Wetterbericht

Ich mache mal eine Preview. Das ist ja modern. Mein Blogschweigen ist arbeitsames selbiges. Denn hinter der Bühne wird gehämmert und geschraubt. Geseitengeschraubt. Zum Beispiel unter http://www.siggibecker.de/futur und auch unter …/musik und ebenso unerwartet unter …/mind. MT ist eine brilliante Bestie, die ich aber gelobe zu bezwingen. Rooarrr! Alle Links auf eigene Gefahr und wie im wirklichen Leben führt natürlich vieles auf 404 oder es passiert nichts. Oder erst viel später.Tick Tack.

Erklärung

Strange Internet. Seit gestern erhalte ich dutzende Hits aus dem Fischertechnik-Fanclub-Forum. Scratch my head.
Worin besteht meine wie auch immer geartete Schnittmenge mit intelligenten Geeks? Da muss was sein… Also: Herzlich Willkommen! Fischertechnik war immer visonär.

Worum geht es hier? Um die allgegenwärtige technologische Beschleunigung. Mein Lieblingsthema seit über 15 Jahren. Ich will hier und drüben beim Mehrzweckbeutel versuchen dieses moving target zu verfolgen und die Bedeutung dessen zu entziffern. Redesign der Seiten in Arbeit. Was kommt? Auf jeden Fall eine dezidierte Abteilung zur „technologischen Singularität“ sowie zu allen relevanten technologischen, sich beschleunigenden Unterabteilungen. Stay tuned and pass by often!

Was wyrd

Mich deucht in den Gehirnen der jungen Generation ist die ständige, exponentielle Veränderung des Zukunftsraumes schon eingepreist. Nur ältere Herrschaften wie unsereiner delektieren sich noch am Wow-Faktor, weisen auf Moores Law hin oder mummeln: „Wo soll das bloss noch alles enden?“
Wer heute 15 oder 20 ist lebt mit der ständigen Revolution. Hat nie etwas anderes gekannt. Erwartet immer anderes und um den Faktor 10 erneuertes. Das wirklich Schockierende für diese Generation wäre das Erreichen der technologischen Grenzen. Was kommt nach Anything Goes?

Paradox

Das physische Erscheinungsbild dieser sich beschleunigenden technoiden Kultur ist so hausbacken wie eh. Autos brummen um die Ecke. Bei ALDI wühlt man im Gemüse. Ein Zug rauscht vorüber.
Aber unter dem biederen Kleid morpht es bis die Nähte knacken. Da laufen schon lange Herren eiligen Schrittes bei Rot über die Ampel, die in ihrem aus China importierten Anzug Informationsknoten beherbergen, die dem dritten Clarkschen Gesetz vollkommen genüge tun. Die gute Eile allerdings ist die gleiche wie vor Jahrhunderten und wärmt auch heute noch so sicher wie früher.

Proömium

Die größte Energie und höchste Spannung der Geisteskräfte findet, ohne Zweifel, in der Jugend statt, spätestens bis ins 35ste Jahr: von dem an nimmt sie, wiewohl sehr langsam, ab. Jedoch sind die späteren Jahre, selbst das Alter, nicht ohne geistige Kompensation dafür. Erfahrung und Gelehrsamkeit sind erst jetzt eigentlich reich geworden; man hat Zeit und Gelegenheit gehabt, die Dinge von allen Seiten zu betrachten und zu bedenken, hat jedes mit jedem zusammengehalten und ihre Berührungspunkte und Verbindungsglieder herausgefunden; wodurch man sie allererst jetzt so recht im Zusammenhange versteht. Alles hat sich abgeklärt. Deshalb weiß man selbst Das, was man schon in der Jugend zu wissen glaubte, jetzt viel gründlicher; da man zu jedem Begriffe viel mehr Belege hat: Was man in der Jugend zu wissen glaubte, das weiß man im Alter wirklich, überdies weiß man auch wirklich viel mehr und hat eine nach allen Seiten durchdachte und dadurch ganz eigentlich zusammenhängende Erkenntniß; während in der Jugend unser Wissen stets lückenhaft und fragmentarisch ist. Nur wer alt wird, erhält eine vollständige und angemessene Vorstellung vom Leben, indem er es in seiner Ganzheit und seinem natürlichen Verlauf, besonders aber nicht bloß, wie die Uebrigen, von der Eingangs-, sondern auch von der Ausgangsseite übersieht, wodurch er dann besonders die Nichtigkeit desselben vollkommen erkennt; während die Uebrigen stes noch in dem Wahne befangen sind, das Rechte werde noch erst kommen.

Schopenhauer, Vom Unterschiede der Lebensalter