Noosphäre und Kommunion

Die Noosphäre bietet Grade der Kommunion, vom sentimentalen (siehe geriatric1927) über das Rationale bis ins Transrationale, wobei sich letzteres nie im einzelnen Akt darstellt. Nie kann ein Knoten ein Netz repräsentieren.

Dem je eigenen Entwicklungsstand eines phänotypischen Elements entspricht auch die emotionale Reaktion auf die Kommunion, die es an den Schnittstellen zur Noosphäre erfährt. Die Masse reagiert auf die Berührung mit der Noosphäre sentimentalisch.

Nachbetrachtungen und Kaffesatzlese: Soft oder Hard?

Zu den vorgestern verlinkten Vorträgen zu Singularität und AI. Manchmal muss man die Finger zur Hilfe nehmen um das Bild eines Mosaiks zu erkennen. Peter Voss sagt 3 Jahre, und wenn man hinter ihm herclickt, wird klar das er an keinen Soft Take Off glaubt (ich auch nicht, aber wer bin ich). Goertzel sagt unter 10 Jahren mit Novamente. Yudkowsky hält sich da schon lange raus, sein Tenor ist: Dann, wenn wir wollen. Kurzweil: Ist eigentlich bei allen die wirklich den Schraubenzieher in der Hand haben indiskutabel. De Garis hat rübergemacht nach China, was Implikationen hat, die durchzudenken jedem selbst überlassen bleibt. Das Singularity Institut bekommt seine Büroräume von einem Hedge Fund via Peter Thiel gesponsert.

3 bis 10 Jahre hört sich natürlich schockierend an. Vielleicht liegt es aber einfach daran, das Leute die konkrete Projekte initiieren, mit konkreten Daten arbeiten. Zweifel daran stehen keinem Projekt gut. 2008 ist allerdings nicht so weit enfernt, das Herr Voss auf die Erosion meines Gedächtnisses hoffen darf. Ich hab mir das gemerkt, das schaff ich grade noch.

2 Videos von Vorträgen zur Singularität

Die serielle Aufnahme von Informationen ist für uns Säugetiere dann reizvoll, wenn sie uns zB ermöglicht die Parasprache anderer Diskursteilnehmer zu studieren. In diesem Fall Yudkowsky, Goertzel und Voss. Der Unterhaltungswert dieser Experten steht allerdings wie ich meine im umgekehrt proportionalen Verhältnis zu ihrer Expertise, Sachkenntnis und Intelligenz (was heisst das für jemanden wie Kawasaki?). Yudkowsky könnte auch gleich seine Vorlage austeilen und jemand anders vorlesen lassen. Andererseits: Hauptsache er kommt zu Ergebnissen in den neuen Räumen die vom Clarium Hedge Fund generös zur Verfügung gestellt wurden. Hm, ein global agierender Hedge Fund sponsort unterm gleichen Dach die heissesten Typen auf diesem Planeten. Wer möchte unter diesem Aspekt nochmal seine Ironie und Sarkasmus bezüglich des Themas technologische Singularität unter die Lupe nehmen? Na!?

Hier nun also die zwei Videos:

  • Ben Goertzel über die Rolle von Künstlicher Intelligenz in und für eine Singularität.
  • Peter Voss und Eliezer Yudkowsky in einem Workshop des Terasem Movement.
  • Wissen muss fliessen

    Statusquotende Seilschaften bedienen das Gleichgewicht ihrer Habitate durch die Installation von Dämpfungsfaktoren aller Art. Frei fliessende Information und Wissen dient nur einem Vektor: maximale Neg-Entropie aka „Omega“. Wirkliches Gleichgewicht handelt vom gewollten Tanz auf der Grenze zwischen Chaos und Unwahrscheinlichkeit. Kunst, Politeia und FAI sind dessen Früchte.

    Futurismus ohne Gadgets

    Mir aus dem Herzen gesprochen: Jamais Cascio, A Gadget-free Futurism. Durchschnittlicher Futurismus, selbst wenn er im Gewand von „Szenarios“ verkauft wird (die nur Plausibilität dort suggerieren sollen, wo Wahrscheinlichkeit regiert) ist selten von unbezahlter Produktpräsentation zu unterscheiden. Zumal in technisch orientierten Blogs, in denen Features und Gadgets ein Surrogatgefühl von Zukunft herstellen müssen. Ich paraphrasiere Cascio:

    „Futuristen“ können sich im Gespräch über Gadgets oder neue Technologien scheinbar engagieren ohne parteiisch zu sein.

    Ohne Stellung zu beziehen. Und das wiederum ist nur möglich mit einem irgendwie gearteten „Big Picture“ als Kriterium der eigenen Urteilskraft. Wer nicht in der Lage ist die Frage nach dem „Wozu?“ zu beantworten, ist in seinem Gebrabbel über Technologie und Zukunft dazu verdammt billige Werbung für bunte Perlen auf einem Weg zu machen, der unsichtbar bleibt, wenn man mit der Nase am Asphalt klebt.

    Arbeitsanweisung

    Mit eigenen Schritten durch die Spiegelhallen unserer Filterwelten schreiten, den Reflex reflektieren. Wissen, das jeder Impuls säugetierische Reichweite hat. Veränderung bejahen, Vergänglichkeit bekämpfen, den glitzernden Grund der Vernunft herbeisehnen. Weitergehen wo die Kraft versagt. Innehalten wo Rausch regiert. Erinnern und erinnern…

    Immer wieder den Staub des täglich neu andrängenden, modischen abklopfen und sich besinnen. Rückkehr zu den Konstanten Stern, Stein und Weite. Den Entwurf im Geringsten entdecken. Sich gegen die schütteren Geister taub machen.

    Die Glut der Doppelhelix treibt seine Träger über sich selbst hinaus.