Bezeichnungsreflexe – Henkel fürs Ich

Bezeichnungsreflexe – Henkel fürs Ich

Die Routine eines langjährigen Traumtagebuchs kann schleichend in eine Falle führen, der man regelmässig mit einem Ruck entkommen sollte. Im Wachzustand sucht man nach Wörtern, die zufriedenstellend bezeichnen, was man erlebt hat. Man gibt den Dingen, Objekten und Personen des Traums Namen und Bezeichnungen, und mit der Zeit identifiziert man diese mit den aus dem Wachleben übernommenen Dingen, Objekten und Personen auf Grund gewissen Ähnlichkeiten. Schleichend vergisst man den Überschuss aus den Tiefen der Nacht und reduziert das Erlebte auf die aus dem Wachleben entnommenen Bezeichnungen, anstatt den Überschuss zu erforschen. Um über den Trauminhalt zu reflektieren braucht es zwar diese Henkel fürs Ich, aber den Inhalt darf man nicht mit diesen verwechseln. Etwas sieht im Traum aus wie, ist aber nicht identisch mit, sondern viel mehr. Dieser Überschuss weist meist auch gleichzeitig den Weg zu Lösungen, Veränderungen oder gar Transformationen.

     

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