Kategorie-Archive: Tonvorstellung

Robert Schumann und die innere Vorstellung

Robert Schumann und die innere Vorstellung

Ach, eigentlich liegt alles seit Jahrhunderten auf der Strasse. Man braucht die angerosteten Fundstücke nur aufmerksam zusammensetzen und sich danach richten, dann versaut man sich das Gehirn langfristig im positiven Sinne. Hier nur einmal als Beispiel die musikalischen Haus- und Lebensregeln Robert Schumanns aus dem Jahre 1850:

Nicht allein mit den Fingern mußt du deine Stückchen können, du mußt sie dir auch ohne Clavier vorträllern können. Schärfe deine Einbildungskraft so, daß du nicht allein die Melodie einer Composition, sondern auch die dazu gehörige Harmonie im Gedächtnis festzuhalten vermagst.

Oder:

Du mußt es so weit bringen, daß du eine Musik auf dem Papier verstehst

Desweiteren:

Legt dir Jemand eine Composition zum erstenmal vor, daß du sie spielen sollst, so überlies sie erst.

Man kann dem Rat eines Komponisten vom Range Schumanns nur folgen und die Imaginationsfähigkeit in musikalischen Dingen trainieren, statt lediglich mechanisch, protestantisch und gar fleissig die Finger zu quälen.

Auch die weiteren 2 Dutzend Maximen gelten immer noch. Ein zur Wiedervorlage immer wieder empfohlener Schatz der Musikgeschichte.

Helene Grimaud und mentales Üben

Helene Grimaud und mentales Üben

Leon Fleischmann, Glenn Gould, Walter Gieseking, Hermann Neuhaus – die Liste legendärer Pianisten ist schier endlos, die in verbürgten Zeugnissen den Stellenwert des mentalen Übens nicht müde wurden herauszustellen. In neuerer Zeit wird immer wieder die Pianistin Helene Grimaud dazu befragt und sie gibt auch bereitwillig Auskunft. Hier eine Stelle aus einem Interview aus dem… Weiterlesen…

Glenn Gould und der Staubsauger

Glenn Gould und der Staubsauger

Es gibt da diese legendäre Anekdote, die Glenn Gould 1964 in einer Graduiertenansprache am Royal Conservatory of Music in Toronto zum besten gegeben hat. Darin drehte es sich um einen Staubsauger und seine Entdeckung, das die – zumindest seine – innere Tonvorstellung viel mächtiger und befriedigender sein kann als jedes äussere Erklingen. Die entscheidende Passage:… Weiterlesen…

Stummes Lesen

Stummes Lesen

Der heilige Gral des Einstudierens. Man liest Noten ohne Instrument und hat eine klare auditive Vorstellung der Komposition. Auf internationalem Niveau besonders in der Klassik Standard. Da wird nicht viel Aufhebens drum gemacht. Voraussetzung ist die Ankopplung des Notenbilds an eine Tonvorstellung. Wem diese Fähigkeit nicht durch einen biografischen oder neurologischen Zufall in Kinderzeiten zugefallen… Weiterlesen…

Imaginiert oder real erfahren

Imaginiert oder real erfahren

Alle 5 Sinnesdomainen können real erfahren oder imagiert werden. Können? Kannst Du wirklich? Wie klar ist die Vorstellung? Wie lang bleibt sie im Gedächtnis? In den nächsten Tagen werde ich alle möglichen Kombinationen, die jeder als eine bestimmte Fähigkeit, Anforderung oder Kontext kennt einmal durchsprechen. Einer muss es ja tun 😉 Weiterlesen…

Singen und innere Klangvorstellung

Singen und innere Klangvorstellung

Singen ist zwar eines der wichtigsten Hilfmittel zur Überprüfung der inneren Klangvorstellung, darf aber nicht dazu führen, das die Klangvorstellung vom Singen beherrscht wird. Der Ton muss sozusagen absolut hörbar sein, in jedem Timbre, jedem Klang, jedem Instrument. Wie will man sich sonst ein Schlagzeug vorstellen oder den Klang eines Instruments ausserhalb der eigenen Stimmlage,… Weiterlesen…

Leon Fleischer – Ohne Vorhören ist alles ein Unfall

Leon Fleischer – Ohne Vorhören ist alles ein Unfall

Das was Leon Fleischer da sagt, sollte für jedes anspruchsvolle Üben und erst recht für die Aufführung gelten. Ich weiss, hoher Anspruch, und in weiten Teilen erfordert das natürlich eine andere Art des Übens. Ein üben, das so weit wie möglich mit der Vorstellungskraft arbeitet. Die Grenzen der Vorstellungskraft sind die Grenzen der eigenen Musikalität.… Weiterlesen…