4. Webmontag in Düsseldorf

Morgen ist wieder Webmontag in Düsseldorf und irgendwer hat mich in eine Diskussion mit 3 Professoren geschickt. Die Äusseren Hybriden kommen mir im Moment äusserst paradiesisch vor.

Vielleicht hat das aber auch damit zu tun, das mich Fragen mit einem Zeithorizont umtreiben, den der normale BWLer nicht auf der Palette hat und ich glaube, das Utopien sich in Ideologien verkehren, wenn sie zu einfachen technologischen Trendfortschreitungen verkommen.

Im Gegensatz zu vor 10 Jahren ist das Internet heute nur eine von mehreren Technologien, die sich zunehmend exponentiell entwickeln und sich mit utopischem Potential aufladen.

Auf diesem Hintergrund wird immer wichtiger, nicht nur zu fragen in welcher Gesellschaft wir leben werden, sondern in welcher Gesellschaft wir leben könnten.

Wer das nicht beantworten will, wird sich in Zukunft ohne Vision mit einem Taschenmesser durch den Dschungel der Möglichkeiten durchwurschteln.

Burma und Technologie als Politik

Der Fluss von Wissen und Information ist Politik. Während der freie Fluss seit je eher emanzipatorischen Bewegungen zu gute kommt, wissen Diktatoren schon immer was sie als erstes zu tun haben. Was mich allerdings sehr, sehr befremdet ist die auch im Kleinen beobachtbare, tägliche Entscheidung im Nachrichtengeschehen, die sich in der Linkpolitik großer Portale wie zB dem ZDF oder der Tageschau zeigt.

Während die Tageschau freizügig auf fast alle wichtigen burmesischen Blogs linkt und die Leser nicht hartherzig auf ihren Seiten hält, kann man beim ZDF sogar im Interview mit Ko Htike lange nach einem Link suchen. Closed garden Linkpolitik. In solchen kleinen Details kann sich zeigen auf welcher Seite man steht: dem egoistischen Eigeninteresse oder frei fliessendem Informationsbedürfniss. Paradoxerweise macht man sich mit so einer Haltung mit den Diktatoren gemein.

Beim ZDF sollte man sich mal fragen warum die Leute von der Tagesschau einen Grimme Preis erhalten haben.

Und weil ich mich gerade frage, was ich in dieser Situation tun kann, hier einige Links zu burmesischen Blogs:
http://burmamyanmargenocide.blogspot.com/

http://www.moeyyo.com/MM/
http://seinkhalote.blogspot.com/
http://soneseayar.blogspot.com/
http://moemaka.blogspot.com/
http://niknayman.blogspot.com/
http://dathana.blogspot.com/
http://burma-myanmar-news.blogspot.com/
http://rightorrong.blogspot.com/

Und weil solche historischen Momente eine ganz andere Ästhetik hervorbringen als unsere unwirkliche, dumme Popkultur, gestatte ich mir dieses YouTube-Video zu verlinken:

Peter Voss: 5 Jahre bis AGI

In seinem Vortrag auf dem Singularity Summit II hat sich Peter Voss mal wieder festgelegt. Letztes Jahr avisierte er für 2008 eine AI, dieses Jahr vor 800 versammelten Singularity-Afficinados bietet er eine Zeitspanne von 5 bis 10 Jahren an.

[audio:peter-voss-5-years.mp3]

How far are we from AGI? Well, it´s up on the slides. I guess it´s going to be recorded. I believe we are much closer to it than most people believe. Almost certainly less than 10 years and quite likely less than five.

Ich übersetze das mal mit: Mit Sicherheit weniger als 10 Jahre und wahrscheinlich weniger als 5. Vergleicht man das mit seinen Äusserungen von 2006, hört sich das schon etwas konservativer an. Konservativ im Vergleich zu sich selbst natürlich. Im Big Picture hat das immer noch die Ausmaße von 100 Al-Kaidas samt konvertierendem Papst. Aber wen interessiert das wenn alles was bei so einem Summit herauskommt eine handvoll Audioclips für den Liegestuhl auf einer Hochglanzseite sind, mit den seit 15 Jahren bekannten Argumentationslinien samt Zuckerbrot und Peitsche?

Einführung in die technologische Singularität

Parallel zum Singularity Summit hat sich Joel Pitt auf einem Barcamp unserer Antipoden dazu hinreissen lassen, einen einführenden Vortrag zur technologischen Singularität zu halten. Seltsamerweise gibt es da außer den Folien von Kurzweil recht wenig. Auch ein Hinweis darauf, dass diese Subkultur vorsichtig sein muss, sich nicht durch zu viel implizites Vorverständnis selbst zu vergiften.

Weil Joel so schön mutig vorausgegangen ist, stell ich jetzt meine Folien aus dem April-Vortrag auch mal einfach hier zur Verfügung. Ich war zuerst ein wenig skeptisch, muss aber feststellen, dass mein Ansatz über die Plausibilität und Legitimität in Konkurrenz zu den unausweichlichen Klimamodellen vielleicht ein wenig provokant, aber durchaus gangbar ist. In Kombination mit dem anderen Kurzvortrag beim Webmontag letztens wird glaube ich ein guter Schuh daraus.

Dienst am Leser: Singularity Summit II

Bis jetzt sehe ich 2 Blogs die live vom 2. Singularity Summit aus San Francisco bloggen:

Michael Anissimov
Frontier Channel

Wem die Singularitätshypothese nicht fremd ist, dem dürfte auch die englische Sprache geläufig sein. Die Restmenge könnte auf Wunsch mit kursorischen Übersetzungen bedient werden. Aber so wie es aussieht werden dort keine neuen Ideen geboren, sondern alle Puzzelteile noch einmal selbstbestätigend auf den Tisch gelegt. Ideen sind ja auch Kulturen, die ganz einfacher säugetierischer Fellpflege bedürfen und diese dürfte heute und morgen dort drüben nicht zu kurz kommen.
Nachtrag: David Orban

Elektrischer Reporter gewinnt Grimme Online Award

Durch eine Panne im System (Typo3) auf den Seiten des Grimme Instituts sind die Ergebnisse von morgen Abend verfrüht öffentlich geworden. Motto: Wer nicht arbeitet, macht auch keine Fehler.

Qualität entsteht auf den drei Ebenen System – Prozess – Produkt (siehe Juran etc) an dem viele Elemente beteiligt sind. Als Element des Ergebnisses, das unter dem Namen Elektrischer Reporter vom Grimme Institut geehrt wird, bin ich auf den morgigen Abend dennoch verdammt gespannt, da solche Veranstaltungen nicht zu meinem regulären Freizeitverhalten gehören.

So, und jetzt tauch ich ab in 2 Tage freuen.

Elektrischer Reporter für Grimme Online Award nominiert

Tja. Was soll ich dazu noch groß sagen? Ausser das ich mich jetzt 27 Tage lang im Lippekauen üben werde, nochmal eilfertigst auf meine Präziöschen hinweisen möchte und Mario nochmal für die Idee und Initiative danke. Amen. Gehet hin und watched ELRep! Und nicht nach der Werbung wegclicken! Da kommt noch was.

Nachtrag: …und für einen Publikumspreis darf auch abgestimmt werden!

[tags]Elektrischer Reporter, Grimme Online Award[/tags]

Nicht in Kansas

Aber in Essen. Ich weiss nicht welche Pille einige der anwesenden Zuhörer letztendlich gewählt haben, gut unterhalten worden sind sie allemal. Niemand hat sich gelangweilt obwohl statt der angepeilten maximal 40 Minuten, derer 60 wie im Fluge verschwanden. Dafür gab es ein ordentliches futuristisches Schleudertrauma mit 1 x Kardashev und zurück. Die Frage was Web2.0 denn sei, nimmt sich dagegen wie eine Nematodenverdauungsstörung aus.

Wer nicht da war – und das waren leider viel zu viele – wird vielleicht später die von Herrn Sixtus mit allem technischen Vodoo gevideobannte Fassung bewundern können. Derweil ich noch an einer Linkliste bastele und in der Zwischenzeit eine PDF-Fassung der Folien dieses Singularitätsvortrags (7Mb) auf Anfrage anbiete. Wer damit nix anfangen kann, darf mich ruhig für einen Vortrag buchen.