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Siggis letzte Worte




29.Juni 2006

Der 3. Mann bei Microsoft

Beschleunigung, Events, Wirtschaft - Comments Off 12:34 pm

Wunderliche Welt der Nachrichten. Der nach Bill Gates und Steve Ballmer älteste Angestellte Microsofts, Mark Zbikowski hat am 9. Juni Microsoft verlassen. Muss mir entgangen sein wo das gemeldet wurde. Nun fehlt nur noch Steve Ballmer. Bill Gates, Vic Gundotra (nächstes Jahr bei Google) und Martin Taylor sind ja schon wech. Nimmt man den Einstellungsstop für 2007 noch mit ins Bild, würde ich sagen: verkaufen!

28.Juni 2006

Guy Kawasaki und die Geschäftsmodelljäger

Beschleunigung, Prä-Singularität, Wirtschaft - 2 Kommentare » 2:31 pm

Das was Guy Kawasaki in seinen Vorträgen über sein Buch “The Art of the Start”sagt, ist voll eingebettet in unsere beschleunigten Zeiten. Alle Versuche ein lebensfähiges Geschäft in diesen prä-Singularitätszeiten aufzuziehen sind nur noch evolutionäre Schrotschüsse, deren einzelne Kugeln sich nichts auf den Treffer einbilden sollten.

Der klassische Geschäftmodelljäger wird natürlich ganz hibbelig wenn er in Second Life Wummen für 1 Linden-Dollar verkaufen darf, vom Metaversum labert und alle 3 Sätze die Vokabel “spannend” benutzen kann. Wer Zukunft für ein geschäftsmodellfähiges Interface für die alten säugetierischen Triebe hält, will Geschichte nur mit anderen Mitteln fortsetzen, weil ein Wirtschaftsinformatikstudium keine Philosophie oder Poetik kennt. Das ist kein Fortschritt, sondern Perpetuierung. Oder Seitwärtsbewegung für Kastraten, wie man in der Börsensprache sagt.

Womit wir wieder bei “Utopie” sind. “Make meaning” ist genau das: Utopien realisieren. Alles andere ist Fortschritt.

25.Juni 2006

Utopie und Fortschritt

...was wyrd, Beschleunigung, Denken, Futuristik, Prä-Singularität - Comments Off 3:15 pm

Manchmal braucht es Zeit und ein Stichwort, um die Wurzeln des eigenen Antriebs zu verstehen. In Kreisen treibt man um den eigenen Turm, getrieben, hinauf oder hinunter zu schauen.

Utopie ist nicht Vision, schon gar nicht Fortschritt. Fortschritt kann Vision sein, Vision kommt oft ohne Fortschritt aus. Das was mich seit je am Thema Zukunft fasziniert ist die Möglichkeit, mittels Technologie Utopien zu realisieren. Utopieloser Fortschritt, wie er von den manischen Geschäftsmodelljägern täglich weltweit “implementiert” wird, ist damit auf jeden Fall nicht gemeint. Roboter für die Altenpflege sollen uns zwar als Fortschritt verkauft werden, sind aber Utopiekiller ersten Grades und kurieren nur Symptome. Im Gegensatz dazu ist Aubrey de Grey ein Utopist im besten Sinne, der eine Vision hat und den technologischen Fortschritt nutzt, um Ursachen des Alterns zu bekämpfen und einen uralten Menschheitstraum zu realisieren.

So wie der Begriff Utopie von Thomas Morus bis Ernst Bloch mit Bedeutung aufgeladen wurde, kann er uns in turbulenten Zeiten davor retten einem Shareholder-Value-Begriff von Zukunft aufzusitzen, der nur dazu dient hinter der Nebelwand der Gadgets transhumane Superreichenghettos zu errichten.

Utopie ist ein evolutionärer Vektor der, wenn er um des eigenen Vorteils willen missachtet wird, alles Leben aus Ideen, Erfindungen und Visionen saugt.

Improvisation aus Tönen

Musik - 2 Kommentare » 12:43 pm

Sobald einige Zeitgenossen einzelne Töne hören, die nicht aus wischiwaschi-Mollpentatonik bestehen, glauben sie “Noten” zu hören. Andere wiederum, denen der Sound und Beat fehlt, vermissen das “auf-den-Punkt-kommen”. Verdammt, als wenn es sich in der Geschichte der Musik nie um die wundersamen, millionenfachen Möglichkeiten der logischen, emotionalen Entwicklung von Tonfolgen gehandelt hätte, sondern um Effekt, Richtschnur und manirierten Dilettantismus.

So. Mal wieder 100k verrauschtes Morgenhaiku.

16.Juni 2006

Ach, weisst Du…

...was wyrd, Denken, Kreativität, Sonstwas - 12 Kommentare » 11:27 pm

Jede künstlerische Form ist auch das Resultat der Erkenntnis nie genug Zeit zu haben. Solange mir keiner garantiert noch ein paar Jahrhunderte Zeit zu haben, muss verkürzt, kondensiert und abstrahiert werden. Wer das Kondensat jeder Erscheinung nicht durchdringt oder durchdringen will, scheitert auch an der eigenen Einmaligkeit, ist Gemüse im Angesicht dieser beknackten Emergenz “Ich” und glaubt was andere Emergenzen ihm einflüstern. Jeder Grund ist steinig, jede Höhe weisend. Rettet mir bitte die Utopie in allem Fortschritt; wer in allem bloss das Geschäftmodell sucht, steht zum Schluss mit leeren Händen da.

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