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Siggis letzte Worte




13.Dezember 2010

Das ging schneller als ich spottete

...was wyrd, Beschleunigung, Dystopie, Prä-Singularität, Weltzustand - 3 Kommentare » 1:29 pm

In einem Anfall von dystopischem Spott liess ich mich am 7. Dezember zu folgendem Tweet hinreissen:

2014: Verbot des Besitzes von Festplatten und externen Speichermedien von Privatpersonen.

Woraufhin sich jemand bemüssigt fühlte zu tweet-klügeln: Weil? Bonk.

Aber selbst ich habe da nicht mit den amtierenden Dystopikern des US-Miltärs gerechnet.Schwupps, alles history.

Überhaupt scheint mir zuviel Klugheit in historischen Prozessen kontraproduktiv. Moderne Varianten der Hegelianer, die den Talk talken können und das begriffliche Ballett auf historisch geringstmöglichem Raum zu tanzen in der Lage sind, aber niemals auf den Barrikaden zu finden sein werden. Natürlich wohlbegründet.

4.Dezember 2010

Decision point in history

...was wyrd, Beschleunigung, Beschleunigung der Beschleunigung, Prä-Singularität, Soziologie, Weltzustand - 3 Kommentare » 11:43 am

The future is digital in two ways: First all will go digital. Second all future political decisions are standing on a digital base. Either we will find ourself quickly living in totalitarian societies or all systems will transform into fully transparent organisations. Such simple.

7.Oktober 2010

Addendum zur 9. Ästhetischen Jesellschaft

Beschleunigung, Beschleunigung der Beschleunigung, Singularität, Soziologie, Utopie - Comments Off 11:54 pm

Nebenan im Wavetank ist vorgestern unser neuntes Geplauder erschienen. In the heat of the night wagte ich ein Entree mittels eines Luhmann´schen Bonmots:

Gegen Komplexität kann man nicht protestieren.

Nice. Wer den Humor mitbekommt, darf sich abrollen. Für mich und die hierorts manifesten Blogthemen interessant war allerdings eine Stelle 2 Seiten vorher (Gesellschaft der Gesellschaft, S. 857):

Zur Themenerzeugung eignen sich spezifische Formen, und zwei von ihnen haben, weil sehr allgemein, besondere Prominenz erreicht. Die eine ist die Sonde der internen Gleichheit, die, wenn in die Gesellschaft eingeführt, Ungleichheiten sichtbar macht. Die andere ist die Sonde des externen Gleichgewichts, die, wenn eingeführt, die gesamte Gesellschaft als im ökologischen Ungleichgewicht erweist. Beides sind utopische Formen, denn Ungleicheit und Ungleichgewichtigkeit ist gerade das, was ein System auszeichnet.

Mist. Genau da liegt der Pfefferhase. Ein System ist eben immer nur ein System, wenn intern als auch extern Ungleichgewichtigkeiten existieren, ansonsten man - wie Hombre Bruysten richtig einwirft - ein warmes Gas hat, ohne die Möglichkeiten zur Entwicklung, gar Evolution, die jeder Gradient anbietet. Die verschiedensten sozialen, politischen und technologischen Utopien lassen sich leicht entlang dieses Rasters von internem und/oder externem Ungleichgewicht sortieren.

Was bieten auf diesem Hintergrund technologische Utopien? Im Gegensatz zu sozialen und politischen Utopien, deren Heilsversprechen im Ausgleich systemischer Ungleichgewichtigkeiten liegt, bieten technologische Utopien genau das Gegenteil: bis ins Extrem (Computronium) gesteigerte Ungleichgewichtigkeit und Komplexität. Da wo die “Kosten” zB in Form von gesellschaftlicher Inequality (zB Gini-Index) verschwiegen werden, wie im Falle Kurzweils, schlägt die technologische Utopie notwendigerweise in tumbe Ideologie um.

Dennoch sehe ich persönlich unter den herrschenden Verhältnissen immer noch keine Alternative zu einer Beschleunigung der Beschleunigung. Jede (politische) Vermittlung zwischen diesen Polen der technologischen, extremen Ungleichverteilung, Komplexität und evolutionären Dynamik und den Utopien gesellschaftlicher Gleichverteilung trägt im Herzen die Sehnsucht nach dem Kältetod, und jede Bejahung extremer, technologischer Utopien muss sich auf der anderen Seite die Frage: Für wen? gefallen lassen.

Diese beiden Pole und ihre vielfältigen ideologischen Fallen sind das Signum unserer menscheitsgeschichtlichen Übergangsphase. Sag ich jetzt mal einfach so.

8.April 2010

Identitätsspielchen

Beschleunigung, Prä-Singularität, Soziologie - Comments Off 10:55 am

Wer öfter auf “Alle als gelesen markieren” clickt, zeigt damit, das er eher Objektivitt, denn Solidarität zum Kritierium der Identität erhebt. Im River of News nichts verpassen zu wollen zelebriert nur den Mief der Solidarität unter pauperisierten “Wissens”-Arbeitern. Geschwindigkeit ist nicht Beschleunigung. (en passant Rorty + Virilio)

12.März 2010

CO-X: Countdown zu einer Konferenz

Beschleunigung, Events, noosphäre - Comments Off 9:22 pm

Vor fast 5 Jahren lernte ich auf dem ersten Webmontag in Köln nicht nur Philipp Lenssen, sondern auch Tim Bruysten kennen. Beide Begegnungen blieben nicht ohne weitreichende Folgen. Während ich mit Phil bloss eine internationale Welle lostrat und er mit mir ein kleines, launiges Interview führte, teilte ich mir mit Tim 2006 im ersten Elektrischen Reporter Monitor und die Aufmerksamkeit einiger tausend Zuschauer. Seit dem ist viel gelbes Wasser unsere Kehlen hinuntergeflossen. Im letzten Jahr nun stiess Dr. J. Martin zu uns und seitdem erhöhte sich die intellektuelle Betriebstemperatur derart, dass wir schliesslich die Idee zu einer Konferenz ausbrüteten. Im Umkreis Handelsblatt/Corps-Verlag fand diese Idee ziemlich schnell Anklang und so kommt es das ich hier nun melden kann:

Meine Rolle leitet sich dabei natürlich aus meinen persönlichen Schwerpunkten ab: Technologische Beschleunigung, Konversion verschiedenster Technologien, technologische Singularität oder auch nicht, Trends versus Utopie… Die Kategorienliste am linken Blogrand gibt eigentlich einen guten Überblick in welchem Bermuda-n-Eck ich mich seit fast 20 Jahren bewege. Innerhalb dieses Begriffrahmens werde ich versuchen das, was von uns mit Co-x zu erfassen versucht wird, einzuordnen. Da jede Art von Futurismus nur einen Versuch darstellt die explodierende Kontingenz der Systeme zu reduzieren, dreht es sich also eigentlich um Sinnproduktion. In einer solchen Situation ist oft schon viel erreicht durch das Auffinden der richtigen Fragen, anstatt schnell mit Antworten den Schein von Sicherheit zu verkaufen. Einen Teil dieses Frageprozesses haben wir im Wavetank seit Anfang des Jahres dokumentiert.

Details zur Konferenz natürlich auf der Konferenzseite selbst:

  • Co-x www.co-x.eu

    sowie laufende Diskussionen im

  • Wavetank.