Inkubationsruhe (Abstand)

Der Aggregator ballert mich zu. Die Mail plöppt. Das Telefon streckt seine fiepigen Finger nach mir aus. Meine Mutter – nein, nein ich mein nur das die schon lange das Informationsoverflowhandtuch geworfen hätte. Ich halte durch. Dummchen. Da muss ein Trick dabei sein. So etwas wie „n a c h d e n k e n“. Sacken lassen. Fixieren.

Ich verdächtige den Flow der Wissensgesellschaft eines gewissen Zwangs zur Mittelmässigkeit. Natürlich der je individuellen Mittelmässigkeit. Des einen Mittelmass ist des anderen Dumpfheit. Und umgekehrt. Kommt aber immer aus dem spontan unter Stress reproduzierbaren Niveau. Womit auch die über weite Strecken mediokre Substanz der Blogosphäre erklärbar wäre. Entweder Regress ins pointiert Private oder Reflexverlinkung. Content is king, klar. Aber der geknechtete Untertan ist in diesem Falle die Reflexion, das Erkenntnis gewinnende Nachdenken.

Alles fliesst und die Kaskaden des Informationsflusses raffinieren jede Bemerkung hin bis zum homöopathischen Linklein. Um Schrotteswillen gebt mir Werkzeuge die kondensieren und transformieren. Die den „User“ auf ein höheres Niveau stressen. Sonst dräut mehr vom selben bis zum Horizont. 50 Channels and nothing on it (Zappa). Ok. 51. Und auf dem läuft dann Fox. Als Feed.

Nachtrag: Ich befürchte das gesuchte Werkzeug ist man selbst.

Palimpsest

Lederjacken, Reislampen, Hip Hop oder der Gebrauch von „Chillout“, „…und gut ist“ oder anderer Zeitgeister sind je eigene Potentiale einen Palimpsest auszulegen, dessen Hintergrundtext mehr oder weniger – meist weniger – über sich hinausweisen. Internet, Blogs, Nanotechnologie oder technologische Singularität sind absolut uncoole Palimpseste mit einem Hintergrundtext der jede Party sprengt. 2 Klassen. 2 Leidenschaften. Erinnert mich an die 3 Kulturen von John Brockman. Wer das große Wozu (nicht die kleinen Varianten bitte) nicht beantworten kann, der rächt sich am ewigen Warum und trägt Lederjacke, hört HipHop und schwelt seine Identität mittels Image ins Stammhirn. Jede Zeile Code, jedes konstruierte Molekül und jede Theorie allerdings, beisst vom Unwissen (siehe unter Kältetod) einen fruchtigen Happen ab und hüpft durch das Palimpsest unserer Existenz in den Vordergrund des Hintergrunds der Leidenschaft. 🙂

Emergenz im Googleversum

Es würde mich wundern wenn in einem Universum mit momentan 8.058.044.651 Elementen, auf das transformative Regeln angewandt werden nicht etwas komplett Neues entstehen wird. Nicht „kann“. Wird. Etwas das so neu ist, das wir es nur durch seitwärtsschielen oder entgegenwachsen erkennen können.

Umgeschaltet auf WordPress!

Vielleicht fällt dem ein oder anderen auf das hier irgendetwas anders ist. Ist es. Ich bin desertiert von Movable Type nach WordPress. Während dieses Umzugs fiel mir noch nebenbei auf das Movable Type nicht unanfällig für Cross Scripting ist. Wusste das jemand? Mir fiel es nur auf weil ich per FTP in meine serverseitigen Archive geschaut habe. Macht man ja nicht alle Tage. Meine Entdeckung: Es gibt Kommentarspam der nicht in der Adminoberfläche von MT erscheint aber in den Archiven dranhängt. Ich kann nur hoffen das sowas bei WordPress nicht der Fall sein wird. Die RSS und sonstigen Feeds klappen aus mir noch nicht bekannten Gründen nicht. Die Umlaute der aus Movable Type importierten Beiträge fallen im Moment noch der anglophilen Weltsicht zum Opfer.Irgendwie drängt sich mir bei serverseitigen Installationen eine Erinnerung an DOS-Zeiten auf. Man weiss nie was passieren wird und ob es überhaupt laufen wird. Da scheint mir ein Technologie-Lag von fast 20 Jahren fröhlich seine Priester zu ernähren…

Träume sammeln

Eine seltsame Angewohnheit. Der ich seit über 20 Jahren nachgehe. Es stapeln sich die handgeschriebenen Bücher mit deren Inhalt man sich versucht rückw�rts zu übersetzen. Und irgendwann blickt man auf einen halben Meter totes Stapelholz und denkt: Da muss eine Datenbank her! Ich weiss nicht was andere Hochleistungsträumer nutzen, aber ich bediene mich seit Jahren des äusserst praktischen Programms von Harry Bosma aus Holland. Er nennt es Alchera und es funktioniert einfach nur. Was verdammt viel ist heutzutage. Wenn ich da aus gegebenem Anlass zum Beispiel an den „Service“ von Freenet denke.
Wer je mit diesem Nachtgeschäft angefangen hat, weiss eine Datenbank zu schätzen. Traumserien, die Entwicklung der eigenen Symboliken über die Jahre und die Drift der Themen und Tiefen sind anders nicht zu überblicken. Wer 2004 immer noch auf Büttenpapier setzt, versucht nur sich auf eine charmante Weise selbst aus dem Weg zu gehen.
Musste mal gesagt werden, Harry.

Zukunft, XML, RSS und die Blogs…

Jetzt eben mal andersrum. Warum? Vielleicht weil ich meinen ernährungsgeschändeten Körper im Park andersrum gehetzt habe.
RSS ist ja XML und Blogs nur das frühe Versprechen des Internets, milde umgesetzt. Und schon rasten alle (?) aus. Ich auch. Wie weit kann man die Kombi-Idee XML-RSS-Aggregatoren treiben? Bis zum Verschwinden von E-Mail? Browserverschrottung?
In der ganzen Angelegenheit scheint mir wieder ein Element der Unter- und Überschätzung enthalten zu sein. Mit appendizierter Enttäuschung und folgendem Schock. Der Schock wird aus der Entdeckung resultieren was XML aus diesem Interdings machen wird.