Monats-Archive: Mai 2005

Sellafield und die Blogosphäre (2)

Eine Nacht drüber geschlafen. Heute morgen bei Technorati noch einen Blogbeitrag vom 11.5 zu diesem Vorfall gefunden. Also vor 18 Tagen. Auch wenn es weh tut: Das ist die Realität. Über das Versagen der klassichen Medien in diesem Fall nachzudenken, wäre ein Fehlschluss. Hier muss sich die sogenannte Blogossphäre an ihrem eigenen Hype messen lassen. Was ist dazu besser geeignet als etwas so langweiliges wie ein Atomunfall?

Die Blog-Ideologie lautet, das die Blogossphäre einem homöostatischen System ähnelt, in dem etwas „wichtiges“ von unten nach oben gespült wird. Und? Passiert das? Ein C-Blogger berichtet über einen Atomunfall. Und irgendwo fällt ein Sack Zement um. Ich vermute das „Personal Publishing“ dazu führt das das Mittelmass regiert. Die Filter des Mobs sind und waren seit je: Konsum, Sex, Drugs and RocknRoll. In den klassischen Medien gab es das Korrektiv der Redaktionskonferenz auf der festgelegt wurde was „wichtig“ ist. In der Blogosspäre stimmt der Mob mittels Clicks ab.

An anderer Stelle erwähnte ich den Qualitätszyklus nach Juran: Produkt – Prozess – System. Wie am Beispiel des Sellafieldunfalls zu sehen ist, ist der Prozess der Blogosshäre so geartet, das lebenswichtige Nachrichten herausgefiltert werden. Bedenkenswert, wenn nicht gar bedenklich. In einem gesellschaftlichen Sinne wäre der Begriff „dysfunktional“ – nicht „dis-“ – angebracht.

Sellafield und die deutsche Blogosphäre

Ah ja. Ein schönes Beispiel für die Gefährlichkeit dessen, von dem man nichts weiss. Trotz Blogs, RSS, SMS, Email und Krötenasche bei Vollmond. In Sellafield laufen seit Monaten 83 000 Liter hochradioaktive Brühe, die zur Verfeinerung mit Plutonium abgeschmeckt wurden in ein Auffangbecken aus, ohne das es bemerkt wird. Vom Gegenteil möchte ich bitte nicht… Weiterlesen…