Die Rache der Begabten

Wenn begabte junge Leute im Jahre 2005 nach dem Abitur mit 19 Jahren ihre Schulzeit Revue passieren lassen, können sie sehr leicht, allzu leicht zum Schluss kommen, das man den Prozess des Lernens im Jahre des Web 2.0 auch anders gestalten könnte. Ein Jahr und ein vertagtes Stipendium später und Andreas Stuhlmüller hat sich eine eLearning-Plattform aus dem Hirn geschüttelt, die nur darauf wartet mächtig getestet zu werden. Um fürs Abi 2006 noch schnell zu pauken mag es zu spät sein, aber Schüler wachsen ja immer nach. Jeder kann Lektionen und Kurse erstellen und schon erstellte lernen. Und mit jeder meine ich genau Dich!

Ausdrücklicher Link zu Mindpicnic. Wieder ein schönes Beispiel dafür, was ein begabter junger Mensch noch ohne Studium heutzutage alles alleine raushauen kann. Ist es da nicht beschämend, was da manche studierten Informatiker als Web 2.0 verkaufen?

Google Calendar und Getting Things Done (GTD)

Wenn wir mal von den Datenproblemen absehen und mit den Möglichkeiten rumspielen wäre folgendes drin:

In der GTD-Methodologie werden den To-Do-Items einzelne Orte zugeordnet, meist mit den Kürzeln @Computer, @Auswärts, @Büro etc. Das ist in Google Calendar einfach umzusetzen, indem man für die einzelnen @ Ordnungskriterien einzelne Kalender eröffnet. Termin- oder Zeitkonflikte sind einfach zu erkennen. Obendrein kann man so Termine die auswärts stattfinden public machen und diese Kalenderuntermenge von anderen Leuten abbonnieren lassen. Einzigster Haken für die GTD-Methodologie: Innerhalb Google Calendar muss einem To-Do-Item sofort ein Termin und ein Zeitbudget zugeordnet werden. Aber eigentlich sollte es ja so sein, oder? 😉

Derartige Strategien wären in Sunbird mit dem ical-Format im Prinzip auch schon lange möglich gewesen, aber hier hat jetzt durch die radikale Vereinfachung und mögliche Massenanwendung ein Riesenschritt stattgefunden. Das wird sich erst in ein paar Wochen klar abzeichnen wenn breiteste Schichten dieses Dings anzuwenden beginnen. Jeder der will kann Teilbereiche seines Lebens anderen zugänglich machen. Bands, Firmen, Familien, Clubs, Schulen… unendliche Möglichkeiten. Das alles hat viele Kalenderanwendungen an einem Tag weit hinter sich gelassen.

Nachtrag: Für eine schnelle Abwicklung eines einzelnen Termins samt Zeitbudget wäre eine ähnliche GUI-Lösung wie im guten alten EccoPro 4.01 nötig. Die jetzige Lösung ist einfach zu langsam. Sag das denen mal einer.

Google Calendar

Google Calendar ist live und natürlich in Beta. Das Einloggen kann etwas dauern, scheint sich aber zu lohnen. Einträge sind mit einem Click anzulegen. Überhaupt ist mein erster Eindruck (5 Minuten) der konsequent ajaxifizierten Oberfläche: Schnell und logisch. Mal schaun welche Ecken und Kanten sich im Alltag rauskristallisieren.

Nachtrag 1: Die Feiertage klappen noch nicht. Ostern ist erstmal gestrichen.
Nachtrag 2: Chandler ist in Schwierigkeiten.
Eindruck 2: Da stinkt der Yahoo-Kalender nicht gegen an.
Nachtrag 3: Druck erfolgt über pdf. Sehr schön.
Nachtrag 4: Im kleinen Kalendermonat oben links kann man das sichtbare Zeitintervall einfach durch ziehen einstellen.
Nachtrag 5: Sunbird gerade gelöscht.

Webmontag in Köln (nachher)

Meine persönliche Freiheit liegt darin, solche Veranstaltungen durch einen nichtmerkantilen Filter schicken zu dürfen. Klar, das dann immer noch viel mehr übrig bleibt, als bei so etwas Bizarrem wie die öffentliche Vorlesung von Blogtexten.

In den produktiven Gesprächen mit Rainer Wasserfuhr und Philipp Lenssen kristallisierte sich für uns ein wichtiges Kriterium heraus: WOZU?

Das Kriterium WOZU ist eines, das sich nur aus einer je umfänglichen Zukunftsvision beantworten lässt. Je umfänglicher diese ist, gar sich den evolutiven Grundströmungen der Menschheit beigesellt, desto dynamischer, überzeugender kann ein Produkt, eine Demo sein. In dieser Hinsicht werden viele Pferde leider nicht genug vom Ende her aufgezäumt oder die Frage mit einem einfachen:“Mehr Hafer!“ beantwortet.

Resumee: Verdammt viele, gute Rennpferde am Start, die definitiv nicht nur für Hafer rennen wollen.

Ein paar Gedanken (Web 2.0?)

Der Teil des Netzes, der sich Blogossphäre nennt hat sich schon lange in vielen Details vom WWW abgesetzt. Das mag, wenn man in dieser Brühe täglich schwimmt nicht auffallen, wird aber bis zur Renitenz sichtbar wenn man im täglichen Geschehen mit Menschen zu tun hat, die sich auf dem Stand des Jahres 95 das Netz anzueignen versuchen. Eines der regressivsten Argumente in diesen Belangen ist: Es muss noch einfacher werden, das ist nur was für Geeks. Es wird nie wieder einfacher! Die Menschen die sich an der Grenze herumtreiben werden einfach auf Grund ihrer globalen Reichweite und absoluten Zahl von der Masse, die noch immer mental in 95 verharrt, wie im Wettlauf von Achilles und der Schildkröte infinitesimal unerreichbar bleiben. Das Unverständnis wird unsere Heimat. Wenn man es erklärt hat, ist der Stand der Technik schon weiter…

Wir sind schon lange die Summe unserer Backlinks. Nicht der Texte oder Bilder, die in unserem Besitz verbleiben. Die versammeln sich nur unter unserem Namen, um auf sie hingewiesen zu werden. Die Macht der Dinge oder geistigen Artefakte auf die nicht freiwillig gelinkt werden kann, schwindet. Der Aspekt der Freiwilligkeit in diesem Akt ist enorm wichtig. Der erzwungene oder erkaufte Link wird immer so stark sein wie die Macht im Meatspace, die dahinter steht. Wenn sich aber eine in absoluten Zahlen wesentliche Untermenge der globalen Population aus diesem irrationalen und brutalen Gefüge verabschiedet und Inhalte nur noch freiwillig mit Reputation füttert, dann verschiebt sich ein jahrtausendealtes Machtgefüge zu Gunsten des Metaversums. Anzeichen dafür sind in der Behandlung von Schlipsen bei Google zu finden, oder in der Notwendigkeit einem Freund zu erklären, warum er linken, nicht fullqouten sollte. Rainer Wasserfuhr könnte recht haben: Wir stehen vor einem exponentiellen Wandel hin zu einem Web of Trust, in dem die Blogosphäre nur ein Teil einer größeren Dynamik ist. Zum Leidwesen der Moloche wird dieser „Trust“ nicht käuflich sein.

Google Analytics

Ein paar Gedanken dazu. Was passiert wenn eine Suchmaschine nicht nur weiss auf welche Seite unter einem bestimmten Suchwort geclickt wird, sondern auch was danach auf der Zielseite geschieht? In wie weit könnte es die Bewertung, ob die Zielseite relevant war, beeinflussen? Würde jemand der um jeden schmuddeligen Preis oben stehen will dieses Script mitlaufen lassen? Hat dieses Script Einfluss auf die SEO-Branche? Würde so jemand die referierende Suchmaschine wissen lassen wollen, das der Besucher das typische Click-through-Verhalten eines unbefriedigten Suchers an den Tag legte? Wollen Webseitenbetreiber relevant sein oder nur verkaufen?

Da ist ein cloosed Loop eröffnet worden der Feedback auf vielen Kanälen erzeugt. Wenn der Anreiz diesen Dienst in Anspruch zu nehmen hoch genug ist, könnte dies der Startschuss für das Ende einiger Branchen bedeuten. (via Philipp )

Vorne ist, wo unsere Träume weben

Nicht das Amazon schon fertig wäre. Nicht das eBay am Ende angekommen ist. Blogger.com seinen Höhepunkt überschritten? Google schon abgetrocknet?

Was vor uns liegt, wird in jedem Fall ein Inkrement der Gegenwart sein. Evolution ist nicht allein für Schmetterlinge. Etwas das formuliert werden kann, beschleunigt seine eigene Manifestation. Im Mahlstrom der Prä-Singularitätszeit ist jede Äusserung Bodenbelag oder manifestierender Beat. Vorwärtsstürzen ist die einzige Qualität, die einer authentischen Stimme gemäss ist. In der Verantwortung lebend, das Bilder wahr werden. Es gibt keine Abweichung vom Mittelmass. Sondern nur Existenz, die sich erinnert. Oder eben nicht.

In dieses Meer aus Information wird AI fallen.