Kategorie-Archive: Sprache

Replik

Der Versuch dieser jungen Dame ist so beleidigend linear, wenngleich anregend, das man ihn nur aus dem hoffärtigen Egozentrismus eines bestimmten Lebensalters und einer spezifischen geistigen Disposition erklären kann. Die dreifache Menge an Leben (52) äussert sich eben nicht nur in Falten, sondern auch in Überschuss, den ein drittel großer Fetzen (17) kaum bedeckt.

Auch wenn unsere digitale Existenz scheinbar gleich daher kommt und scheinbar gleich zugänglich, nämlich klickbar ist, – dahinter verbergen sich unterschiedlichste quantitative und qualitative existentielle Stränge, die nie identisch gemacht werden können. Der Ruf nach Verständlichkeit (Tilgung: für wen?) und Einfachheit, ist so alt wie die introjizierte Warenwelt: Ich will Wurst im Gegenwert von 3,50. Wehe, ich muss kauen, wehe, ein Geschmack stellt sich ein, wehe, es weicht ab von dem was meine Peergoup frisst. Abweichung wird nur toleriert wenn sie in den normierten, reproduzierbaren Erscheinungsformen und Haltungen der Popkultur daherkommt, die Form einer klaren Bedienungsanleitung annimmt (Pushbutton Intellekt) oder genügend sinnlich aufreizend ist um auf dem schwankenden Boden einer unklaren Identität vorübergehend den Schwindel zu betäuben. Solange man Identität sucht, ist Ambiguität unerträglich.

Obwohl Wissenschaft unser bester Besen ist, um den Grund zu fegen auf dem wir stehen, lässt sich schlecht mit einem Besen tanzen. Zukunft wird zwar durch klaren Boden bereitet, aber durch den aufgewirbelten Staub schauen kann nur, wer willens ist Umrisse als das gelten zu lassen.

Your Thoughts Are Your Password!

Vor einiger Zeit erschien bei Wired ein Artikel über eine Technologie zur Zugangskontrolle, die zu diesem Zweck das Muster der Gehirnströme auswertet. Im Chat mit Herrn Bruysten missverstand ich diese Überschrift. Ich interpretierte sie als: Deine Gedanken sind Dein Passwort! Was ich schreibe und denke ist der Ausweis dessen was ich in ein Netzwerk einbringen… Weiterlesen…

Programm 2

Nach Adorno sollten philosophische Texte immer gleich weit entfernt sein von ihrem Zentrum. Das Zentrum ist für mich die Spannung zwischen Phäno- und Genotyp, die im eschatologischen Konzept der technologischen Singularität beendet oder begonnen wird. Wer die Wirkung dieser Spannung nicht in diesem Moment fühlt wird lediglich faktische Texte (Hausaufgaben) produzieren oder Domains mit den… Weiterlesen…

Supi: Am Puls der Zeit (Kapitel: Sprachseuchen)

Ich wollte es eigentlich seit Monaten ignorieren, aber jetzt, wo ich in einer privaten Mail durch einen guten und intelligenten Freund damit konfrontiert wurde, muss ich mich in aller Form und öffentlich gegen den Gebrauch von „Supi“! wehren! Was ist mit dieser Loooosernation los, das sie sich dem mentalen Virus einer infantilisierenden Verkleinerungsform eines ehemals… Weiterlesen…