{"id":485,"date":"2007-11-10T00:19:06","date_gmt":"2007-11-09T23:19:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.siggibecker.de\/blog\/archives\/2007\/11\/es-muss-sich-viel-andern-damit-alles-gleich-bleibt\/"},"modified":"2021-02-11T21:34:50","modified_gmt":"2021-02-11T20:34:50","slug":"es-muss-sich-viel-andern-damit-alles-gleich-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siggibecker.de\/blog\/archives\/2007\/11\/es-muss-sich-viel-andern-damit-alles-gleich-bleibt\/","title":{"rendered":"Es muss sich viel \u00e4ndern, damit alles gleich bleibt"},"content":{"rendered":"<p>In letzter Zeit muss ich oft an dieses Zitat aus Viscontis &#8222;Der Leopard&#8220; denken. So viel \u00e4ndert sich \u00fcberall, technologisch, gesellschaftlich. Und dennoch bleiben die wesentlichen Faktoren gleich oder <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/4\/0,3672,7122372,00.html\">verschlechtern sich noch f\u00fcr all diejenigen, deren Leistung sich eben nicht lohnt<\/a>. Mit M\u00fche wird die protestantische Ideologie, das sich Leistung lohnt aufrecht gehalten. Dennoch werden die leistungsunabh\u00e4ngigen Einkommen und Verm\u00f6gen schneller gr\u00f6\u00dfer als alles andere.<\/p>\n<p>Der moderne arme Schlucker denkt \u00fcber Geldverdienen mittels Web 2.0 nach, bedient sich dabei modernster Technologie und schnellverdaut den neuesten heissen Scheiss jeden morgen RSS-gefeedet. Was in den 90igern mal an Utopie da war, ist aufgerieben worden zwischen Featureitis und Hartz4. Alle babbeln, linken und liken den gleichen Mist, der runterraffiniert wird aus den O\u00b4Reilly-Scoble-H\u00f6hen, wenn sie nicht schon vor Jahren in die pseudoliterarische Subjektivit\u00e4t emigriert sind. Alles Soziale wird zum &#8222;Kontakt&#8220; instrumentalisiert oder zum Facebook-&#8222;Friend&#8220; degeneriert. Schuhverk\u00e4ufercharaktere tauchen auf, die vor 2007 nicht eine Spur im Netz hinterlassen haben, aber nun selbsterkorene Web2.0 Fachleute sind. Der Rest betreibt bloggend Verbraucher- und Konsumberatung.<\/p>\n<p>Die menschliche Natur wird nicht automatisch komplexer, wenn Technologien komplexer werden. Die Semantik der Bed\u00fcrfnisse ist immer noch so platt wie vor 2693 Jahren. Die Glockenkurve beschreibt immer noch auch die Verteilung der moralischen Stufen. Vielleicht ist sie in 1000 Jahren ein bischen rechtsschief geworden, wenn man Optimist ist. Aber sonst?<\/p>\n<p>Wer fordert Utopien ein, in einer Zeit, in der es m\u00f6glich wird die k\u00fchnsten Tr\u00e4ume der Menscheitsgeschichte in einem gemeinsamen Akt des Aufwachens zu realisieren? Wer stellt bei jeder neuen atemberaubenden Technologie die penetrante Frage: <strong>F\u00fcr wen? F\u00fcr alle oder nur wenige, die es sich leisten k\u00f6nnen? <\/strong>Wann wird es f\u00fcr viele schmerzlich offensichtlich das so etwas wie <a href=\"https:\/\/www.siggibecker.de\/blog\/archives\/2006\/09\/ungleiche-zukunft-im-sand\/\">Abu Dubai<\/a> ein Symbol ist f\u00fcr die Herzlosigkeit globaler Dynamiken, die zwischen dem Alptraum f\u00fcr einen Einzelnen und der Utopie f\u00fcr Wenige pendeln? Wann werden wir das Pendel sehen und den Einzelnen vor seiner Wucht verschonen, ohne den Schwung zu den Sternen zu verlieren?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In letzter Zeit muss ich oft an dieses Zitat aus Viscontis &#8222;Der Leopard&#8220; denken. So viel \u00e4ndert sich \u00fcberall, technologisch, gesellschaftlich. Und dennoch bleiben die wesentlichen Faktoren gleich oder verschlechtern sich noch f\u00fcr all diejenigen, deren Leistung sich eben nicht lohnt. Mit M\u00fche wird die protestantische Ideologie, das sich Leistung lohnt aufrecht gehalten. 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