11.Juni 2009
1.WaveWednesday in Düsseldorf
Beschleunigung der Beschleunigung, Internet, Prä-Singularität, Soziologie, noosphäre - 3 Kommentare » 9:10 am
Wenn nach nur 3 Tagen Vorwarnzeit über 20 interessierte Menschen nicht auf eine Party gehen, sondern sich Vorträge über Google Wave anhören wollen, dann muss was in der Luft liegen. Nachdem Tim Bruysten und ich am letzten Donnerstag die Demo zu Google Wave gesehen hatten, war uns - wie vielen anderen auf Terra - sofort klar das Ende des Jahres etwas in den Pool der Kommunikationswerkzeuge dieser kleinen unbehaarten Affen geworfen wird, das transformatives Potential besitzt. Schon am Samstag plöppten an den verschiedensten Orten (Schottland, Johannesburg, SF…) organisierte Treffen zu Wave hoch, und von da aus waren es nur ein paar Clicks und der WaveWednesday Düsseldorf war geboren. Alexander Benker und (fast Dr.) Peer Lambertz von Cassini waren schnell ins Boot geholt und nun ist alles auch schon wieder Geschichte. Alex Benker hat noch mal die bis jetzt bekannte Architektur und Funktionalität zusammengefasst, während Peer Lambertz als Rechtsanwalt zu euphorischen Träumereien die rechtliche Erdung verpasste (Vortragslink folgt). Zum Abschluss habe ich versucht eine übergeordnete Sicht aus den unterschiedlichen Reaktionen auf GoogleWave abzuleiten.
Die Aufnahme ist mit einem 14-Euro-Mp3-Player in meiner Hemdtasche entstanden, der erstaunlicherweise eine Aufnahmefunktion hat. Besser als nichts.
Was mich sehr erfreut hat, war die Aufgeschlossenheit und kritische, zukunftsorientierte Neugier der Teilnehmer, die bis weit nach 12 Uhr eine Atmosphäre entstehen liess, die mich leicht an den ersten WebMontag in Köln erinnerte. Das es einen 2. WaveWednesday geben wird steht ausser Frage!
Linktip: Posting aus dem Jahre 2004 zum Thema
28.Mai 2009
Change des Change
Beschleunigung, Beschleunigung der Beschleunigung, Prä-Singularität, Singularität, Soziologie, Transformation - 3 Kommentare » 11:10 am
Aus den Kommentaren zu meinem Gastvortrag im Studiengang C-MD an der FH-Aachen meine ich einen Groove herauszuhören, der bei Einzelnen genau den Drive hat den wir in den nächsten Jahren brauchen werden.
Da driftet in der impliziten Zukunftsbewältigung mächtig was auseinander. Die unter 30-jährigen haben wirklich das exponentielle “anything goes” eingepreist und wollen in großen Teilen nur den Arsch an der Wand hochbekommen. Noch eine Fliege im Honig ist da wirklich non-wowig.
Für die post-30-jährigen hiesse das mal wirklich nichtlinear zu denken: zu merken, das die “Zukunft” schon eingefaltet ist in die Köpfe der heranwachsenden Generation, die Gegenwart längst in eine Richtung abgebogen ist, die die vorherige Generation so nicht gesehen hat. Die aufgeregten Entdecker eines neuen Horizonts sterben den mentalen Tod der Lächerlichkeit, wenn sie nicht registrieren wollen, das der Boden auf dem sie denken längst aufgehört hat zu schwanken und zu einem fliegenden Teppich mutiert ist. Der Schwindel, der die über 30jährigen im Angesicht Moores Law und der zurückgelegten utopischen Distanzen ergriffen hat, ist längst pathetisch. Niemand muss trommeln, wenn alles groovt.
Auf dem sogenannten C-Level sieht das selbstredend anders aus. Und genau dieses out-of-sync sein kann dramatische Konsequenzen für die Knowledge-Integrität (ich nenns mal so) großer Organisationen haben. Die jüngeren Angestellten sind mental und tooltechnisch unaufgeregt im pre-Singularitäts-Zeitalter angekommen, während das C-Level stolz Emails ausdruckt. It needs two to tango, aber bei so einem Tänzchen muss einer stolpern oder mit seinen Krücken der Macht wild um sich schlagen.
26.Mai 2009
Das kann doch nicht alles gewesen sein!
Events, Futuristik, Künstliche Intelligenz, Nanotechnologie, Post-Singularität, Prä-Singularität, Singularität - 19 Kommentare » 10:35 am
Zur Feier des gestrigen Towel-Day habe ich es tatsächlich geschafft ein Bruce Willis Filmzitat in einem Vortrag über Zukunft, Kardashew, Nanotechnologie, AGI, Singularity Summit und Singularity University unterzubringen.
Da ich nicht zur Garde der Folienvorleser gehöre, sondern davon ausgehe das die physische Anwesenheit eines Vortragenden irgend etwas mit mit seiner - auch intellektuellen - Anwesenheit zu tun haben muss, sind die Folien natürlich ohne meine Live-Worte nur ein interessanter Bildreigen. Die Aufgabe für die Klasse also: Erzähle die Geschichte zu diesen Bildern! Abgabetermin 2049.
Nochmals Danke an den Dozenten Tim Bruysten für die Einladung nach Aachen. Die anschliessende Diskussion mit den Studenten zeigte, das die Thematik zwar verstanden wurde, mir persönlich war da aber zu wenig Wow! in der Erkenntnis, das vieles davon im Bereich der Lebensplanung eines 20jährigen liegt. Ich fühlte mich ein wenig an einen meiner ersten Blogeinträge aus dem Jahre 2003 erinnert. Was kommt nach Anything goes? Beim anschliessenden analogen Bier im Last Exit hat sich für mich dieser Eindruck noch bestätigt. Wer heute in dieser “Anything-goes-Welt” lebt, deren Beschreibung vor 30 Jahren für einen veritablen Science Fiction gereicht hätte, managt seine Lebenswelt besser mit einem kleineren Zeithorizont. Dennoch wird jemand, der auch mit extremen Zukünften jonglieren kann unsere turbulente Gegenwart erfolgreicher filtern können.
Ohne Garantien für weitere Posting kann ich sagen: Hat sich gut angefühlt mal wieder zu bloggen. Ist noch jemand da? ![]()
4.Dezember 2007
Kurzes Statement zur globalen Lage
Beschleunigung der Beschleunigung, Prä-Singularität, Singularität - 27 Kommentare » 2:21 pm
Wer 200X in Fragen der Zukunft unterwegs ist und das Konzept der technologischen Singularität aus Unkenntnis oder Strategie ignoriert, ist, ob bewusst oder unbewusst, lediglich werblich für kurzfristige Gruppeninteressen unterwegs.
Umkehrschluss: Wer werblich oder für kurzfristige Gruppeninteressen unterwegs ist, muss diesem Konzept durch welche Begründung auch immer eine rationalisierende (keine rationale) Absage erteilen.
Wer dieses Konzept und seine aktive wie passive Wahrscheinlichkeit versteht und ablehnt, muss erklären warum er eine Welt mit:
*Peak Oil
*globaler Vermögenskonzentration durch Technologie
*Klimakatastrophe
*Altern für jeden
*Transhumanen Reichenghettos
für unabänderlich oder sogar erstrebenswert hält.
Die anderen treten bewusst und aktiv in eine Phase des Übergangs der Menschheit ein.
29.November 2007
Technologische Beschleunigung
...was wyrd, Beschleunigung, Prä-Singularität - 4 Kommentare » 8:11 pm
Gerade im Chat als Aufhänger für die Podiumsdiskussion am nächsten Webmontag in D. vorgeschlagen:
Technologische Beschleunigung: Ein Mediator der Desidentifikation!
Oder anders: Euch wird alles genommen werden, sogar Krebs.
22.Oktober 2007
Schockwellen der Zukunft
Beschleunigung, Gentech, Internet, Prä-Singularität - Comments Off 10:13 pm
Zitat Mary Meeker (Morgan Stanley) auf dem Web2.0 Summit 2007:
We as wallstreet analysts love acceleration.(pdf)
Um einen Hauch - nein, eine Brise des Sturms zu empfinden der da auf uns zukommt empfehle ich dringend den Vortrag von Tim O´Reilly zu Facebook und dem Potential derartiger Netzwerke und Tim O´Reillys Gespräch mit Greg Venter. Da finden gerade 2 Revolutionen parallel statt, die beide auf die Möglichkeiten, die sich durch Moores Law bieten, aufbauen. 10 000 menschliche Genome zu sequenzieren und in den Daten sinnvoll zu wühlen wird nur möglich sein, wenn alle Parameter der Technologien in denen wir zu schwimmen beginnen weiterhin exponentiell zunehmen.
Seit Tagen geht mir ein anderes Video nicht aus dem Kopf und ich begriff nicht warum. Jetzt ist es mir klar. Die Gefühle, die ich beim Betrachten des folgenden Videos hatte, werden denen ähnlich sein, die sich bei uns einstellen wenn wir mit den unkalkulierbaren Ergebnissen der synthetischen Biologie, Nanotechnologie, künstlichen Intelligenz und der sozialen Verknüpfung von Daten konfrontiert werden, die in den nächsten 3, höchsten 5 Jahren auf uns zu kommen.
Abrupte Richtungswechsel, plötzliches widernatürliches Verhalten von Subsystemen, Belastung von Material und Menschen bis an ihre natürlichen Grenzen und gedopt auch darüber hinaus, scheinbares Brechen von Naturgesetzen, Unbegreifen dessen, was man wahrnimmt, Unvorhersehbarkeit von privaten und gesellschaftlichen Entwicklungen und Trajektorien.
7.Oktober 2007
Ohne Worte
Events, Gentech, Prä-Singularität, Singularität - Comments Off 11:21 pm
In Vorbereitung auf die Ereignisse der nächsten Woche (all hell brake loose):

Ich glaube fast mein Vortrag auf dem Webmontag am 17. Juni war viel zu zahm, wenn auch für angehende Shopbetreiber schon sehr fringig. Aber wie man sieht sind die globalen Alphatiere schon ganz wo anders.
Technorati Tags: Venter, Singularity, Kurzweil
11.September 2007
Uncanny Nietzsche
Beschleunigung, Prä-Singularität - 1 Kommentar » 3:51 pm
Der Begriff des Uncanny Valley hat seinen Ursprung in der Robotic und Animation. Nun hat es allerdings, wie mir scheint, auch Nietzsche erwischt. Nicht, dass er je un-unheimlich war. Aber in diesem kleinen Filmfetzen, der wahrscheinlich durch die Bearbeitung von zeitgenössischen Fotos entstanden ist, wirkt er noch weniger einladend als sein virtuoses Gepolter.
Wie muss diese Nietzsche-Simulation aus dem Jahre 2006 einem Zeitgenossen erscheinen? Wie eine Erscheinung?
Was ist erst möglich wenn 10 Teraflops und einige Petabytes RAM auf jedem Beistelltisch zu finden sind und Premiere CS15 mit ähnlichen Techniken wie Microsoft Photosynth aufwarten kann? Wenn gar eine gehörige Prise AI unter der Haube stottert?
Dieses Video ist ein Datenpunkt auf einer Kurve, die keinen Trend markiert, sondern den Hauch einer Utopie ahnen lässt.
via Philoblog
4.September 2007
Der kurze Film zum langen Buch vom Kurzweil
Prä-Singularität, Singularität, Soziologie - 2 Kommentare » 12:56 pm
Ich hatte gestern nur so dahingegrummelt das Herr Kurzweil sich bemüßigt fühlt, sich in 2008 mit der Thematik technologische Singularität cineastisch zu verewigen. Dazu noch einige Anmerkungen.
Erstaunlich ist das genau wie im Buch “The Singularity is Near” niemand der wirklich relevanten Denker (Vinge, Yudkowsky, Goertzel etc) zum Thema im Film vorkommt. Im Buch zum Beispiel erscheint Yudkowsky in einem Fussnötchen, obwohl die meines Erachtens relevantesten Texte schon damals von ihm stammten. Anthony Robbins, der Hochdampfplauderer und Coach der Reichen und Mächtigen (Clinton etc) darf sich allerdings zum Thema äussern. Entweder das ist ideenpolitisches Kalkül oder Strategie, die Person Kurzweil in der Thematik nicht zwischen zu viel anderen wirklichen Experten untergehen zu lassen.
Mir scheint, das Kurzweil alle Symptome für das demonstriert, was weit vor einer hypothetischen Singularität klaftertiefe, säugetierische Gräben zwischen den Komparsen auf Terra aufreissen wird. In ihrem Drang das Ich-Ich-Ich-Drama auf größtmöglicher Bühne zu spielen (auch Egoismus genannt) werden viele Akteure jede sich bietende technologische Möglichkeit ergreifen um ihre persönliche Utopie zur Dystopie für den Rest der Menschheit werden zu lassen. Ich möchte dringend vom Gegenteil überzeugt werden.
13.August 2007
Bruce Klein fragt…
...was wyrd, Künstliche Intelligenz, Prä-Singularität, Singularität, Wirtschaft - 6 Kommentare » 11:28 am
… when do you think AI will surpass human-level intelligence?
[ ] 2010-20
[ ] 2020-30
[ ] 2030-50
[ ] 2050-70
[ ] 2070-2100
[ ] Beyond 2100
[ ] Prefer not to make predictions
[ ] Other: __
Und bringt mich dazu, ein paar Fakten zu kombinieren.
Fakt 1: Was kann man mit einem Gehirn der Größe einer Walnuss anstellen?
Fakt 2: IBM simuliert 8 Millionen Neuronen
Fakt 3: Fallende Preise für Blue Gene/P
Ich schließe daraus: Irgendwann zwischen 2010 und 2100 wird es zur Lösung des Problems AI kommen.
Begründung: Die Hardware für intelligente Systeme ist schon lange vorhanden und AI ist “lediglich nur noch” ein prinzipielles Problem, das morgen oder 2099 gelöst wird. Da aber immer mehr Firmen kapieren, dass — wie man bei Honda sagt — Intelligenz eine Technologie ist und somit ein (nichtlinearer) Produktivitätsfaktor, erscheint 2099 sehr unwahrscheinlich.
Leider entfaltet sich jede Technologie, ob Hammer, Rad oder AI, in konkreten Gesellschaften mit konkreten Menschen, die je eigene moralische Niveaus innehaben und mittels dieser Technologie ausleben. Spam ist da nur ein kleines Beispiel.
So betrachtet wäre eine AI>HI ein Ausweg aus den säugetierisch bestimmten Dramen der Geschichte. Was mir allerdings Sorgen bereitet sind die Prä-Singularitätszeiten, in denen AI <<< HI zur gesellschaftlichen und individuellen Befriedigung konkreter moralischer Niveaus eingesetzt wird.