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Erinnern und aufschreiben

Das Wenige was ich noch morgens erinnere, ist mir heute morgen durch ein Telefongespräch zerschossen worden. Was mich darauf hinweist, daß es ein wenig Mühe bedarf, will man seine Träume nach dem Aufwachen festhalten. Es hilft in der letzten Körperstellung nach dem Aufwachen zu verharren und die Traumfetzen zu sammeln. Manchmal gehe ich eine kleine Liste mit Auslösern im Geiste durch, die weitere Erinnerungen hervorlocken:

  • Drinnen oder Draussen?
  • Menschen oder Tiere?
  • Hell oder dunkel?
  • Bekannte oder unbekannte Orte?
  • Welche Gefühle?

    Meist löst diese Liste die Erinnerung an weitere Details oder sogar weitere Traumsequenzen aus.

  • Tip zum Umgang mit den Traumfragen

    Da in letzter Zeit so viele Hits auf meine Sammlung mit Fragen zur Traumarbeit kommen, fühle ich mich verpflichtet einige Tips für die Arbeit damit zu geben. Man weiss ja nicht wirklich was man damit da draussen alles anrichtet ;-)

    Wer wirklich daran interessiert ist einen Traum für sein Wachleben so aufzuschlüsseln, das mindestens ein neuer Aspekt entsteht, der sollte die einzelnen Unterpunkte auf Karteikarten schreiben und ungefähr in die Reihenfolge bringen, die die Numerierung nahelegt.

    Derart braucht man morgens nur den erinnerten Traum – vielleicht nach dem Aufschreiben – lediglich in der Vorstellung festzuhalten und dann die einzelnen Fragen auf den Karten ruhig und eine nach der anderen an den Traum zu richten. Irgendwann ergibt sich durch dieses uninterpretierende Nachfragen eine Detaildichte, die in ein Ahaerlebnis umschlägt. Man interpretiert nicht, sondern begreift. Die Traum Bedeutung hat sich erschlossen.

    Wie bei vielen guten Dingen, hilft auch hier nur einige Übung und Geduld.

    Umgang mit Symbolen

    Der Grad in dem eine objektive, kulturelle Bedeutung in ein Traumelement hineinspielt macht seinen Symbolgehalt aus. Es braucht einiges an Erfahrung, zu entscheiden, wann es angebracht ist die objektiven, geschichtlichen und kulturellen Bedeutungen eines Traumelements für die Deutung heranzuziehen oder es einfach nur dabei zu belassen, das Traumelement in seiner persönlichen Bedeutung zu erforschen. Meist fällt die Entscheidung aber einfach und irgendetwas sticht so heraus, das man fast gedrungen ist zu einem der besseren Symbolexika zu greifen. Sogenannte Traumsymbollexika sind da eher selten zu gebrauchen. Ich habe lange Zeit das “Illustrierte Lexikon der traditionellen Symbole” von J. Cooper zu Rate gezogen. Es gibt noch andere gute Symbollexika, wichtig ist aber das sie nichts mit Träumen zu tun haben und wissenschaftlich leidlich sicher sind.

    Wenn man auf diese Art bei wichtigen Traumelementen ihre objektve, kulturelle Bedeutung für die Deutung hinzuzieht begibt man sich auf einen abenteuerlichen Lernweg voller Entdeckungen. Es ist immer wieder erstaunlich wieviel Wissen implizit in einem selbst drin ist, von dem man bewusst nichts wahrnimmt, das einen aber als Angehöriger eines Kulturkreises täglich umgibt und somit auch in den Träumen verwendet wird. Wir schwimmen täglich in einem Meer aus archetypischen Symbolen, die in unseren nächtlichen Dramen an genau den Stellen eingesetzt zu werden, wo eine persönliche Dynamik mit einem archetypischen, kulturellen Symbol ausgedrückt und besetzt werden kann. Wie es dazu kommt? Keine Ahnung. Hauptsache nichts wiederholt sich.

    Einstellung zum Trauminhalt

    Die einfachste, aber oft schwierigste Haltung gegenüber den Trauminhalten und Traumelementen, ist: Du bist dies selbst! Du bist der Stuhl, die Personen, die Tiere, das Wasser, der Himmel. Alles was im nächtlichen Drama auf der Bühne erscheint, ist aus Dir hervorgegangen und führt ein Stück auf, das von den Konflikten lebt, die entstehen, wenn diese Elemente aufeinanderprallen. Wenn der Konflikt im Traum aufgelöst wird – gut. Wenn nicht: Traumarbeit, um die Traum Bedeutung zu erschliessen. Die schönsten, schnellsten Erkenntnisse und emotionalen Driften ergeben sich aus diesem Versuch: Tu so als ob Du der Hund wärst, der Stuhl, das Haus. Was will er oder es? Was macht es? Was verhindert oder ermöglicht es?

    Traum und Bedeutung

    Eine der häufigsten Suchanfragen, die zu meinen Seiten führt. Sag ich also mal was dazu.

    Ein Traum hat für mich per se keine Bedeutung. Eine Funktion (physiologisch zB) ja, aber die Bedeutung muss erarbeitet werden. Darum kann es keine Antwort auf die Frage geben: was bedeutet dieser Traum? Wenn mir Leute einen Traum erzählen und mich nach der Bedeutung fragen, kann ich ihnen nur helfen durch Fragen die Bedeutung selbst zu finden, bis sich ein Aha-Effekt einstellt. Die Fragen müssen so gestellt sein, das sie nicht eine bestimmte Bedeutung suggerieren. Oft reicht es einfach so nah wie möglich an den Details zu bleiben und nur die Traumumgebung ein wenig aufzuhellen, um klarer zu sehen und das worauf er hin-deutet zu erkennen. Manchmal muss man aber etwas näher rantreten und direktere Techniken anwenden, wie zB die alte Technik, mit dem Traumelement ein imaginatives Gespräch zu führen oder so zu tun als ob man das Traumlelement wäre. Ist man ja auch.

    Wichtig ist auch über längere Zeit ein Traumtagebuch zu führen, um die innere Mannschaft kennenzulernen. Über lange Zeiträume geführt sieht man, wie sich Themen verändern, auftauchen, verschwinden, verändert hervorgeholt werden.

    Aufschreiben und erinnern

    Mein Neuanfang stellt mich vor die gleichen Probleme wie jemaden, der noch nie ein Traumtagebuch geführt hat. Zwar weiss ich das ich heute Nacht eine Menge geträumt habe, kann mich jedoch nur an einen Traum aus den Morgenstunden erinnern. Erfahrungsgemäss sind diese etwas plastischer und leichter zu erinnern. In meinen besten Zeiten konnte ich ein halbes Dutzend Träume mit hinreichenden Details erinnern und notieren. Alles nur eine Frage des Trainings.

    Jetzt wird allerdings erst einmal selbst der geringste Fetzen mit Wertschätzung in mein neues Traumtagebuch notiert. Die Traumdatenbank von Harry Bosma werde ich erstmal nicht neuinstallieren, sondern das Schreiben mit der Hand geniessen.

    Der Umgang mit Symbolen (2)

    Der Umgang mit den nächtlichen Verdichtungen, die wir Symbole nennen, erfodert verschiedene Voraussetzungen. Die wichtigste ist wohl, das Symbole nie identisch werden mit einer endgültigen Deutung. Die vielen Suchanfragen, die täglich seit fast 8 Jahren auf der Traumfragen-Seite landen, sind fast alle von diesem Aberglauben geprägt: Symbol x= Bedeutung y.

    Für mich liegt gerade der Reiz in einem Leben mit den eigenen Träumen darin, das die Traum Bedeutungen driften und im Spannungsfeld zwischen objektiver und subjektiver Bedeutung ein Lernprozess stattfindet.

    Der Umgang mit Symbolen

    Vielleicht ist es genau das, was ich seit einigen Jahren vermisst habe: Den Umgang mit Symbolen. Jede Nacht verarbeitet unser Hirn erlebtes und aufgestautes und sucht in der symbolischen Verpackung dieser Inhalte unseres Erlebens eine Lösung. Dabei ist die Verdichtung im Symbol einerseits ein Weg um die Potentiale überhaupt zu verhandeln, andererseits genau deswegen für unser Wachbewusstsein ein Quell der Frustration. Wirklich verstehen kann man Symbole nicht, nur mit ihnen umgehen und im Umgang etwas vom Rahm der Tiefe und endlosen Deutbarkeit abschöpfen.

    Proömion (mal wieder)

    Ein Neubeginn aus vielen Gründen. Nach fast 5 Jahren des Bloggens drängte sich zu vieles, das seit Jahrzehnten (richtig gelesen) mit mir verbunden ist, ungeäussert in irgendwelchen Ecken herum. Man kann diesen inneren Stimmen nicht immer das Gehör verweigern, bei Strafe das sie sich ihren eigenen Weg bohren. Dieser Ort soll eine Stimme der inneren Vernunft sein, der dem was woanders nicht reinpasst eine Heimat gibt. Ein Restort, wo die Ladung der Nacht ihr Lager findet, damit das Schiff unbeschwerter seine Reise fortsetzen kann.