Lichteinfall

Slip sliding die Strasse der Evolution. Der Belag widerscheint in den Augen aller bergauf Reisenden. Niemand kann sich dem Drängen der Reise wiedersetzen. Die Fahrt wird zur Strasse, die Strasse zum Ziel – alles morpht auf den Horizont zu. Händler am Rand zahlen mit verdrängter Sehnsucht und staubiger Niedertracht. Die Reisenden träumen die Strasse an den Händlern vorbei. Wer erwacht, wird Belag.

Intrikate Reflexion

Nun, da ich mich entblödete das folgende Zitat in wesensfremde Kanäle zu pumpen, darob ein minderes Raunen durch noch wesensfremdere mentale Verdauungstrakte gluckerte, sehe ich mich gezwungen es hier noch einmal zu wiederholen. Natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Der Zusammenhang? Oooooch, tröt flöt: Nur die technologische Singularität und eine auf SL4 laufende Diskussion über die Zukunft der menschlichen Evolution.

The problem word is „objective“. There is a very deep problem here, a place where the mind processes the world in such a way as to create the appearance of an impossible question. Sort of like similar questions asked by dualists through the ages: How could mere matter give rise to thought? How could mere matter give rise to intentionality? How could „is“ ever imply „ought“? Considering the amount of philosophical argument that has gone into this sort of thing, I hope it is not too implausible when I say that my preferred method for actually untangling the confusion is a bit difficult to explain. But if you´re willing to leave the confusion tangled and ask after my moral output, then my answer starts out with the me that exists in this moment, and then asks what changes to myself I would make if I had that power. „Human is what we are. Humaneness is renormalized humanity, that which, being human, we wish we were.“

Eine vordergründig technologisch orientierte Weltsicht begründet noch lange keine fehlende „Tiefe“.

Eine Stunde Nanoerwägungen

Ich vermute das es seine Gründe hat, das ich kein Fernsehen meinen Strom fressen lasse. Dafür schau ich mir dann lieber ein stundenlanges Fachgesimpel über die Auswirkungen von Nanotechnologie in diesem Interdingsnetz an. SAGE Crossroads will ein Forum für die ethischen, politischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Forschungen rund um Altern und Lebensverlängerung sein. Alle Diskussionen sind als Webcast und als Transkript verfügbar.

Ich weiss nicht was Marika Röck empfiehlt – noch emfehlen könnte – , ich jedenfalls empfehle Nanotechnology: The Promise of the Future or Pandoras Box? sowie natürlich ein längeres Gespräch mit Aubrey de Grey, Cambridge: How Soon Will We Be Able to Control Aging?

Das Thema Lebensverlängerung und weiters die Reparatur der Schäden durchs Altern sind Themen die man in die große Multiplex-Gleichung der nächsten Jahrzehnte unbedingt aufnehmen muss um die visonäre Kraft der Kommunalwahlen in Düsseldorf so richtig geniessen zu können.

Das Netzwerk der Singularität

Wer eine Vision hat, sollte dafür sorgen nicht alleine zu sein. Ansonsten man Vollpension mit ärztlicher Betreuung erhält. Wenn die Idee der Möglichkeit einer technologischen Singularität Anfang der 90iger noch etwas für mutige SF-Romane war, so gewinnt sie heute langsam an Reputation. Wenn ich mir einige der Namen anschaue die sich in letzter Zeit explizit mit beschleunigtem technologischen Wandel und der technologischen Singularität auseinandersetzen, sticht ein Name besonders hervor: Steve Jurvetson. Obwohl erst Mitte 30 schon jetzt eine (millionenschwere) Legende. Sowohl intellektuell als auch monetär.

Seit ein paar Wochen blogt dieser Mann auch noch und beschäftigt sich explizit mit Nanotechnologie, Singularität, beschleunigtem Fortschritt. Wenn ich das Netzwerk der Leute mit denen er angelt, isst und diskutiert in einer Graphik skizziere dann sieht das ungefähr so aus:

netzwerk-jurvetson

(SJ: Steve Jurvetson EY: Elizier Yudkowsky GM: Gordon Moore MP: Michael Powell JS: John Smart ED: Eric Drexler JB: John Brockman)

Jede dieser Personen ist wieder auf einem jeweilig verdammt interessanten Hintergrund zu sehen. Eine Verbindung zu Herrn Gates dürfte vermutet werden, da Jurvetson dem Laden ja Hotmail verkauft hat. Wem die Namen Gordon Moore, Michael Powell oder John Brockman bis jetzt nichts sagen, dem ist Anfang des 21. Jahrhunderts nicht mehr zu helfen und sollte weiter Klingeltöne per Dialer laden. Für meine Belange ist die Verbindung zu Elizier Yudkowsky am bemerkenswertesten. Auch hier scheint langsam ein Wandel stattzufinden. Mitte der 90iger noch ein durchgeknalltes Teengenie, ist er nun ein nur noch 2 Degrees von den Schaltstellen entfernter Visionär. Die üblichen Phasen halt. Watch out and fasten your seatbelts!

Du bist technikgläubig!

Diesen Vorwurf fängt man sich hin und wieder frontal ein, wenn man nicht ständig meditiert, Hamster streichelt oder die Conditio humana menschenunwürdig findet. Was aber, wenn es diesen Geisteszustand und die dazugehörige „Technik“ obendrein nicht gäbe? Was, wenn es einzig eine ständige Verdichtung und Beschleunigung gäbe, die sich aus Evolution, Thermodynamik und Informationstheorie ableiten liesse?

Oder wie Teilhard de Chardin im Jahre 1953 in „Beim Anblick eines Zyklotrons“ schrieb:

In einem ersten Schritt war ich mir darüber klargeworden, daß wir seit fünfzig Jahren, ohne dessen recht gewahr zu werden, erlebten, wie fast überall auf der Erde wirkliche Generatoren [oder Konzentratoren] menschlicher Energie entstanden. Jetzt sah ich in einem zweiten Schritt deutlich, daß diese Konzentratoren sich unausweichlich untereinander konzentrieren würden.

Was, wenn dieser Prozess abläuft ohne an ihn glauben zu müssen? Was, wenn die Bekenstein-Grenze erreicht werden muss? „Technik“ ist äusserlich. In ihr manifestiert sich jedoch ein Streben, das nicht von Testosteron oder anderen geistig verwirrenden Hormonen angetrieben wird, sondern von der Notwendigkeit zu immer schnellerer Gleichverteilung, die nur über höhere Unwahrscheinlichkeit, also Komplexität zu erreichen ist. Thermodynamik 101.

Diesen evolutiven Drang zur „Technik“ aufhalten zu wollen, hiesse die Luft anhalten. Tod. Entropie. Das ist der inhumane Kern eines jeden Denkens, das sich der „Technik“ verweigert. Tod oder bestenfalls Stasis. Überall, wo man sich ideologisch mit der Entlarvung von „Technikgläubigkeit“ brüstet oder selbstdefiniert, lässt sich im Kern dieser geistige Kältetod aufspüren. Meist in der Hülle der naturwissenschaftlichen Unbildung bis Dummheit und dem ewigen „Verweile doch du bist so schön“ auf den Lippen.

Arbeitsvorschrift

Man kann natürlich dem Rauschen erliegen wie eine Fliege dem Netz. Man kann aber auch die Augen auf einen Punkt des Horizonts richten und jede Regung gegenprüfen und einer feinen Ignoranz anheimgeben die ein Lächeln befeuert aus dem seit je mehr geboren wurde als jeder Illusionsdirektor sich vorstellen kann.

Ein Beispiel für die Beschleunigung der Beschleunigung

Obwohl mit Sicherheit nicht aus einer ethischen Entscheidung heraus entstanden, ist die Ankündigung Samsungs 60nm-Strukturen zu produzieren, während Firmen wie AMD und Intel stolz sind bei 90nm angekommen zu sein, ein schönes Beispiel wie Firmen die projizierten Trends mittels riskanter Überholmanöver beschleunigen. Auch wenn die Ausbeute fraglich sein sollte, ist die Ansage gemacht.

Dergleichen Trendbeschleunigungen sind in den nächsten Jahren immer wieder zu erwarten. Und bei exponentiellen Prozessen kann die Verschiebung um ein paar Monate im Endeffekt einen riesigen Unterschied machen. In Fragen von Zins und Zinseszins versteht das jeder Geizkragen, in technologischen Belangen haperts da sehr mit dem Verständnis. Zur Lektüre kann ich da nur eines meiner Lieblingsbücher von John Allen Paulos empfehlen: Zahlenblind.

Das Wesentliche Potential

Jeder ist ein Potential das auf seine je eigene Umlaufbahn geschossen wird. Ob der Fischzug des Erkennens durch die eigene Existenz hindurch gelingt, ist eine Wette die gegen die Entropie gesetzt wird. Die Sehnsucht der Entropie, schneller und schneller Gleichverteilung anzustreben, hat dabei das Unwahrscheinlichste überhaupt hervorgebracht: Bewusstsein.

Wenn der Nebel der täglichen Illusionsdirektoren kurz aufreisst ist die Verdichtung, die allem menschlichen Streben unterliegt zu erkennen. In Schönheit, Mathematik oder Musik. Getanzt wird in Stille oder dem Drängen der Art zu den Sternen.