NEU! NOW!

Siggis letzte Worte




22.März 2005

Kann jeder

...was wyrd, Sonstwas - 2 Kommentare » 10:37 pm

Es ist ja so das man leider in diesem abenteuerlichen 3D-Filmdings selbst drinsteckt. Und versucht sich eine Zeichung drauf zu machen. Mit begrifflichen Konstrukten wie “Entropie”, “2. Hauptsatz”, “Komplexität”, “GINI-Index”, “Shampoo”, Moores Law, “technologische Singularität”. Wem noch was einfällt darf es behalten.

Diese Begriffe dienen einzig dazu Vorhersagen machen zu können. Aber warum sollte man als Nichtmarketingfuzzi Vorhersagen machen wollen? Glück? Zufriedenheit? Neugier? Wettfeeling?

Ich glaube es ist die Erinnerung an ein Gefühl. Das Gefühl das ich empfand als ich auf dem Rücken liegend in Griechenland den Sternenhimmel sah. Zuhause warteten Vorlesungen auf mich. Wie passte das zusammen? Schönheit. Sinn und Neugier. Nichts besonderes. Schönheit, Sinn und Neugier. Ungefähr so wie Jazz. Zwischen den Sternen. Und darum jongliere ich immer noch mit Entropie, Komplexität, GINI-Index und dem pulsenden WEITER.

21.März 2005

Hubbert Peak - Peak Oil

...was wyrd, Beschleunigung der Beschleunigung, Energie, Peak Oil - Hubbert Peak, Wirtschaft - Comments Off 10:26 am

Am Montag dem 14. März gabs ein Congress Hearing drüben beim Hegemon in dem der konservative(!) Kongressabgeordnete Roscoe Bartlett Peak Oil erklärte. Damit dürfte das Thema nach Jahrzehnten langsam in der Öffentlichkeit angekommen sein. Für Ende 2005 sehe ich 80 wenn nicht gar 100$ für ein öliges Fass.

Neg-Entropie hat ihren Preis. Auch Einkommensungleichverteilung ist ein Nebeneffekt der Neg-Entropie. Durch die ab jetzt nie mehr zu schliessende Lücke zwischen Ölnachfrage und -angebot wird diese Ungleichverteilung jedoch nicht geringer werden. Auch in Deutschland.

Für mich folgt daraus wieder einmal, das nur eine bewusste Beschleunigung des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts die Menschheit vor lästigen Nebenwirkungen ihres Drangs zu Komplexität und Unwahrscheinlichkeit bewahren kann.

19.März 2005

Unsere Zukunft soll schöner werden

...was wyrd, Futuristik, Prä-Singularität, Wirtschaft - Comments Off 9:18 pm

Wenn Szenarien ihre jeweilige Wahrscheinlichkeit Trends verdanken, dann wäre es verständlich zu versuchen möglichst alle wesentlichen Trends an allen Fingerchen abzählen zu können. Moores Law fällt einem ein. Hubbert Peak. Nanotechnologie. Bloggen. Gentechnologie. Jamba! - Scherz, Scherz.

Aber was ist mit folgendem Trend: In den 60igern hat das untere Quintil auf diesem verfluchten Planeten noch 2,3% des gesamten Vermögens besessen. Nichts womit man große Sprünge machen könnte. Da muss man schon mal den ein oder anderen Urlaub in der Karibik auslassen. Nachdem dann alle viele spannende Bücher über positives Denken gelesen haben und tolle Erfolgseminare besucht hatten, sind es im Jahre 1998 nur noch 1,2% gewesen. Huch! Und warum hat der globale Mittelstand (60%) im Jahre 1998 gegenüber den 27% aus dem Jahre 1960 nur noch 9,8% besessen? Gerade die! Besuchen doch jedes Ohrenkerzenseminar westlich von Santa Fe (Quelle wie immer UNDP).

Halten wir fest: Massiver globaler Trend ist ärmer zu werden und Vermögen nach oben durchzureichen (1960: 70,2%; 1998: 89%). Wo da der politische Spielraum ist muss mir der Herr Clement noch erklären. Egal, Schwamm drüber. Holstein rulez.

Wenn man nun davon ausgeht das dieser Trend in den nächsten 10 Jahren anhält, weil unglücklicherweise die Bremse gerade nach Alpha Centauri ausgeliehen wurde, dann stellt sich die ungemütliche Frage, welches Szenario man sich auszumalen hat, in dem Höchsttechnologie (siehe Kategorieenliste am linken Rand) auf extreme Vermögensungleichverteilung trifft.

Ich weiss es ja auch nicht. Aber ich werde darüber nachdenken. Fortsetzung folgt.

16.März 2005

Ein Gedanke zum sog. “Qualitätsjournalismus”

...was wyrd, Transformation - Comments Off 11:12 pm

Liegt mir seit Tagen auf dem Keyboard. Die “Respekt”-Bezeugungen von Mario oder Herrn Alphonso zu den Rücknahmen und Berichtigungen von SPON oder Focus schienen mir völlig unangebracht, ausser um mich an das herrliche Filmzitat aus “Snatch” zu erinnern: “Nimm deine Zunge aus meinem Hintern, das tun nur Hunde.” Und das geht so:

Nach Juran oder Deming entsteht Qualität auf 3 Ebenen: System - Prozess - Produkt. Wenn ein Produkt schlechte Qualität hat, besteht die unintelligenteste aber legitime Lösung darin das Produkt zu verbessern oder zurückzunehmen. Ein normaler Vorgang in der Industrie. Niemand läuft hernach rum und lallt was von “Respect Opel!” oder “Respect ALDI!”.

Bevor nicht etwas gravierendes auf den Ebenen “System” und “Prozess” verändert wird, ist jede Respectorgie völlig unangebracht. Es wird bleiben wie es ist und aufmerksame Blogwarte werden die sogenannten Qualitätsjournalisten immer wieder mit runtergelassener Hose oder mit der Flosse in der Zuckerdose (WikiPedia) erwischen.

Der Unterschied zur Blogsosphäre liegt eben darin, das vom Start weg ein anderes, Lichtjahre entferntes “System” und ein anderer “Prozess” in die Produktion und Rezeption von Texten eingebaut ist. Und deswegen schiesst hier jemand mit Kanonen auf Spatzen. Und es ist nicht der herkömmliche Journalismus der am Drücker ist.