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Siggis letzte Worte




26.Mai 2009

Das kann doch nicht alles gewesen sein!

Events, Futuristik, Künstliche Intelligenz, Nanotechnologie, Post-Singularität, Prä-Singularität, Singularität - 19 Kommentare » 10:35 am

Zur Feier des gestrigen Towel-Day habe ich es tatsächlich geschafft ein Bruce Willis Filmzitat in einem Vortrag über Zukunft, Kardashew, Nanotechnologie, AGI, Singularity Summit und Singularity University unterzubringen.

Da ich nicht zur Garde der Folienvorleser gehöre, sondern davon ausgehe das die physische Anwesenheit eines Vortragenden irgend etwas mit mit seiner - auch intellektuellen - Anwesenheit zu tun haben muss, sind die Folien natürlich ohne meine Live-Worte nur ein interessanter Bildreigen. Die Aufgabe für die Klasse also: Erzähle die Geschichte zu diesen Bildern! Abgabetermin 2049.

Nochmals Danke an den Dozenten Tim Bruysten für die Einladung nach Aachen. Die anschliessende Diskussion mit den Studenten zeigte, das die Thematik zwar verstanden wurde, mir persönlich war da aber zu wenig Wow! in der Erkenntnis, das vieles davon im Bereich der Lebensplanung eines 20jährigen liegt. Ich fühlte mich ein wenig an einen meiner ersten Blogeinträge aus dem Jahre 2003 erinnert. Was kommt nach Anything goes? Beim anschliessenden analogen Bier im Last Exit hat sich für mich dieser Eindruck noch bestätigt. Wer heute in dieser “Anything-goes-Welt” lebt, deren Beschreibung vor 30 Jahren für einen veritablen Science Fiction gereicht hätte, managt seine Lebenswelt besser mit einem kleineren Zeithorizont. Dennoch wird jemand, der auch mit extremen Zukünften jonglieren kann unsere turbulente Gegenwart erfolgreicher filtern können.

Ohne Garantien für weitere Posting kann ich sagen: Hat sich gut angefühlt mal wieder zu bloggen. Ist noch jemand da? ;-)

29.April 2007

Nicht in Kansas

Beschleunigung der Beschleunigung, Events, Künstliche Intelligenz, Nanotechnologie, Post-Singularität, Prä-Singularität, Singularität - Comments Off 9:14 pm

Aber in Essen. Ich weiss nicht welche Pille einige der anwesenden Zuhörer letztendlich gewählt haben, gut unterhalten worden sind sie allemal. Niemand hat sich gelangweilt obwohl statt der angepeilten maximal 40 Minuten, derer 60 wie im Fluge verschwanden. Dafür gab es ein ordentliches futuristisches Schleudertrauma mit 1 x Kardashev und zurück. Die Frage was Web2.0 denn sei, nimmt sich dagegen wie eine Nematodenverdauungsstörung aus.

Wer nicht da war - und das waren leider viel zu viele - wird vielleicht später die von Herrn Sixtus mit allem technischen Vodoo gevideobannte Fassung bewundern können. Derweil ich noch an einer Linkliste bastele und in der Zwischenzeit eine PDF-Fassung der Folien dieses Singularitätsvortrags (7Mb) auf Anfrage anbiete. Wer damit nix anfangen kann, darf mich ruhig für einen Vortrag buchen.

16.Februar 2007

Virgin Earth Challenge: Technologie als Klimaretter

Events, Nanotechnologie, Weltzustand - 1 Kommentar » 11:47 am

Wenn sich alle morgen an den Händen fassen und plötzlich unheimlich dolle umweltbewusst werden - auch die Essers und Breuers der Welt - dann könnte innerhalb von 10 Jahren sehr viel weniger CO2 in der Atmosphäre landen. Die Mengen, die wir allerdings bis heute auf ihre Reise in die Atmosphäre geschickt haben, hindert das nicht, sich in die vertrackten Feedbackschleifen des Klimas einzureihen und für Unbill in den nächsten Jahrzehnten zu sorgen.

Wenn alle Trendmodelle stimmen, kann uns das also nicht davor bewahren global soziologisch, ökologisch und okonomisch in den nächsten Jahrzehnten Achterbahn zu fahren.

Das Zeug muss also raus. Ein anderer Ausdruck für: Re-Terraforming. Das haben auch Al Gore und Richard Branson begriffen und haben am 9. Februar den Virgin Earth Challenge ausgelobt. Schlappe 25 Mio $ für:

Eine wirtschaftlich funktionsfähige Technologie, die nachweislich jedes Jahr über die Dauer von 10 Jahren eine Netto-Reduktion von anthropogenen, atmosphärischen Gasen erbringt, und so zur Stabilität des Weltklimas beiträgt.

Ich vermute das wird unter anderem dazu führen, dass Nanotechnologie auf die Liste der möglichen Klimaretter kommt. Al Gore sass übrigens schon 1991 in einem Hearing über molekulare Nanotechnolie, mit Eric Drexler als einem der Referenten.

Auf eine vertrackte Art steht uns in Krisen immer nur die Tür offen, die zu weiterer Komplexität führt. Als ob zunehmende Unwahrscheinlichkeit für die unsichtbare Hand der Evolution das Werkzeug zur eigenen Selbsterkenntnis wäre…

via Jamais Cascio
[tags]Virgin Earth Challenge, Branson, Al Gore, Nanotechnologie, Klima[/tags]

5.Dezember 2006

Wo spielt die Musik?

Beschleunigung, Events, Nanotechnologie, Prä-Singularität, Wirtschaft - Comments Off 4:28 pm

Man stelle sich vor: Bunzklazerin Merkel weist ausdrücklich in einer Rede zur Eröffnung eines Technologiezentrums in Eckernförde auf die Verdienste von Richard Feynman und Eric Drexler um die Grundlagen der Nanotechnologie hin und legt den versammelten Honoratioren aus Schützenverein, Handwerkskammer und Germanistenbund gar Nanosystems, das vor schlappen 15 Jahren erschienene Grundlagenwerk zur molekularen Nanotechnologie ans Herz. Undenkbar?! Stimmt. Undenkbar. Hierorts reicht die Erwähnung von Eric Drexler um einem Physiker viel Freizeit zu verschaffen.

Woanders können aber Märchen wahr werden. Zum Beispiel in einem Land mit über 1 Milliarde Menschen, in dem pro Jahr über 100 000 Ingenieure ihren Abschluss machen, während in der Bunzruplik die Immatrikulationen im Fach Informatik abnehmen. Zur Rettung der Schlipsindustrie ist BWL schliesslich wichtiger.

Krass konkret: Der Präsident der Bundesrepublik Indien, Dr. A.P.J. Abdul Kalam hat in einer Rede zur Grundsteinlegung des International Institute of Information Technology in Bhubaneswar folgende honigsüssen Worte unter die Menge gestreut:

When I think of Nanoscience and Nanotechnology, I would like to discuss about three scientists who have laid the foundation on nanoscience and nanotechnology. Mr. Richard Feynman, who described the concept of ‘building machines” atom by atom in his talk at Caltech titled “There is plenty of room at the bottom”. Mr. Eric Drexler, who wrote the book titled ‘Nano Systems, Molecular machinery, manufacturing and computation”. Prof CNR Rao, who pioneered and fostered the nanoscience research in India.

Es kann natürlich sein, das sich der Ghostwriter lediglich vergooglet hat, ohne zu ahnen wen er da ins Licht der Öffentlichkeit zerren würde. Es kann aber auch sein, das die Person, die massgeblich für das indische Satellitenprogramm zuständig war und der Kommission “Technology Vision 2020″ vorstand, weiss wovon sie spricht und nun in ihrer Rolle als Präsident Indiens etwas vorantreibt, dessen alleinige Erwähnung andernorts nicht opportun wäre.

Wo Vision und Utopie überleben, kann nie im voraus gesagt werden. Wie Wasser, so sucht sich der Gradient der Neg-Entropie einen Weg, der keine Rücksicht auf die Rücksichtslosen nimmt. Vormalige Höhepunkte der Zivilisation sind nur Geröll in einer Schneise der Komplexifikation deren Ende immer ein Anfang ist.

via CRN

26.März 2006

Video über Lebensverlängerung

...was wyrd, Futuristik, Lebensverlängerung, Medizin, Nanotechnologie, Prä-Singularität, Singularität - Comments Off 2:21 pm

Das Immortality Institut hat einen 1h45min Video über Lebensverlängerung produziert, der über Google Video zur Verfügung steht. Rappelvoll mit Interviews der üblichen Verdächtigen, die seit Anfang der 90iger auf diesem Feld und der logischen Verlängerung “technologische Singularität” auffällig geworden sind. Das sagt sich so einfach im Jahre 2006, ist aber wieder nur ein Beispiel für beschleunigten technologischen Fortschritt. Damals nur Textfetzen in Lynx, das ich per Telnet in Freiburg auf einem Laborrechner starten musste um es über einen Zugang der Uni-Düsseldorf mit einem 12000er Modem rüber zu schaufeln - heute per Video und ein Click entfernt. So ein Video ändert natürlich nichts an den grundsätzlichen Problemen jeder Futuristik. Allenfalls, das die Eindrücklichkeit, mit der der Aufmerksamkeit heischende, serielle Kanal Video es ermöglicht aus Wahrscheinlichkeiten Bilder entstehen zu lassen, die eine unserer möglichen Zukünfte beschreiben. Um allen auf die Sprünge zu helfen, für die ein einfacher Textbeitrag nicht reicht um ihre Vorstellungskraft auf Touren zu bringen.

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