Marschbefehl in die Blogosphäre

Bill steht vor den Toren. Auf dem jährlichen Ceo-Summit hat Bill Gates jedem der Anwesenden sowie Warren Buffett erklärt das Blogs und RSS „cool“ sind. Scoble schwört zwar das niemand etwas befürchten muss, aber…na ja. Six Apart, Userland, Blogger und alle anderen die Blogsoftware herstellen werden nun wissen welches Stündlein geschlagen hat. Das Bloggen eine „no-Microsoft software-required“-Zone darstellt dürfte der Rentenversicherung Amerikas ein Dorn im Auge sein.
Was nun passiert? Die Chefetagen werden beginnen Expertise einzuholen. Wenn Bill sagt das Bloggen der Produktivität dient muss wohl was dran sein. Der Spass dürfte damit wohl vorbei sein. Tun wir´s trotzdem.
Wenigstens braucht man demnächst nicht mehr so viel erklären. Oder nur gegen Honorar.

Kollektive Intelligenz ad MT

Das ganze andersherum. In einem Beitrag drüben erwähnt Herr Por die Weisheit der Massen. Unter welchen Bedingungen ist die Masse schlauer als ein Six Apart? Und zählt auf:

  • Unterschiede in der Meinung
  • Unabhängigkeit der Teilnehmer voneinander
  • Dezentralisation
  • Eine gute Methode um Meinungen zusammenzuführen.
  • Sorry ob der ad hoc Übersetzung.
    Nun, das sind Elemente wie sie mir im MT-Debakel enthalten zu sein scheinen. Ein Akt kollektiver Intelligenz. Ausagiert in für Schlipsträger atemberaubender Geschwindigkeit. Wer auf irritierende Akte der globalen Intelligenz wartete, der wird hier bedient. Kein glühen oder levitieren. Nein, ein Kollektiv das sich in kein Vereinsregister eingetragen hat, handelt innerhalb von Stunden. Da liegt noch ein Kern, zu dem vorzudringen mir schwer fällt. Dieser Akt der Dummheit und Fehleinschätzung wurde ausagiert und vorangetrieben von emminent exponierten Personen der Cyberschickeria. Welcher Teil des Scheins dieser „modernen“ Personen ist massivstes Gestern? Wo finden wir dieses massive Gestern noch im Gewand der Moderne? Wer ist hier gescheitert? Was ist hier gescheitert??

    Phäno und Genotyp des Pagerankings

    Ein späte-Stunde-Gedanke.
    Jede Äusserung im Netz ist Vertreter des Phäno- oder Genotyps. Institutionen wie Universitäten, Medienpochtale oder Firmen die ein hohes PR haben sind die jeweiligen Grenzen des Genotyps. Der Phänotyp des Informationszeitalters wird durch Frau Ingeborch oder Lu vertreten, die ihre sehr subjektiven Krisen in den hallenden Spiegelsaal des Zwischennetzes stellen.
    Alles findet statt und wird in den Reisswolf der Relevanz geschickt durch unser aller Google oder sonstiges Spinnengetier. Aber wird Relevanz nicht letztendlich vom Ende her definiert? Von der Antwort auf die ontologische Frage? Oder ihre Vernutzung im fetten Wozu?
    Womit wir wieder bei Teilhard sind und seinem Omegapünktchen (Ausdehnung ist ja wohl lächerlich in solchen Belangen). Die ultimative Relevanz ergibt sich (denkt S.B in D.) nur aus der Teilnahme an diesem Streben auf diesen Punkt hin. Sei es eine Singularität, ein Omega oder wie bei Tipler eine Art Computronicum.
    Und wenn bei Google halbwegs fitte Burschen sitzen, dann denk ich mir das sie eher auf den Informations-Vektor des Genotyps setzen. Weswegen die Vertreter des subjektiven Krisencontents mittelfristig wohl gekickt werden…Oder so. Vielleicht. Ende und Nacht.

    Vom Ende her denken

    Die Bedeutung eines gegenwärtigen Details ergibt sich immer aus dem Ende, zu dem es beiträgt. Wenn wir davon ausgehen das Blogs recht hölzerne, prähistorische Werkzeuge auf einem Weg sind, dann stellt sich dringend die Frage: Zu welchem Ziel tragen sie bei?

    Meine Antwort: Kommunion. Oder sowas. Teilen dessen, was man aus der Gesamtheit des eigenen, geistigen Lebens für die Öffentlichkeit freigibt und fliessen lassen will. Woraus auch das Pathos mancher Blogs resultiert, denn jede dieser Trennungen ist immer künstlich und muss im Gestus gerechtfertigt werden.

    Aber es geht ja nicht um Blogs. Es geht um den Bereich, den man öffentlich macht und damit um „personal publishing“. Darauf läufts hinaus. Und da wäre das Endziel, das alles was ich zum öffentlichen Teil meines geistigen Lebens erkläre instant jedem auf Terra potentiell zur Verfügung steht. Ohne das mir die technischen Vermittlungen sichtbar sind. Ob chronological reverse, statische Webseiten, gepelptes Pupsen oder XML: Einzig die bewusste Entscheidung etwas als öffentlich zu erklären wird in Zukunft auffallen. Die Identifikation mit pMachine, MT, WordPress, Mambo oder Säbelzahntigerfelle ist prähistorisches Stammesdenken ohne Sinn für evolutionäre Horizonte.

    Wenn diese sich berührenden öffentlichen Sphären die Herzen einer zukünftigen planetaren Kommunion werden wollen, dann könnte sich XML zum Blut des gesamten Kreislauf entwickeln. Aber eigentlich wollte ich etwas ganz anders sagen. Mal wieder.

    Zukunft, XML, RSS und die Blogs…

    Jetzt eben mal andersrum. Warum? Vielleicht weil ich meinen ernährungsgeschändeten Körper im Park andersrum gehetzt habe.
    RSS ist ja XML und Blogs nur das frühe Versprechen des Internets, milde umgesetzt. Und schon rasten alle (?) aus. Ich auch. Wie weit kann man die Kombi-Idee XML-RSS-Aggregatoren treiben? Bis zum Verschwinden von E-Mail? Browserverschrottung?
    In der ganzen Angelegenheit scheint mir wieder ein Element der Unter- und Überschätzung enthalten zu sein. Mit appendizierter Enttäuschung und folgendem Schock. Der Schock wird aus der Entdeckung resultieren was XML aus diesem Interdings machen wird.

    David Allen

    Der Tag an dem David Allen (GTD) einen Blog begann, wird für die Verbreitung des Phänomens „Bloggen“ wichtiger als 100 weitere Echochamber-, Geek- oder PseudoNews-Blogs sein. Warum? Weil er an der Schnittstelle von Zeit- und Knowledgemanagement Zugang zu vielen Firmen hat, für die dieses Werkzeug die Kosten …of not knowing drücken wird.

    Blogs, CMS, Zukunft

    Ich neige immer mehr dazu Blogs als historisches Phänomen zu betrachten. Es ist schon vorbei, noch bevor es die Masse bemerkt hat. Erstes Indiz für diese Trauermeldung ist für mich, das die 2 verbreitetsten Systeme die serverseitig laufen – MT und PM – in alles morphen können. Es sind also eigentlich kleine CMSse die nur auf der Welle des Bloghype surfen und sich dadurch gut verkaufen. Würde man sie als CMS plazieren wäre der Markt wesentlich hm… sagen wir erlauchter. Und die Konkurrenz hiesse Plone, Mambo oder sonstwas. Mithin also ein schönes Beispiel für Markttiming und gute Plazierung.
    Was ist nun das überschiessende Element, das uns auch in der Zukunft erhalten bleibt?
    Zum einen die Leichtigkeit, mit der man veröffentlichen kann. Mit allen gesellschaftlichen und sozialen Konsequenzen – siehe China. Und zum anderen RSS oder ATOM. Egal wie man diese XML-Standards nennen wird und welcher sich durchsetzt: Das ist das eigentliche Phänomen, das für eine weitere Beschleunigung der Informationstechnologien sorgen wird. Das statische Visitenkarteninternet mit den Hochglanzdesigns wird bleiben, aber darunter wird eine undesignte, jeden Clientstandard durchdringende Info-Atomisierung stattfinden, die einen 24/7-Fluss von Schnipseln in unsere Aggregatoren schwemmt, gegen den ein Feuerwehrschlauch im Hirn eine Wellnessmassage sein wird.
    Für dieses atomisierte Internet wird das Design immer unwichtiger, weil die Lektüre fast nur noch durch Aggregatoren geschehen wird oder schon geschieht.
    Was fehlt ist die Bewertung, die Relevanz eines gebloggten Atoms. Zur Zeit geschieht das durch zitieren oder Trackbacking oder die Inbound/Outbound-Links bei Technorati. Dazu muss es aber erstmal durch einen menschlichen Schmalzfilter. Hier liegt der Entwicklungspunkt für die Zukunft: Wie sollen Infoatome bewertet werden die keines Menschen Aug´ je betrachtet hat? Ich vertraue der Dynamik der großen Zahlen, das dafür in unserer nächsten Zukunft eine Lösung gefunden wird, oder schon da ist.