Cyc und Google: Totgesagte leben länger!

Zukunft lebt nur in unserer Erinnerung. Wir kombinieren und morphen Bilder bis etwas entsteht dem wir das Attribut Zukunft zueignen.

Das Projekt Cyc ist eine der ältesten Ikonen der künstlichen Intelligenz, dessen Schöpfer Douglas Lenat in diesem Google Talk Video das über 20 Jahre alte Projekt und seinen heutigen Stand beschreibt. Die Schlüsse die Cyc ziehen kann, sind heute noch erstaunlicher als 1997, als ich Cyc in einem meiner ersten Vorträge über die technologische Singularität erwähnte. Und es wächst und wächst. Und dann in Minute 56 kommt ein sehr entscheidender Satz :

..so that we can achieve Sergey´s goal of general AI by 2020

Die Kombination aus Cyc und Google erscheint vollkommen natürlich. Und wenn es nicht Cyc sein wird, dann etwas anderes. Semantisches Verständnis ist die nächste logische Entwicklungsstufe von Suchmaschinen, die den Fluss des Wissens von der Frage zur Antwort auf diesem Planeten derart beschleunigen und rückkoppeln wird, das mir das Ziel 2020 nicht nur realistisch sondern leicht pessimistisch erscheint.

Google will Top AI-Lab werden

Wie Phillip gerade auf Google Blogoscoped meldet, beabsichtigt man bei Google neben anderen interessanten Unternehmenszielen zum Top AI-Lab auf Terra zu werden. Was soll man dazu sagen? Ausser: The race is on?
Es könnte gut sein das Ben Goertzel, Elizier Yudkowsky, Peter Voss, Michael Wilson oder auch einige Leute rund um das IDSIA-Institut von Jürgen Schmidhuber in nächster Zeit einen neuen Arbeitgeber bekommen werden.

Ich halte es auf diesem Hintergrund für sehr unwahrscheinlich das die Möglichkeit einer technologischen Singularität in der Vorstandsetage einer gewissen Klitsche in Mountain View nicht diskutiert wird. Vor uns liegt eine Renaissance der AI-Forschung, die den ganzen Planeten mitsamt seiner Noosphäre auf die Zielgerade bringt.

Definitiv ein Akt der bewußten Beschleunigung der Beschleunigung!

Systemfortschritt

Gedankensplittermelange aus Luhmann, Systemtheorie, Spam, Aufmerksamkeitsökonomie. Ein Fortschritt dieses gesellschaftlichen Systems inklusive seines Wurmfortsatzes Internet wird nicht möglich sein, solange die Technologien nur dazu eingesetzt werden das Aufmerksamkeitsproblem für die agierenden Wettbewerber zu entscheiden, nicht gesellschaftlich zu lösen. Wenn die Technologien nur dazu dienen Werkzeuge in einem Nullsummenspiel der Aufmerksamkeit zu sein, ist jeder Teilnehmer – JEDER – immer nur Grade von einem Dasein als Spammer entfernt. Technologische Lösungen die das Aufmerksamkeitsproblem lösen wollen, werden das Individuum und damit die Quelle und ökonomische Grundlage dieser Mechanik eleminieren müssen. Gegewärtig paart sich Narzismus und Technologie noch prächtig.

Singularity Events Calendar

Hiermit biete ich den Singularity Events Calendar an, der unter folgender Adresse mittels Google Calendar abbonniert und importiert werden kann.

http://www.google.com/calendar/ical/pkdfh5rgq1sps5ero74ori9jlo@group.calendar.google.com/public/basic

Link kopieren und unter Other Calendars/Public Calendar Address einfügen und Add-en.

Informationen zu weiteren wichtigen singularitätsrelevanten Terminen werde ich einpflegen. Wer was weiss: Mail an mich oder über das Kontaktformular, ich schmeiss es rein. Beschleunigung der Beschleunigung!

If you know about a singularity relevant date or event please inform me through my contact page or mail (siggi.becker googlemail). I will update the Singularity-Calendar immediately!

Zooomer versus Flickr

Der Flickr-Clon Zooomer, über den bei Slashdot berichtet wurde, macht mich grübeln.

Wie man den dortigen Kommentaren entnehmen kann und mir meine Ahnung schon lange zuraunt sind derartige Ideen keine Grenzerfahrungen der Informatik. Es gibt da draussen global betrachtet – der einzigste Maßstab, der in diesen Belangen zählt – tausende 17-jährige die so etwas in 3 Monaten programmieren können. Der Unterschied liegt in der Aufmerksamkeit und den Finanzen die solchen Ideen schnell, sehr schnell zukommen müssen. Die Flaschenhälse Geld und Aufmerksamkeit bestimmen also ob Ideen genügend Dynamik aufbauen und ertragen können. Nicht der Grad der programmiertechnischen Schwierigkeit ist es, der eine massentaugliche Idee anziehend macht, sondern Geld und Aufmerksamkeit. Und dafür gibt es seit Ewigkeiten ein Wort: Marketing. Ob Gonzo, Guerilla, Viral, Postkarte: egal. Und darum erfasst mich eine komplexe Langeweile, was all diese Web 2.0 Projekte und Ideen betrifft. Denn was schliesslich aus dem Rauschen der Ideen und Projekte da draussen so weit herausgehoben wird (von wem?), das es wahrgenommen wird, werden soll, ist nicht das, was technologisch Grenzen testet oder gar für globale Belange wichtig wäre, nein, es sind durchgedrückte Kisten, die sogar im weiteren Verlauf der Entwicklung besseren Ideen im Wege stehen, und stehen sollen. (Wer würde schon nach dem tausendsten Foto für 5 Features mehr von Flickr nach Zooomer wechseln?)

Ich warte also weiterhin auf die wirklich beschleunigenden, den globalen IQ hebenden Projekte, vergleichbar 1/3 Internet (geschätzt).

Shave the train for saints

Wenn in jedem Dorf etwas geschaffen werden kann das „Provinz“ zu einem geistigen Ort werden lässt, sind wir da wo „jetzt“ ist. Wenn ohne Unterlass unser Anhaften unter der Betriebsamkeit zerschmettert wird, dann sind wir da wo „jetzt“ ist. Wenn der Beat der Evolution uns Montags anlächelt, um uns Freitags fallen zu lassen, dann sind wir da wo „jetzt“ ist. Und wenn ein Nicken reicht, wo Reden Luft schaufeln, dann sind wir da, wo Primaten schon immer vergaßen, das sie ihre Freude dem Nie-Jetzt verdankten. Betriebsunfall Buddha. Auf dem Zaun sitzen, heisst Jetzt sein, und Omega wollen. Wrroooam.

Google Analytics (2)

Natürlich kann man das auch drastischer Ausdrücken:

Google Takes Out Entire Industry In One Day!

Jon Heshaw bezieht sich dabei auf die Industrie der Webanalysesoftwarehersteller. 28 Buchstaben und eine miese Zukunft. Programme die 600$ kosteten. Damals. Google Analytics selbst basiert auf Urchin, einem Service den man schon immer bei Google beziehen konnte, und der schlappe 199$ pro Monat kostete. Bis vorhin.

Mir bleibt nichts anderes übrig als mal wieder ein Häkchen auf der Liste „Beschleunigung“ zu machen. Wobei die rekursiven Effekte später dann auf der Liste „Beschleunigung der Beschleunigung“ vermerkt werden.

High Time

Der junge Mann nebenan fasst die Tendenzen meines Erachtens sehr gut zusammen. Und ich darf sie mit meinen kleinen Bröckchen und Fragen garnieren.

Was ist die Intention hinter der Sandbox? Einerseits natürlich, die Leutz in die Arme von AdSense zu treiben. Andererseits ein deutliches Signal in die Cluetrain-Richtung. Hört auf mit dem Marketingbla. Werdet normal, redet. Das organische Netz. Das Netz als Organismus. Ein Organismus lebt, tauscht aus. Web3.0. Die Visitenkartenexistenzen im Netz haben langfristig keine Chance. Was passiert denn, wenn alle gleich gut optimiert sind? Dann dämmert die Stunde der Relevanz mitsamt ihrem Schwesterlein, der Intelligenz, und wehe dem, der nichts zu sagen hat…

Verdammt, und dieses Zitat aus dem Artikel bei Edge will ich auch nochmal zitieren. Es kann nicht oft genug zitiert werden:

„We are not scanning all those books to be read by people,“ explained one of my hosts after my talk. „We are scanning them to be read by an AI.“

Nicht gleich schlucken, nachdenken. Vielleicht bei einem Kölsch.

Lesehinweis1
Lesehinweis2

Bedeutung von Google Earth

Wichtig bei derartigen Artefakten ist, sich zu fragen was es bedeutet, nicht was es ist oder noch nicht ist. Die Anwort auf die Frage nach der Bedeutung kann intuitiv in Millisekunden geleistet werden, wenn man über hinreichend genug Phantasie verfügt. Mäkeln an „Performance“, Auflösung oder Features ist so phantasielos wie pragmatisch. Vielleicht ist beides identisch. Pragmatiker sind ja auch meistens phantasielos.

In den nächsten Wochen wird wohl eine Welle der Begeisterung durch Google Earth losgetreten, und das nicht zuletzt wegen der emotionalen Implikationen einen Standort einzunehmen, der bis jetzt Astronauten vorbehalten war. Dissoziation ist ein Pfad der Heilung. Ingenieure verändern die Welt. Yogis grinsen nur rum.