmal und dem Einkommen besteht, folgt daraus das wir uns in Verdienstangelegenheiten nichts selbst anrechnen können. Alles hätte auch anders kommen können. Ein einzelnes Atom im Gas Gesellschaft kann zwar rückblickend von sich behaupten es nur auf Grund seines Fleisses soweit geschafft zu haben, vergisst dabei aber wieviele andere mit dem gleichen protestantischen Einsatz ein gänzlich unterschiedenes Einkommen beziehen. Und zwar ein zufällig unterschiedliches Einkommen.

Alle Erfolgsgurus der letzten 100 Jahre konnten an dieser Dynamik nichts ändern. Im Gegenteil: Die Gruppe derer die zu der unteren (<100k), von der Boltzmann-Gibbs Verteilung regierten Menschen gehört, ist in den letzten 40 Jahren in den USA, Japan oder Westeuropa größer geworden.

Was bedeutet es, wenn die Höhe des Einkommens unter ca 100k nicht planbar ist, weil der Zufall regiert?

Die herkömmliche Ideologie hämmert uns täglich ein das eine direkte Korrelation zwischen Aufwand und pekuniärem Ergebnis besteht. Kann aber nicht erklären warum vielen Tüchtigen noch nicht mal das Glück winkt. Im Gegenteil. Jeder weiss von Fällen zu berichten wo jemand trotz Defiziten auf allen Kanälen im Porsche vorfährt.

Diese irritierenden Wiederlegungen der protestantischen Leistungsethik haben aber noch nie das tiefe Gefühl der Schuld und der Selbstbezichtigung verhindern können, das die meisten Menschen umtreibt wenn sie über ihren Verdienst nachdenken.

Die Entdeckung, das die ökonomischen Gefilde unterhalb 100k vom Zufall regiert werden, kann das ändern! Ohne hohe Seminargebühren. Ohne esoterisches Geschwafel. Ohne hunderte, unterhaltsame Stunden auf der Sonnenbank oder Feuerlaufseminare. Einzigste Nebenwirkung: Die demütigende Einsicht auf die Höhe des eigenen Einkommens keinen Einfluss zu haben, weil der Zufall regiert.

Was bleibt übrig? Alle Ziele, die nicht an ein Einkommen gekoppelt sind. Infit, statt Outfit. Sinn statt Sachen. Glück statt Geld. Freude statt Schuld.

1 Gedanke zu “Auf der Suche nach dem Gleichgewicht

  1. JAA!!! inmitten der Sorgen sorglos werden!
    … das iss an sich auch genau meine Erkenntnis.
    Schauder! jumping jack flash, it´s a gas, gas, gas!!!
    jupiduhh

Kommentare sind geschlossen.