Saphir

Wie geht das zusammen: Gracian und die Idee einer technologischen Singularität? Das Tier wuchtet sich in eine Zukunft voller unverstandener Möglichkeiten. Zähneknirschend zweifelt es rückwärtsgewandt. Und dennoch werfen Einige uns immer wieder Bilder in den Weg, die den Rest folgen lassen.

Gegenwärtige Zukunft

Ich weiss nicht was ich bei meiner Daily Rotation suche. Ich weiss nur eins: Der große Attraktor technologische Singularität sorgt dafür das in den nächsten 20 Jahren regelmässig etwas potenzierendes erscheinen wird. Ich trete also in ein Feedback ein, zwischen imaginiertem Omega und Manifestation. Nur von diesem gedachten Ende her erschliesst sich die Bedeutung der Fundstücke. Fehlt dies, resultiert shock-Level-Syndrom, Konsumhaltung oder Detailerblindung.

Grenzwerte

Wenn, wie G.H. meint, die Innovationswellen zu einer Art „Innovationsgischt“ zersprühen werden, stellt sich die Frage nach der minimalen Phasenlänge einer Innovationsdauer, unterhalb derer sie nicht mehr amortisiert werden kann. Das wiederum hängt von der Marktgröße ab. Und diese kann im Internet bei kleinen Prozentzahlen schon genügend große absolute Zahlen darstellen, um die Fusion aus Technologie, Mode und Film rentierbar werden zu lassen. Die physischen Elemente des Produktlebenszyklus scheinen mir ausgepresst zu sein, während die soften wie Kreativität oder Marketing immer noch zeitlich reduzierbarer sind. Ob Gonzo, Guerilla oder Cluetrain, alle streben danach eine prozentual kleine, aber in absoluten Zahlen genügend große Gruppe schnell den Ritt auf der S-Kurve tanzen zu lassen. Schon wieder drängt sich mir der Begriff „Zwangsdesidentifikation“ auf.

Blogs, CMS, Zukunft

Ich neige immer mehr dazu Blogs als historisches Phänomen zu betrachten. Es ist schon vorbei, noch bevor es die Masse bemerkt hat. Erstes Indiz für diese Trauermeldung ist für mich, das die 2 verbreitetsten Systeme die serverseitig laufen – MT und PM – in alles morphen können. Es sind also eigentlich kleine CMSse die nur auf der Welle des Bloghype surfen und sich dadurch gut verkaufen. Würde man sie als CMS plazieren wäre der Markt wesentlich hm… sagen wir erlauchter. Und die Konkurrenz hiesse Plone, Mambo oder sonstwas. Mithin also ein schönes Beispiel für Markttiming und gute Plazierung.
Was ist nun das überschiessende Element, das uns auch in der Zukunft erhalten bleibt?
Zum einen die Leichtigkeit, mit der man veröffentlichen kann. Mit allen gesellschaftlichen und sozialen Konsequenzen – siehe China. Und zum anderen RSS oder ATOM. Egal wie man diese XML-Standards nennen wird und welcher sich durchsetzt: Das ist das eigentliche Phänomen, das für eine weitere Beschleunigung der Informationstechnologien sorgen wird. Das statische Visitenkarteninternet mit den Hochglanzdesigns wird bleiben, aber darunter wird eine undesignte, jeden Clientstandard durchdringende Info-Atomisierung stattfinden, die einen 24/7-Fluss von Schnipseln in unsere Aggregatoren schwemmt, gegen den ein Feuerwehrschlauch im Hirn eine Wellnessmassage sein wird.
Für dieses atomisierte Internet wird das Design immer unwichtiger, weil die Lektüre fast nur noch durch Aggregatoren geschehen wird oder schon geschieht.
Was fehlt ist die Bewertung, die Relevanz eines gebloggten Atoms. Zur Zeit geschieht das durch zitieren oder Trackbacking oder die Inbound/Outbound-Links bei Technorati. Dazu muss es aber erstmal durch einen menschlichen Schmalzfilter. Hier liegt der Entwicklungspunkt für die Zukunft: Wie sollen Infoatome bewertet werden die keines Menschen Aug´ je betrachtet hat? Ich vertraue der Dynamik der großen Zahlen, das dafür in unserer nächsten Zukunft eine Lösung gefunden wird, oder schon da ist.

Nur so 27

Wir sind unsere Filter. Der Faktoidwasserfall der Informationsgesellschaft kann nur zu sinnvollen Gebärden gerinnen wenn intakte, nichtneurotische Filter das Bad lustvoll gestalten. Alle anderen reagieren mit Varianten von Schmerz. Intuition ist die Daseinsnorm komprimierender Wissensarbeiter.