Weihnachtslink: Beyond Belief

Als Antidot zum folkloristischen Höhepunkt in unseren Breiten empfehle ich: Beyond Belief. Die Videomitschnitte der Konferenz und der Diskussionen zeigen einen Querschnitt des modernen, wissenschaftlich orientierten Atheismus. Nächster Termin: Beyond Belief II: November 1-3 2007.

Die Stille, die da draussen gleich ausbricht bedeutet nicht, das ich ihr mein Schweigen unwidersprochen beimische.

[tags]Beyond Belief, Atheismus, Wissenschaft, Dawkins[/tags]

Weihnachtsgeschenk: Microsoft beantragt Patent auf RSS!

Welche Strategie nun wieder dahinter stecken könnte erschliesst sich wohl nur einem Patentanwalt jenseits der Zynismusgrenze. Seit gestern dürfte Dave Winers Blutdruck ebenso wie das absurde amerikanische Patentsystem ungesunde Höhen erreicht haben. Aus welchen Gründen auch immer: Da will jemand an die Schlagader der Internetzukunft!

Frohe Weihnachten!

Nachtrag: Es besteht die Möglichkeit das der Antrag auf ein Patent mit so offensichtlicher Prior Art ein strategischer Zug ist, um Microsoft selbst vor Prozessen schützen. Sollte der Antrag zurückgewiesen werden, kann niemand RSS patentieren. Ausser Dave Winer vielleicht, der sich allerdings skeptisch zeigt ob Microsoft nicht doch vielleicht das Patent durchbekommt. Aber das wird schon gut gehen, so kurz vor Weihnachten, nicht!?

[tags]RSS, patent, Microsoft, Dave Winer[/tags]

Erstkontakt

Da ich kein Schach spiele, kann ich die Beobachtung von Shane Legg zur vielleicht letzten Partie zwischen einem Menschen und etwas Silicon um die Weltherrschaft im Schach nicht gut beurteilen, sie scheint mir aber ein guter Vorgeschmack darauf zu sein was uns blüht: schlichtes Erstaunen und sattes Unbegreifen im Moment des Erstkontaktes.

Deep Fritz would sometimes make strange moves that the Grand Master commentators could not explain… at least not until a few moves later when the subtle reasoning behind the move became apparent.

Schach in Zeiten, wo das 657te Kontaktpochtahl als Web2.0 Errungenschaft ver-vauzeht wird.

[tags]schach, AI, singularity [/tags]

Zusammenarbeit von Google und NASA

Heute, 18. Dezember, 11 Uhr Ortszeit soll im NASA Ames Research Center in Californien im Building N-200, Konferenzraum erste Etage, ein Projekt in Zusammenarbeit mit Google bekannt gegeben werden. Wahrscheinlich handelt es sich um die Konkretisierung des „memorandum of understanding (MOU) “ aus dem September 2005.

NASA and Google have signed a memorandum of understanding (MOU) that outlines plans for cooperation on a variety of areas, including large-scale data management, massively distributed computing, bio-info-nano convergence, and encouragement of the entrepreneurial space industry. The MOU also highlights plans for Google to develop up to 1 million square feet within the NASA Research Park at Moffett Field.

Bio-Info-nano-Konvergenz!? Förderung der privaten Raumfahrtindustrie? 90 000 qm Forschungsfläche?! – Ich bin gespannt.

Nachtrag: Pressemitteilung der NASA von vorhin. Es dreht sich also um die Datengräber der NASA und ihre Vergoogelung. Nichts besonderes, nur Real-time-Wetterberichte und ihre Visualisation, hochauflösende 3D-Mond- und Marslandkarten und real-time Verfolgung der ISS, was auch immer das sein soll. Also nur Science-Fiction-Kram der 70iger.

[tags]Google, NASA, Ames [/tags]

LeWeb3: Die ersten Köpfe rollen!

Wie seit Jahrhunderten üblich rollen aber nur die Köpfe der kritisierenden Untergebenen. Nachdem sich Sam Sethi von TechCrunch (einer der Sponsoren) negativ zur LeWeb3 auf dem TechCrunchblog geäussert hatte und ihn Luc Le Moir als „asshole“ titulierte (Kommentar wurde natürlich gelöscht, aber von Le Meur bestätigt), musste der so beschimpfte heute wohl seinen Hut nehmen.

Solange Kabel die ewig gleichen Säugetiere verbinden, solange werden auch in diesen virtuellen Gefilden die uralten säugetierischen Spielchen gespielt. Pure Aufmerksamkeit alleine hebelt Macht noch lange nicht aus. Meier, in mein Büro! Was haben sie da geschrieben?! Sie sind gefeuert!

The same as it ever was. Das kulminiert erst wenn der erste nichthumane Akteur die Bühne betritt. Ich warte ungeduldig.

[tags]Leweb3, Sam Sethi, Techcrunch[/tags]

LeWeb3 und der Tausch von Aufmerksamkeit gegen Macht

Ein interessanter Vorgang. In aller Öffentlichkeit. Die Sphäre der Aufmerksamkeit (Blogs) hat die Sphäre der Macht (Politik) berührt. Wie rotierende Räder deren pure Energie in diesem Fall von einer Person (LeMoir) genutzt wurden um auf ein anderes Rad zu springen. Wie erfolgreich und ob nur zum eigenen Vorteil, bleibt abzuwarten.

Das Entsetzen, mit dem die internationale Bloggeria reagiert, resultiert nur aus dem Leugnen der 2 anderen, in obszönem Ausmaß autarken Sphären: Macht und Vermögen/Einkommen. Bloggen ist solange irrelevant, solange die Reibungsenergie zwischen den 3 Sphären der Aufmerksamkeit – Macht – Einkommen/Vermögen nicht in sinnvolle Arbeit transformiert wird.

[tags] Leweb3, Power, Attentioneconomy [/tags]

Aufmerksamkeit – Macht – Vermögen (n)

Aus der Ferne durch die berichtenden Blogs betrachtet. Die Dynamik die durch Beeinflussung, Überschneidung und Einflussnahme dieser 3 Sphären entsteht, wird, wie mir scheint gerade auf der Le Web3 demonstriert. Sobald sich diese Sphären berühren haben wir es nicht mehr mit Web 2.0, sondern wie R. Wasserfuhr anmerkt mit Milgram 2.0 zu tun.

[tags]leweb3, Attentioneconomy, Macht, Power[/tags]

Die Meldung des Tages: Offensive Nutzung Internet

Nur in gaaanz schweren Ausnamefällen, bei begründetem Tatverdacht und nur nachdem ein Richter zugestimmt hat soll nun auch der Bund einen Rechner online untersuchen können, ohne vor Ort anwesend sein zu müssen. Alle die nichts zu verbergen haben, brauchen nichts befürchten. Datenschutz ist schliesslich bloss Täterschutz, oder?

Wie isst man ein Fahrrad auf? Häppchen für Häppchen.

Replik

Der Versuch dieser jungen Dame ist so beleidigend linear, wenngleich anregend, das man ihn nur aus dem hoffärtigen Egozentrismus eines bestimmten Lebensalters und einer spezifischen geistigen Disposition erklären kann. Die dreifache Menge an Leben (52) äussert sich eben nicht nur in Falten, sondern auch in Überschuss, den ein drittel großer Fetzen (17) kaum bedeckt.

Auch wenn unsere digitale Existenz scheinbar gleich daher kommt und scheinbar gleich zugänglich, nämlich klickbar ist, – dahinter verbergen sich unterschiedlichste quantitative und qualitative existentielle Stränge, die nie identisch gemacht werden können. Der Ruf nach Verständlichkeit (Tilgung: für wen?) und Einfachheit, ist so alt wie die introjizierte Warenwelt: Ich will Wurst im Gegenwert von 3,50. Wehe, ich muss kauen, wehe, ein Geschmack stellt sich ein, wehe, es weicht ab von dem was meine Peergoup frisst. Abweichung wird nur toleriert wenn sie in den normierten, reproduzierbaren Erscheinungsformen und Haltungen der Popkultur daherkommt, die Form einer klaren Bedienungsanleitung annimmt (Pushbutton Intellekt) oder genügend sinnlich aufreizend ist um auf dem schwankenden Boden einer unklaren Identität vorübergehend den Schwindel zu betäuben. Solange man Identität sucht, ist Ambiguität unerträglich.

Obwohl Wissenschaft unser bester Besen ist, um den Grund zu fegen auf dem wir stehen, lässt sich schlecht mit einem Besen tanzen. Zukunft wird zwar durch klaren Boden bereitet, aber durch den aufgewirbelten Staub schauen kann nur, wer willens ist Umrisse als das gelten zu lassen.