Einmal – Ein Mal

Die Gewalt, die uns durch die Einmaligkeit unserer Existenz angetan wird, wird nur hin und wieder aufgehoben und vergessen gemacht durch etwas noch Sinnloseres unpersönlicheres und damit Schöneres. Mathematik käme da in Frage, mitunter Orgelfugen von Bach oder alles andere das in sich den Kern des Transhumanen trägt.

15 Gedanken zu „Einmal – Ein Mal“

  1. Einmaligkeit in der Zeit bedingt Vergänglichkeit.
    Einmaligkeit als Individuum bedingt epistomologische Verzerrung durch Ego. Folgen vielfältig.
    Beide Formen der Einmaligkeit haben Formen der Gewalt gegen das Individuum zur Folge.

  2. Einspruch, Herr Siggi, weder Gewalt noch unsere Existenz noch Einmaligkeit sind sinnlos. Weil nicht unbedingt schön.

    Und mir fällt dazu noch Sex ein, bitte sehr 😉

  3. Was ist mit Kommunikation und Kunst?
    Gewalt ist ein gewaltiges Wort für diesen Zusammenhang, denn vielleicht ist es mehr Notwendigkeit oder Herausforderung. Jedenfalls habe ich dieses positivistische Bild der Einsamkeit respektive Einmaligkeit.
    Wir sind jedenfalls definitiv hier um Einsahmkeit und Einmaligkeit überhaupt erst erfahren zu können. Privatsphäre und ‚was auch immer nach dem Leben kommt‘ passen nämlich nur bei sehr plakativen Religionen zusammen.
    Ich glaube Gewalt ist die einfache/letzte Ausdruckform mit der man darauf aufmerksam machen kann, das man mit seiner Einmaligkeit nicht klarkommt.

  4. Kommunikation und Kunscht hatte ich nicht im Sinn, also keinen Zusammenhang hergestellt. Ich sprach von Ein-/maligkeit im existentialistischen Sinne. Und sowohl Frollein a-heldin als auch ihre Martinigkeit haben meinen Begriff von Gewalt zu strassenräuberisch interpretiert. Also once more please 😉 Vielleicht nicht doch mal ne Orgelfuge reinschieben?

  5. Zu straßenräuberisch? Ja, könnt‘ man fast so sagen, wenn nicht sogar: blogräuberisch. Weil Angst, Tod, Freiheit, Verantwortung, Handeln, Absurdität, Ekel, Sorge, Tod und Langeweile – uff dit allet hatte icke, subjektiv empfunden und – vor dem Hintergrund der temporären Lese-Erfahrung – die hier favorisierten Objektivitätsansprüche verblassen lassend, im Kommentar keen Bock nich 😀

  6. Gewalt ist aber keine Erfindung aus dem Streichelzoo. Vieleicht musst du den Begriff Gewalt wie du Ihn hier meintest genauer definieren. Sonst habe ich wirklich Schwierigkeiten Ihn auch nur annähernd als ‚innerste Treibfeder‘ anzuerkennen.
    Wir sind glaube ich nicht einzigartig, damit wir dadurch andere zwingen können das zu tun was wir von Ihnen wollen. Oder meinst du mit der Triebfeder das Leben mit den Gewalten denen man andauernd ausgesetzt ist?
    Auch der Genuss von Bach hat mir nicht wesentliche Klarheit gebracht.

  7. Den Begriff habe ich schon mit Bedacht gewählt. Vermute ich mal. 😉
    2 bis 3 assoziative Orte fallen mir zum Themenumkreis ein: Einmal Aristoteles, das Existenz keine Eigenschaft ist. Und dann Hegel, das das Abstrakteste das Gegenständlichste wäre. So in dem Sinne. Vielleicht noch die paradoxe buddhistische Empfehlung, das Beste wäre nicht geboren zu werden.
    Zur Annäherung an den Kern der Empfindung hilft auch die 9. Elegie von Rilke…

    Tiefste Triebfedern lassen sich im übrigen nicht an der Oberfläche betrachten. Sie ruhen in der Regel in kulturellen und psychologischen Schichten, die zwar Schatten werfen deren direkte Energie aber nicht dauerhaft erträglich ist. Gesellschaftlich sind sie als Muster erfahrbar, individuell als Schock.

    Diese Gewalt ist nichts spekulatives. Sie ist unmittelbar mit dem Gefühl der Ein-maligkeit verknüpft und hat bitte nichts mit narzistischer Einzigartigkeit zu tun. Falls jemand schnellschussklügeln möchte 😉

  8. Also irgendwie verstehe ich heute alles falsch oder stehe auf dem Schlauch.
    Wenn etwas in den tiefen kulturellen und psychologischen Schichten liegt ist es auch dauerhaft erträglich, denn es IST ja da wo es uns dauerhaft erreicht. Es ist vieleicht nicht gesund sich zu stürmisch und mit dem Hang zum Determinismus in dieses Gebiet zu begeben, aber eigentlich müssen wir alle diese Dinge jeden Tag aushalten. Was wir tun können ist ein Konstrukt aufzustellen, das uns diese Schichten vom Leib hält. Und genau hier liegt für mich der Schlüssel zur Gewalt: Dieses Konstrukt ohne das man selbst ‚böse‘ währe lässt sich gegen die Realität manchmal nur mit Gewalt durchsetzen. Denn es ist ja unwahr oder zumindest so vereinfacht das es nicht verallgemeinert werden kann.
    Gerade eine Welt die sich in Richtung Singularität bewegt kann sich aber meiner Meinung nach nicht hinter diesen Konstrukten verstecken. Transhumanismus bleibt eine Utopie ohne den Wunsch in genau diese Schichten vorzudringen und unliebsame Probleme anzupacken.
    Gewalt ist für mich der Versuch eine paradoxe Situation egoistisch zu entscheiden. Das ist die von mir ausgehende Gewalt, der Ursprung den ich kennen kann. Ich über diese Art von Gewalt aus. Ich schäme mich ab und an dafür, wenn ich es ausnahmsweise hinterher merke, aber ich tue es. Und damit muss ich klarkommen, denn wenn ich das nicht schaffe dann erschaffe ich nur noch mehr Gewalt.
    Damit bin ich auch bei der Ein-maligkeit angelangt, eben meinem individuellen Konstrukt durch das ich versuche die Verwendung von Gewalt zu rechtfertigen, obwohl ich selbst Gewalt erfahren habe und in dem Moment Kants kategorischen Imperativ verletzte. Ja oft ist es die Negation ‚Das hat man mir auch angetan‘ und ‚Das macht jeder‘ die das simpelste Konstrukt liefert.

    Aber warscheinlich rede ich schon wieder von einer anderen Gewalt als die die du meinst oder? Warscheinlich hab ich in letzter Zeit zuviel Gandhi gelesen. 😉

  9. Überzähliges Dasein entspringt Dir im Herzen?

    Aber später, unter den Sternen, wenn Du die Schwelle gebraucht haben wirst, wirst Du
    immer noch sein einer nach den Vielen und einer vor den Künftigen. Doch Du sehnst Dich
    nach Deinem Schicksal! Zeig mir das Einfache. Sag mir die Dinge und Krusten werden
    willig zerspringen, sobald innen das Handeln entwächst. Einverleiben …
    Die Zunge zwischen meinen Zähnen schmeckt die Süße der Vergänglichkeit.

    Wer bist du morgen?

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