Writemonkey

Aus der Dauerbrennerserie: Die unendliche Suche nach dem idealen Editor.

Mein Fokus dazu liegt eher auf dem ablenkungsfreien Schreiben. Seit ein paar Jahren bilde ich mir ein das Scrivener ganz ok ist,  muss aber bemerken das ich das Teil immer seltener aufmache. und eher zu brutal einfachen Editoren wie EditPad greife. Schwupps auf, schreiben.

Nun bin ich durch Zufall – nein, durch feedgefüttertes Dauerscannen von Blogs rund um Schreiben, Kreativität und geistiges Arbeiten über Writemonkey gestolpert. 1 Woche eingegliedert in den täglichen Workflow, Shortcut verpasst in PowerPro, und siehe es fluppt. Einige zusätzliche Funktionen, die fast an Scrivener light rankommen (wenn es das je gäbe) wie eine am Rand anzeigbare Notizensammlung sind nur gegen eine Spende über PayPal freischaltbar, aber mir war schnell klar, das dieses Tool mindestens einen Zehner wert ist. Der gute Mann reagiert auch fix und ich bin soweit erstmal glücklich. Empfehlung des Tages!

 

Luhmann und Karriere

„Erfolge erzeugen Erfolge, Misserfolge erzeugen Misserfolge. Anfänglich geringe Differenzen werden durch die Karriere verstärkt. So geht die Karriere ihrerseits in die Selbstselektion ein. Man traut sich mit einer karrieregünstigen Biographie mehr, mit einer entmutigenden Karriere weniger zu. Wenn es keine anderen Gründe für die laufende Regenerierung von Ungleichheiten gäbe: durch Karrieren allein würden sie zustande kommen. Insofern sind Karrieren nicht nur Folgen des Zusammenbruchs der Stratifikation; sie erzeugen auch eine ähnliche, wenngleich instabile, Ungleichheit der Chancenverteilung. Im dem Maße, als sozialstrukturelle Bestimmungen der Lebensläufe zurück entwickelt, das heißt: auf Bedingungen für Karrieren reduziert werden, wird Karriere zur universellen Lebensform. Sie lässt die Möglichkeiten offen, sich als träge und uninteressiert zu erweisen und in einer Nische ein ruhiges Leben zu suchen. Man kann, anders gesagt, den Beitrag einer eigenen Selbstselektion für Karrieren verweigern. Man kann eine Null-Karriere wählen. Aber auch das ist noch Karriere, weil auch diese Option der Struktur folgt. Auch sie definiert karrieremäßige Opportunität, auch sie legt Individualgeschichte im Unsicheren fest. Auch sie kann nicht ausschließen, dass Momente kommen, in denen man sie, weil kontingent, bereuen wird.“

Niklas Luhmann (1994): Copierte Existenz und Karriere. Zur Herstellung von Individualität, in: Beck, Ulrich/Beck-Gernsheim, Elisabeth (Hrsg.): Riskante Freiheiten. Individualisierung in modernen Gesellschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 191-200

Visualisierung von Concept Maps

Mich mal wieder an VUE erinnert. Reinstalliert.
MindMapping war ja eher noch nie so richtig sinnvoll. Ausser in den latent kunstoiden Formen bei selig Buzan. Alles eher Outline und mit einem der vielen Outline-Töölchen leichtfüssiger machbar. Während concept mapping der ordnenden, suchenden Form des exportierten Denkens näher kommt. Ich bastel morgens mit Zungenspitze im Mundwinkel keine Mind Maps. Es sind und waren immer Concept Maps. Zentren des Denkens sind scheinbare.
VUE ist seit ummfp Jahren eines der besseren Tools hierfür. Zumal Open Source.
Hintergrund und Disclaimer: Einerseits scheine ich alle 5,3145 Jahre eine Toolsreevaluationsrunde zu drehen, andererseits suche ich ein Concept Mapping Tool das sich mit ConnectedText integrieren lässt. VUE scheint das zu können.

https://vue.tufts.edu/index.cfm
https://github.com/VUE/VUE/releases
https://github.com/VUE/VUE/releases/download/3.2.2/VUE.Windows.Release.zip
https://www.youtube.com/user/VUEProject/videos

Systeme – Umwelt – Autodingens

Ungeachtet dessen stehen die eigenen Operationen nur dem System selbst zur Disposition. Sie können nur im System benutzt werden; oder anders gesagt: das System kann nicht außerhalb seiner eigenen Grenzen operieren. Es kann die eigenen Operationen daher auch nicht benutzen, um sich selbst an die Umwelt zu koppeln oder diese Kopplung zu variieren. Es kann sich nicht anpassen. Es ist immer schon an die Umwelt gekoppelt als Folge der Sequenz eigener Operationen, es ist immer schon angepaßt.

Luhmann, Wissenschaft der Gesellschaft, S 29

Annie Dillard, Pilgrim at Tinker Creek

„The mountains … are a passive mystery, the oldest of all. Theirs is the one simple mystery of creation from nothing, of matter itself, anything at all, the given. Mountains are giant, restful, absorbent. You can heave your spirit into a mountain and the mountain will keep it, folded, and not throw it back as some creeks will. The creeks are the world with all its stimulus and beauty, I live there. But the mountains are home.

Hinweise

Jedes Einzelschicksal – zumal wenn es in Massen erzeugt wird – bringt blinde Flecken hervor durch die starken Emotionen die damit verbunden sind. I can tell. Ob West, Ost, oben, unten. Schwierig denen zu entkommen. Aversion ist ein biografisches, intellektuelles Leitfossil, ein Schlüssel zu einer Schatztruhe.

Geistesruhe

Siggi Becker Ist das nicht seltsam: Entsprechende Bemerkungen findet man schon bei Buddha. An der Leier der aufgeregten Zeiten hat sich also scheints seit 3000Jahren nichts geändert. Die Aufregung und Bewegtheit der Zeitläufte ist also auf eine vertrackte Art eine Konstante, die noch jeder Guru seit Gazillionen Jahren für seine Aquise nutzen konnte. Strange, strange…

Frank Katzer wenn wir uns deren tagesablauf aus heutiger sicht anschauen würden, würden wir wahrscheinlich einschlafen.

Siggi Becker Und dennoch hat man schon damals diesen Tagesablauf als hektisch empfunden und Meditation als Gegenpol erfunden. „Hektisch“, unruhig, unzentriert ist also eigentlich ein Attribut, das Zeit und kulturell unabhängig ist. Mithin nur IN uns existiert. Ist der Kopp ruhig, gibt es auch draussen keine Hektik.

Die Zeiten sind es also nie oder immer.

(Fundstück irgendwo in Facebook – Link lost)

Systemtheorie verstehen

Wer systemtheoretische Lektüre nach dem ersten Lesen verstanden hat, ist verdächtig: entweder ist er ein Genie, oder – und das scheint empirisch der häufigere Fall zu sein – er hält sich nur für ein solches.

Helmut Willke, Systemtheorie I: Grundlagen, 7. überarbeitete Auflage, 2005, S.12