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Siggis letzte Worte




21.November 2004

Yehuda Yudkowsky

...was wyrd, Lebensverlängerung, Medizin, Soziologie, Transformation - Comments Off 12:35 am

Wut ist eine unspirituelle aber produktive Motivationsstrategie. Elizier Yudkowskys jüngerer Bruder ist mit 19 Jahren verstorben. Was sich in der Reaktion der Singularitätsanhänger zeigt, ist ein Schlag ins Gesicht aller kurzsichtigen Touchie-Feely-Technologiekritiker: Nicht Technologiegläubigkeit oder Spieltrieb motiviert viele der aktiven Singularitätsanhänger, sondern bedingungslose Liebe und Respekt zum Leben. Wer sich einem konsequenten naturwissenschaftlichen Weltbild verschrieben hat muss auch verkraften das der Tod eines Menschen ein unwiederbringlicher Verlust ist. Diesem Schock kann man natürlich leicht ausweichen indem man sich mit religösen Weltbildern sediert. Die in vielen Schattierungen stattfindende Identifikation mit dem Aggressor - wie Elias Canetti die philosophische oder religöse Rationalisierung des Todes nannte - wird in Singularitätskreisen nicht akzeptiert.

Den Tod bis aufs Messer bekämpfen, Leiden nicht akzeptieren durch jahrzehntelange Meditationsgehirnwäsche und stattdessen Menschen wie Aubrey de Grey oder Elizier Yudkowsky unterstützen sind meines Erachtens Reaktionsweisen die einem aufgeklärten Menschen gemässer sind. Der Schmerz wird bleiben. Wie lange noch, entscheiden wir selbst.Vielleicht sind wir die erste Generation der dämmert, das Tod nicht sein müsste und das damit das einmalige Potential eines Menschen nicht vor seiner Entfaltung erlöschen muss.

Wenn, ja wenn… nicht der Mahlstrom der Mittelmässigkeit seit je jeden Versuch aus dem Gefängnis der Konsenshypnose auszubrechen mit - nun, sagen wir: Unverständnis in allen seinen kreativen Spielarten belohnen würde. Es dämmert mir, das die eigene Stellung zum technologischen Fortschritt letztendlich eine Position zu den beiden Problemen der menschlichen Individualität UND des Todes ist. Alles andere leitet sich daraus ab.

11.Oktober 2004

Radikale Lebensverlängerung

Gentech, Lebensverlängerung, Medizin, Sonstwas - Comments Off 11:11 pm

Nicht das wir mit den üblichen Verdächtigen (NBIC) in allen Zukunftsszenarien schon genug Spass am Spekulieren hätten - nein, an der Dauer des Spasshabens wird auch noch geschraubt. Nicht unengagiert.

Es ist seit fast 70 Jahren bekannt das kalorienrestriktive Ernährung bei Säugetieren zur Lebensverlängerung führt. Die billigen, aber verlockenden Scherze über “kalorienrestriktiv” spare ich mir mal. Nun kommt da jemand daher - nun ja er schlendert eher seit über 10 Jahren - und zeigt mit seinem forschenden Finger auf ein Gen. Ein einziges. Uno. Vielleicht hängen noch ein paar Proteine dran, aber im wesentlichen dreht es sich um einen dieser kleinen Racker mit dem putzigen Namen SIR2, der da eine durchaus gesunde Kaskade in Gang setzen soll, wenn man, ja wenn man ähäm “kalorienrestriktiv” mümmelt. Mittlerweile sind 2 (zwei) Firmen mit grimmig entschlossenen Kittelteams dem Racker auf den Spuren, die erwarten den Mechanismus hinter SIR2 innerhalb der nächsten 10 Jahre soweit zu entschlüsseln das man ihn gezielt beeinflussen kann.

Und dann? Lebensverlängerung um 30 - 50 %. Und die zunehmende Wahrscheinlichkeit das innerhalb dieser Lebensspanne weitere Entwicklungen oder Entdeckungen zu einer weiteren Lebensverlängerung führen können.

Und dann? Der immer unwahrscheinlicher werdende Fall, das niemals künstliche Intelligenz oder Bottom-Up Nanotechnologie während der eigenen Lebenszeit entwickelt wird. Um mit dem nicht kalorienrestriktiv ernährten Herman Kahn zu sprechen: Ihr werdet es erleben! Und nun?

28.September 2004

Eine Stunde Nanoerwägungen

Gentech, Lebensverlängerung, Nanotechnologie, Transhumanismus - Comments Off 9:59 pm

Ich vermute das es seine Gründe hat, das ich kein Fernsehen meinen Strom fressen lasse. Dafür schau ich mir dann lieber ein stundenlanges Fachgesimpel über die Auswirkungen von Nanotechnologie in diesem Interdingsnetz an. SAGE Crossroads will ein Forum für die ethischen, politischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Forschungen rund um Altern und Lebensverlängerung sein. Alle Diskussionen sind als Webcast und als Transkript verfügbar.

Ich weiss nicht was Marika Röck empfiehlt - noch emfehlen könnte - , ich jedenfalls empfehle Nanotechnology: The Promise of the Future or Pandoras Box? sowie natürlich ein längeres Gespräch mit Aubrey de Grey, Cambridge: How Soon Will We Be Able to Control Aging?

Das Thema Lebensverlängerung und weiters die Reparatur der Schäden durchs Altern sind Themen die man in die große Multiplex-Gleichung der nächsten Jahrzehnte unbedingt aufnehmen muss um die visonäre Kraft der Kommunalwahlen in Düsseldorf so richtig geniessen zu können.

5.September 2004

Weiter und darüber hinaus

...was wyrd, Gentech, Lebensverlängerung, Transformation - Comments Off 12:50 pm

In der trotzigen Nichtanerkennung aller Vergänglichkeit zeigt sich der tiefe Trieb allen Lebens. Es will Leben. Und findet seine Mittel auch weit über den Menschen und gar die Menschheit hinaus. Canetti bezeichnete alles philosophierende Anerkennen des Todes als eine Form der Identifikation mit dem Aggressor. Jede mehr oder weniger intelligente Form der Resignation gegenüber der Vergänglichkeit ist auch immer ein Sieg der Geistlosigkeit.

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