Interview mit Biz Stone beim ElRep

Letzten Sonntag habe ich das schöne Wetter genutzt um ausnahmsweise mal vor dem Monitor zu sitzen. Die Übersetzung des Interviews beim Elektrischen Reporter mit Biz Stone, dem Mitgründer von Twitter war gefragt. Hier also das zweisprachige Ergebnis:

Biz Stone Interviewtext in Englisch

Biz Stone Interviewtext in Deutsch

Einige Stellen im Interview und das Phänomen an sich sind mit verantwortlich für den Ton in diesem Posting. Da zeichnet sich eine Evolution der kommunikativen Werkzeuge ab, bei dem es natürlich zu Ablösungsprozessen kommt. Nur schlecht wenn man sich über ein Tool indentifiziert – soll vorkommen: „Ich bin Blogger!“ – oder sogar damit Geld verdienen will.

Mit der entspannten Haltung von Herrn Stone zur Frage des Geschäftsmodells würde er wohl kaum einen röchtögen teutschen Webmontag überleben. Warum dann New York? What´s the difference?

Bruce Klein fragt…

when do you think AI will surpass human-level intelligence?

[ ] 2010-20
[ ] 2020-30
[ ] 2030-50
[ ] 2050-70
[ ] 2070-2100
[ ] Beyond 2100
[ ] Prefer not to make predictions
[ ] Other: __

Und bringt mich dazu, ein paar Fakten zu kombinieren.

Fakt 1: Was kann man mit einem Gehirn der Größe einer Walnuss anstellen?
Fakt 2: IBM simuliert 8 Millionen Neuronen
Fakt 3: Fallende Preise für Blue Gene/P

Ich schließe daraus: Irgendwann zwischen 2010 und 2100 wird es zur Lösung des Problems AI kommen.

Begründung: Die Hardware für intelligente Systeme ist schon lange vorhanden und AI ist „lediglich nur noch“ ein prinzipielles Problem, das morgen oder 2099 gelöst wird. Da aber immer mehr Firmen kapieren, dass — wie man bei Honda sagt — Intelligenz eine Technologie ist und somit ein (nichtlinearer) Produktivitätsfaktor, erscheint 2099 sehr unwahrscheinlich.

Leider entfaltet sich jede Technologie, ob Hammer, Rad oder AI, in konkreten Gesellschaften mit konkreten Menschen, die je eigene moralische Niveaus innehaben und mittels dieser Technologie ausleben. Spam ist da nur ein kleines Beispiel.

So betrachtet wäre eine AI>HI ein Ausweg aus den säugetierisch bestimmten Dramen der Geschichte. Was mir allerdings Sorgen bereitet sind die Prä-Singularitätszeiten, in denen AI <<< HI zur gesellschaftlichen und individuellen Befriedigung konkreter moralischer Niveaus eingesetzt wird.

Was haben Facebook und die technologische Singularität gemeinsam?

Geld. Und zwar das Geld von Peter Thiel, der einer der ersten Investoren in Facebook war. Der gleiche Peter Thiel, der „Advisor“ des Singularity Instituts ist und sich sehr, sehr explizit über Funktion, Bedeutung und Folgen von künstlicher Intelligenz in unserer nahen Zukunft äußert.

Da interviewen alle Wirtschaftsfachblätter des Planeten Peter Thiel zum Thema Facebook und realisieren nicht, dass sie mit einem der exponiertesten Aktivisten einer technologischen Singularität reden. Mit welchen Scheuklappen muss man an Themen rangehen um das zu übersehen?

Peter Thiel scheint mir ein gutes Beispiel für jemanden zu sein, der von der Warte einer extremen, möglichen Zukunft (technologische Singularität) einen besseren Blick auf die Gewinner der Gegenwart hat als alle bloßen Trendverlängerer, die in Daten (Vergangenheit) wühlen um ein S-Kürvchen aufzuspüren.

Unsere technologische Gegenwart ist mit soviel Potential aufgeladen, dass nur noch Utopien die Spreu vom Weizen trennen können. Wer die Wolke der möglichen Zukünfte nicht ihrer Bestimmung in Utopien zuführen mag, stemmt sich gegen den eigenen Genius, der der Genius der Welt ist.

Interviewtext Martin Varsavsky beim Elektrischen Reporter – deutsch + englisch

Hier (hier, ja D.? Hier. 😉 ) die Links zu den Interviewtexten des Interviews von Mario mit Martin Varsavsky in deutsch und englisch.

Interviewtranskript in Englisch


Übersetzung des Interviews in Deutsch

Und hier ein wenig Fremdenverkehrswerbung für Spanien.

[tags]Interview, Martin Vasavsky, Elektrischer Reporter, Internet[/tags]

Wortlaut des Interviews mit Marissa Mayer

Für alle Googologen, die die Trajektorie des größten Computers mit angeschlossener Geldmaschine berechnen wollen, gibt es also wie versprochen hier das vollständige Interviewtranskript des Elektrischen Reporters (M.S.) mit Marissa Mayer.

Fortgeschrittene Googologen mögen die Exegese am englischen Urtext betreiben.

Den minderen Adepten sei die teutonische Fassung ans Herz gelegt.

[tags]Elektrischer Reporter, Google, Marissa Mayer, AI[/tags]

Google und Wikipedia: ein C(r)ashkurs?

Was kostet es eigentlich Google an Werbeeinnahmen, wenn es zur Gewohnheit wird bei einer faktischen Frage mit einer Suchkombination aus „Keyword+Wikipedia“ sofort dahinzuclicken wo man nicht belästigt sondern einfach nur informiert wird? (Ungeheuerliches Ansinnen: einfach nur informiert werden wollen!)

google wikipedia trend

Wenn mein eigenes Suchverhalten und der Google Trend korrelieren, dann lauert da ein Groschengrab für Google.

Weihnachtsgeschenk: Microsoft beantragt Patent auf RSS!

Welche Strategie nun wieder dahinter stecken könnte erschliesst sich wohl nur einem Patentanwalt jenseits der Zynismusgrenze. Seit gestern dürfte Dave Winers Blutdruck ebenso wie das absurde amerikanische Patentsystem ungesunde Höhen erreicht haben. Aus welchen Gründen auch immer: Da will jemand an die Schlagader der Internetzukunft!

Frohe Weihnachten!

Nachtrag: Es besteht die Möglichkeit das der Antrag auf ein Patent mit so offensichtlicher Prior Art ein strategischer Zug ist, um Microsoft selbst vor Prozessen schützen. Sollte der Antrag zurückgewiesen werden, kann niemand RSS patentieren. Ausser Dave Winer vielleicht, der sich allerdings skeptisch zeigt ob Microsoft nicht doch vielleicht das Patent durchbekommt. Aber das wird schon gut gehen, so kurz vor Weihnachten, nicht!?

[tags]RSS, patent, Microsoft, Dave Winer[/tags]