Worüber unterhalten wir uns eigentlich?

Über eine Zukunft, die auf der gleichen Ebene behandelt wird wie das Gespräch über ein anzuschaffendes Möbelstück? Oder auf der gleichen emotionalen Ebene wie eine indifferente Katastrophe?

Die institutionell und erziehungstechnisch begründete Haltung, exponentielle Zukunft nicht im Bestand der eigenen (imaginierten) Aussenwelt zu sehen, ist eine Art krankhafter Solipzismus, der sich, weil er scheitern muss mit Tricks statt Visionen durchhangelt. Wir kennen sie alle, die Geschäftsmodelltrickser, „Realisten“ und Politiker, die vom Detail und/oder der eigenen Gier hypnotisiert und von Hierarchien gelähmt werden.

Es sind immer Einzelne, die diese Erstarrung links, rechts oder senkrecht überholen. Zum warm-visionieren könnten 2 Videos eines amerikanischen Highschoollehrers dienen:

  • Did you know?
  • 2020 Vision
  • Fiese Frage: Gibt es Lehrer in deutschen Landen die etwas inhaltlich vergleichbares wie Karl Fisch produzieren und auf allen Ebenen mit der Technologie leben, anstatt bloss über sie zu reden?

    Interviewtext Martin Varsavsky beim Elektrischen Reporter – deutsch + englisch

    Hier (hier, ja D.? Hier. 😉 ) die Links zu den Interviewtexten des Interviews von Mario mit Martin Varsavsky in deutsch und englisch.

    Interviewtranskript in Englisch


    Übersetzung des Interviews in Deutsch

    Und hier ein wenig Fremdenverkehrswerbung für Spanien.

    [tags]Interview, Martin Vasavsky, Elektrischer Reporter, Internet[/tags]

    Feedbackschleifen

    Das Unverständnis gegenüber Vorgängen in hybriden Netzwerken (Menschen + Computer) ist ein direkter Indikator für die Abkoppelung von Teilsystemen durch Feedbackschleifen. Da kann eigentlich im Sinne Zeno´s nichts mehr aufgeholt werden: Die blinden Flecken, auf die mit dem hysterischen Wunsch nach Regulation reagiert wird, werden zunehmen, bis es Zonen kompletter Entfremdung und Erstaunens gibt.

    Fahrplan

    Es ist nicht so das sich ein einzelnes Individuum etwas auf den Slot einbilden könnte, den es voller Akklamationen einnimmt. Es ist nicht so das die Prominenz einer Position dem Potential des Phänotyps entspringt. (uh 4 Ps). Dieser Schein ist die Blendung, die uns das Werk nicht sehen lassen soll, die den Vektor des Metamenschen vor uns verbirgt. Zentren sind Notwendigkeiten, die von uns bedient werden. Mit unseren Träumen und Leibern. Wie wir tanzen steht uns frei. Die Sehnsucht zum Tanz und den Sternen nicht.

    Google und AI

    Eigentlich ist die Äusserung von Larry Page zu AI trivial wenn man alle Puzzelteile zusammenfügt. Schliessslich heisst der Chef der Forschung bei Google Peter Norvig, wimmelt es von AI-lastigen Leuten in Mountain View und war eines der internen Unternehmensziele 2006 zum Top-AI-Lab auf Terra zu werden.

    Man kann sich jetzt darüber streiten ob bei Google mit AI AGI gemeint ist, was aber letztlich egal ist. Klar dürfte sein, das das Unternehmen mit der erfolgreichsten Suchmaschine für eine Steigerung der Qualität der Suchergebnisse auf künstliche Intelligenz setzt. So sieht Peter Norvig künstliche Intelligenz explizit in der Vermittlerrolle zwischen Autoren und Lesern.

    Wer nun allerdings glaubt AI könnte auf dem gleichen Niveau verhandelt werden wie ein neues Handyfeature, der glaubt bestimmt auch man könne ein bischen schwanger sein. Was danach kommt hat Vernor Vinge in seinem berühmten Vortrag für das VISION-21 Symposium bei der NASA 1993 so beschrieben:

    „I argue in this paper that we are on the edge of change comparable to the rise of human life on Earth.“

    So und jetzt schön weitermachen mit Hidden Text, AdSense und Web2.0.

    Larry Page vor der AAAS

    Vortrag von Larry Page vor der American Association for the Advancement of Science (AAAS) über Wissenschaft und ihr Imageproblem, warum so wenig Leute etwas grundsätzlich Neues versuchen, Tesla, Ausbildung, AI, Klima, Armut, Umwelt, Solarenergie…

    Auf eine Frage aus dem Publikum nach der „most disruptive technology“ in der Zukunft fällt ihm sofort AI ein mit einer 5%-Chance jedes Jahr gebaut zu werden. Der Tenor bei Google scheint zu sein: It can be done.

    Ausnahmsweise via Heise News

    Nachtrag: Video bei Cnet mit den AI relevanten Stellen

    „We have some people at Google (who) are really trying to build artificial intelligence and to do it on a large scale…It’s not as far off as people think.“

    [tags]Larry page, Google, AAAS, AI[/tags]

    Vernor Vinge: Zukunftsszenarien ohne Singularität

    Letzten Donnerstag (15. Feb) hat Vernor Vinge im Rahmen der Seminare der Long Now-Foundation über langfristiges Denken sich Zukunfts-Szenarien gewidmet die keine technologische Singularität beinhalten. Ein Gedanke mit dem ich auch schon längere Zeit Ping Pong spiele. Im Prinzip eine Zukunft mit zwar beschleunigtem technologisch-wissenschaftlichem Fortschritt, aber ohne Durchbrüche zu AGI und Nanotechnogie im Drexlerschen Sinne. Welche Szenarien dräuen dann für die nächsten Jahrzehnte oder Jahrhunderte? Wenn man sein „Golden Age“ Szenario (wie er selbst auch) als allenfalls gut genug für Leute hält, die auch an die Zahnfee glauben, bleiben eigentlich nur Varianten der alten Drehbücher zwischen Angst und Hoffnung. Um in solchen Szenarien dem immer größer werdenden Risiko für das Überleben der gesamten Art zu entkommen, gibt es nur eine Richtung: zu den Sternen.

    Alle diese Szenarien beruhen alle auf Randbedingungen (keine AGI, keine Nanotechnologie), die Vernor Vinge für unwahrscheinlich hält. Sehr viele Stränge der weiteren technologischen Entwicklung müssten schon gleichzeitig vor grundsätzliche Wände fahren um uns in langweiligster Manier für Jahrtausende auf das ewig gleiche Rad zu spannen.