Kategorie-Archive: Üben

Zur Phänomenologie langjährigen Übens

Etwas langjährig zu üben, mit mitunter wenig Veränderung über längere Zeiträume, braucht einen Focus auf etwas, das man am Anfang der Übung noch gar nicht kennen kann. Nach langen Zeiträumen täglicher Wiederholung taucht etwas auf, das man am Anfang der Übung noch gar nicht hätte beschreiben können. Der Focus dieses Übens muss also auf etwas gerichtet sein, das man selbst noch gar nicht kennt, gar nicht beschreiben könnte. Wenn es auftaucht, ist sofort klar das dies eine neue Entwicklungsrichtung ist, die in den Focus der Aufmerksamkeit gerückt werden muss, um eine Verbesserung, Vertiefung, zu erreichen. Nur wie gesagt, am Anfang steht höchstens die Hoffnung oder der Hinweis des Lehrers „Mach das mal 11 Jahre!“. Dabei „kann“ man das doch schon nach ein paar Tagen, also, was will der Typ, ich bin doch toll.

Wachstumsmetaphern helfen da auch nicht weiter, weil das, was irgendwann durch Emergenz auftaucht keine schrittweise Verbesserung ist, sondern eine neue Qualität. Einfaches Können ist erst der Anfang einer jahrelangen Reise, an deren Ende – das wiederum der Anfang … – etwas steht, auf Grund dessen man nicht aufbrechen konnte. Faszinierend.

“I fear not the man who has practiced 10,000 kicks, but I fear the man who has practiced one kick 10,000 times”

Bruce Lee

Al Di Meola erklärt Timing

Ich wollte schon lange auf dieses kurze, aber sehr lehrreiche Video hinweisen. Eine der häufigsten, wenn nicht die Fehlerquelle überhaupt, warum etwas nicht klingt, liegt in einem nicht vorhandenen Puls. Was keinen Puls hat, ist tot. Man kann kein Timing haben, wenn man keinen Puls spürt. Man kann rhythmische Unterteilungen (Achtel, Triolen, Sechszehntel) nicht genau… Weiterlesen…

Üben ohne Band

Heute erhielt ich die Mail eines E-Gitarristen, der nach über einem Jahr fleissigen Übens endlich mal mit jemandem zusammenspielen will. Was kann man da machen? Zumal wenn man nicht mehr 16 ist, und die Garderobe nicht unbedingt schweres Leder hergibt. Natürlich gibt es hier in Düsseldorf auf der Ronsdorferstrasse oder im Schlachthof die ein oder… Weiterlesen…

Üben: Endliche und unendliche Themen

Ich teile fast alle Gebiete die man rund um ein Instrument abackern muss in 2 große Kategorien ein: Endliches Wissen Unendliches Wissen Griffbrettkenntnis, Noten lesen oder Skalen spielen sind zum Beispiel endliches Wissen. Nach einer je unterschiedlichen Zeit sollte man das Thema abhaken und sich den nächsten Punkten widmen. Viele Schüler eines Instruments verhalten sich… Weiterlesen…